Buch-Cover, Tian Di: In Isrogant - Erzählungen Band 2

In Isrogant - Erzählungen Band 2

Serie: Isrogant Erzählungen (#2)Genres: Kurzgeschichten; Realistische Fantasy
Seiten: 143
Erschienen: 11/2010 (Original: 2010)
ISBN: 978-3-942357-06-7
Preis: 9,90 Euro (Softcover)
Schlagworte: IntrigenOrksUntote
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Wenig überraschend: "In Isrogant 2" ist der zweite Band von Kurzgeschichten aus der Welt Isrogant. Wie schon im Vorgänger sind alle enthaltenen Geschichten - diesmal drei - voneinander unabhängig und spielen in verschiedenen Teilen des Kontinents. Leser der Trilogie "Reisende" treffen auf einen jungen Ash Gooregan, doch die anderen beiden Geschichten führen in bislang gänzlich unbekannte Teile des Kontinents.

Teralion (Tian Di): Orks sind tumbe Monster

Auf dem Heimweg von seiner Ausbildung an einer Kriegerschule gerät Ash Gooregan in einem Dorf in einen Ork-Angriff. In ihrer Not wenden sich die Dorfbewohner auch an ihn: was sollen sie tun? Sie leben zu weit abseits um Hilfe vom Adel zu bekommen und Orks in den Wäldern sind sehr schlechte Nachrichten. Ash bringt eine ungewöhnliche Idee ins Spiel: Eine Ausbildung zu Kriegern mag einen gewissen Sinn haben, doch viel sinnvoller ist die Verhandlung mit dem Ork-Häuptling. Aber eine Verhandlung mit wilden Monstern - selbst Ash hat große Vorbehalte? Auf seiner Reise zum Wohnort der Orks muss Ash seine Einstellung gegenüber den Monstern korrigieren.

Orks sind KEINE tumben Monster. Selbst wenn einige Rollenspiele sie lediglich als Massen-Gegner und lebende Erfahrungspunkte darstellen und sie im selbst im Herrn der Ringe (insbes. im Film) auch als seelenlose Masse purer, böser Gewalt erscheinen, so sind diese Orks anders. Und das ist erfreulich und ein Muss in einer "realistischen Fantasy-Welt". Denn einmal ehrlich: ein Volk, das sich nur über pure Aggression und Bosheit definiert hat keine Überlebenschance, wenn die Nachbarn Frieden wollen. Isrogant ist nicht die erste Welt mit Orks mit Kultur aber meist sind diese Ork-Kulturen ähnlich: Kampfeskraft ist ein zentrales Element aber nicht das einzige, daneben insbesondere ein naturverbundener Lebensstil - und hier noch ein Recht überraschender Dreh dadurch, wer nun tatsächlich der Ork-Führer ist.

"Teralion" ist nicht sonderlich tief greifend, spricht aber essentiell an: Nur weil jemand eine andere Kultur hat, ist er noch lange kein Monster und mag in mancher Hinsicht sogar besser sein als der "kulturell Überlegene".

Der Reichskanzler (Heero Miketta): Intrigen im Reich der Stadtstaaten

Auf einer diplomatischen Mission lernt Graf Fritjof von Marian das Reich der Elf großen Stadtstaaten kennen - und seine eigenen Grenzen.

Wenig mehr ist hier zu sagen als das, was der Rückentext bereits vorgibt. Mit dem Reichskanzler reist der Graf auf einem Schiff durchs Reich, sieht verschiedene Städte. Er wird überfallen, blamiert sich höllisch und grübelt über seine eigene Rolle nach: Warum schickt man ihn, vollkommen unerfahren, auf diese Mission, wo allzu bald offenbar wird, dass sich Truppen im Grenzgebiet bewegen und es sogar Gefangene aus seiner Heimat gibt?

Klingt trocken? Ist es nicht. Wie schon im Vorgänger-Band erinnert Heero Mikettas Erzählung leicht an Regional-Hilfen für Spielleiter aus Rollenspielen ohne einfach nur Beschreibung zu sein. "Der Reichskanzler" ist eine kurzweilige Geschichte, die ohne Erörterung die Stadtstaaten und ihr Verhältnis zum Nachbarn darstellt. Existentiellen Konflikt erlebt man nicht, aber - wiederum ein Plus in Realismus - eine fast ganz normale diplomatische Mission.

Gerechtigkeit oder Gnade (Harold Jorasch): Wenn die Toten sich zur Rache erheben

Die Toten sind tot - nur nicht in den Gespenseterbergen. Wieder einmal wird der Heiler Galen gerufen um ein Dorf von einem Untoten zu befreien. Dieser bringt Krankheit und Tod über die Kinder des Dorfes - doch schnell stellt Galen fest, dass die Dorfbewohner im etwas verschweigen: Der Untote hat einen berechtigten Hass auf die Dorfbewohnet. Es ist an Galen, ein Urteil zu fällen.

"Gerechtigkeit oder Gnade" ist eine dieser typischen Fragen: was ist höher? Idealerweise endet es in Gerechtigkeit und Gnade, doch dies wird dadurch verkompliziert dass beide Begriffe in hohem Maße subjektiv sind. Was ist gerecht? Was ist gnädig - und für wen? Insgesamt ist dies die schwächste der drei Geschichten und wirkt mehr noch als die anderen isoliert von allem, was sonst in Isrogant geschieht. Trotz allem ist sie kurzweilig, wenngleich recht vorhersehbar.

Fazit: Erneut eine Empfehlung

Wie beim ersten Kurzgeschichtenband in einem Satz: Zugreifen. Isrogant bringt bislang realistische Fantasy von konsequent hohem Standard; erneut machen die Kurzgeschichten Lust auf mehr aus der Welt und deuten dieses Mehr bereits an ohne es voll auszuschöpfen.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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