Buch-Cover, Sean Williams: Die Blutschuld

Die Blutschuld

Originaltitel: The Blood Debt [EN]
Serie: Die Bücher des Kataklysmus (#2)
Übersetzer: Michael Krug
Genre: Phantastik
Seiten: 590
Erschienen: 09/2010 (Original: 2005)
ISBN: 978-3-8000-9520-9
Preis: 14,95 Euro (Softcover)
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Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

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Der Kataklysmus liegt lange zurück, doch noch immer sind seine Auswirkungen spürbar.

Als ein Homunkuls aus der Zwischenöde in die erste Welt gelangt sind Sal und Shilly bald involviert - obwohl sie eigentlich auf der Flucht vor den Himmelswächtern sind, denen sie nun ihre Unterstützung anbieten. Denn der Verantwortliche für das Auftauchen des Homunkulus ist niemand anderes als Sals leiblicher Vater; zudem hat Sals alter Freund Tom Visionen, die sie alle drei auf der Suche zeigen – nicht nur um Sals Vater zu finden und vielleicht vor den Wächtern zu beschützen, sondern auch um herauszufinden, was er eigentlich bezweckte.

Unterdessen ist Skender Van Haasteren der Zehnte nach Laure aufgebrochen: Seine Mutter ist dort bei der Untersuchung einer Ruine verschollen. Doch die Suche gestaltet sich nicht einfach - selbst dann nicht, als er die nicht ganz uneigennützige Unterstützung einer Bergmännin erlangt.

Als Sal, Shilly und die Himmelswächter auf der Jagd nach dem Homunkulus bei Laure ankommen können sich die alten Freunde zwar gegenseitig helfen; unproblematischer wird die Sache jedoch kaum, immerhin ist vollkommen unbekannt, was der Homunkulus in Laure will - und seine bloße Präsenz verhindert jede Magie im Umkreis. Ist der Homunkulus dafür verantwortlich, dass sich die Menschenähnlichen plötzlich zu bedrohlichen Armeen zusammenschließen? Und was ist davon zu halten, dass "sie" behaupten, für den Kataklysmus verantwortlich zu sein?

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

Beginnt man diesen Roman, so wirkt er zunächst nicht wie die Fortsetzung des ersten Serienteils. Allerdings setzt der Roman die Kenntnis des ersten Teils oder zumindest es Kataklysmus' als essentiellen Hintergrund voraus - aber eben auch nur als Hintergrund. Ohne diesen könnte man sich wohl auch in eine „komische Welt“ hineinarbeiten, die auch den Hauptreiz des Romans ausmacht.

„Die Blutschuld“ beginnt in einer post-kataklysmischen Welt, in der die Magie zurückgekehrt ist, aber Motoren noch immer zu den (selten) genutzten Dingen einer vergangenen Welt gehören. Der Anschluss zum ersten Band findet erst durch das Auftauchen der Zwillinge statt – und ist auch am Ende de Buches recht vage.

Wie im ersten Teil ist die Handlung zwischen mehreren Gruppen aufgeteilt: vorwiegend Sal und Shilly sowie Skender und Chu; nach einiger Zeit laufen diese Handlungen zusammen und neue Gruppen entstehen. Die Handlung ist vorwiegend ein Abenteuerroman, auf Skenders Seite nicht gänzlich unähnlich Archäologen-Abenteuern; auf Sals Seite hat es mehr von einer Verfolgungsjagd und später ein Touch von post-apokalyptischer Gesellschaftsstruktur. Zunehmend zentral wird jedoch die Frage, was eigentlich los ist.

Der zweite Band ist hier deutlich konventioneller als der erste. Er besitzt Spannung, aber die Figuren bleiben blass und auch die Handlung ist wenig innovativ: die typische Queste, die einfach immer wieder durch kleine Probleme aufgehalten wird. Der Stil ist nach wie vor gut lesbar. (Auf einige der vielen 1-Buchstaben-Fehler hätte ich allerdings liebend gern verzichtet.) Interessanter als die Figuren ist die post-apokalyptische Welt an sich. Erneut findet man Anspielungen auf Mythen und Religionen vergangener Tage – jedoch muss man hier im Gegensatz zum ersten Teil fast schon danach suchen. Das finde ich schade: die Skurrilität des ersten Teils ist hier Konventionalität gewichen; dieser Teil ist gänzlich anders. Auf der positiven Seiten macht es die Handlung viel durchsichtiger – auf der negativen ist sie eben viel durchsichtiger und hebt sich weniger aus dem Üblichen heraus.

"Die Blutschuld" ist ein guter Roman postapokalyptischer Fantasy. Wer den Vorgänger wegen der Anspielungen auf Mythen und Religionen oder seiner generellen Skurrilität liebte, der wird hier jedoch enttäuscht: "Blutschuld" ist weit konventioneller und hat nur einen losen Anschluss an den Vorgänger.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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