Geoffrey Chaucer

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Wie bei vielen Zeitgenossen ist das genaue Geburtsdatum von Geoffrey Chaucer unbekannt, wird jedoch auf um 1343 geschätzt. Ebenso ist Chaucers Geburtsort London eine unbestätigte Vermutung mit starken Hinweisen: Der englische Dichter stammt aus einer reichen Londoner Weinhändlerfamilie. Ihm zu verdanken ist die Erhebung des Mittelenglischen zur Literatursprache. Vor ihm wurde auf Latein, Französisch oder Anglonormannisch geschrieben, aber Chaucer bediente sich bewusst der Volkssprache.

Erstmals erwähnt wird Geoffrey Chaucer 1357 im Haushaltsbuch der Gräfin von Ulster. Er nahm an der Invasion Frankreichs 1359 teil und geriet in Gefangenschaft, wurde aber für 16 Pfund wieder freigekauft. Im Anschluss stand er als Kurier in Diensten Lionels von Antwerpen und seine Spur verliert sich für die nächsten Jahre.

1366 heiratete er eine Hofdame der englischen Königsgemahlin und erfreute sich adeliger Patronage. Ab dem Folgejahr führte man ihn als Mitglied des königlichen Haushalts, als Kammerdiener oder Knappe. Vermutlich studierte er während dieser Zeit Recht. 1974 wurde Chaucer Zollinspektor. Ab 1386 wurde ihm seine Verbindung zum Königshof zum Verhängnis, als sich die parlamentarische Opposition gegen Richard II und John of Gaunt durchsetzte. Nach turbulentem Hin und Her, dem Tod seiner Frau und Geldmangel starb Chaucer vermutlich am 25. Oktober des Jahres 1400. Traditionell ist er mit den besten englischen Dichtern in der Poet's Corner der Westminster Abbey bestattet.

Bevor es zu seinem Abstieg kam, war Geoffrey Chaucer viermal in königlichem Auftrag im Ausland, wo er Petrarca und Froissart getroffen haben könnte, seine literarischen Vorbilder. Sein eigenes erstes literarisches Verdienst ist vermutlich die Übertragung des französischen "Roman de la rose" ins Mittelenglische. Literarisch durchlebte Chaucer zunächst eine französische (vor ~1372) und eine italienische Phase (1372-87). Er bediente sich teils direkt bei Werken anderer, wie z. B. Cicero, Boccaccio oder Ovid. Dies war in seiner Zeit üblich und kein Makel. Ebenfalls auf Chaucer geht eine Gebrauchsanweisung für ein Astrolabium zurück - vermutlich verfasst für seinen Sohn.

1372-3 bereiste Chaucer Italien und kam in Kontakt mit der Dichtung Dantes und Boccaccios. Nach ihrem Vorbild entstanden größtenteils nach 1388 die Canterbury Tales, in denen mehrere Pilger sich Geschichten erzählen. Von ursprünglich geplanten 120 Erzählungen gelang Chaucer nur die Vollendung von 22 sowie 2 weiteren Fragmenten. Die Gesellschaft der Pilger ist dabei sehr bunt gemischt. Dies entsprach durchaus der historischen Wirklichkeit und Vielfalt der Themen, Genres und charakteristischen Sprache der Tales macht ihren Reiz aus. Chaucer verbindet mit seiner Rahmenhandlung fromme Heiligengeschichten mit derben Schwänken und Erzählungen mit antikem Hintergrund, ohne dass diese in Widersprüche geraten.

Die Canterbury Tales wurden mehrfach für Theater und Fernsehen adaptiert. Seit 1868 gibt die (New) Chaucer Society eine jährliche Essay-Anthologie heraus. Auch literarisch wird Chaucer erwähnt. T.S. Eliots The Waste Land, z. B., beginnt mit einer Referenz auf Chaucers Prolog der Tales; im offensichtlich anachronistischen Action-Film "Ritter aus Leidenschaft" (A Knight's Tale), der (sehr) entfernt auf den Canterbury Tales basiert, tritt die Figur Chaucer als mittelloser Dichter und Herold auf.

Chaucers Werk hatte großen Einfluss auf die Standardisierung der englische Kanzleisprache. Das Oxford English Dictionary schreibt ihm die Ersterwähnung zahlreicher englischer Wörter zu.

Geoffrey Chaucer erhielt eine durchschnittliche Note von 7.50/10 basierend auf 4 Rezensionen und Bewertungen zu 1 Büchern.

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