Buch-Cover,  Claire: Das kleine Zauberbuch

Das kleine Zauberbuch

Autor: Claire
Genre: Sekundärliteratur
Verlag: Ubooks
Seiten: 173
Erschienen: 09/2010 (Original: 2010)
ISBN: 978-3-86608-141-3
Preis: 9,95 Euro (Softcover)
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Mit "Das Kleine Zauberbuch" bringt Claire ein Werk für "fast alle Lebenslagen" heraus. Ein Werk voll mit Zaubern und Ritualen, die der heutigen Zeit angepasst sind.

Dieses Buch läuft in der Esoterik-Reihe des UBooks-Verlag und ist dort auch richtig aufgehoben. Hier läuft es unter Sekundärliteratur... und ist damit bereits ein wenig falsch eingeordnet. Der "phantastische Aspekt" wird hier daher vor allem im ersten Absatz behandelt.

Als Inspiration bedingt nützlich - sehr modern

Als Inspiration für eigene phantastische Werke oder Ausführungen ist "Das kleine Zauberbuch" nur bedingt nützlich. Inhaltlich ist es in mehrere Themenbereiche unterteilt, von Liebe bis zu Wohlstand und zum Abwenden von Pechsträhnen. Dabei geht Claire insbesondere und oft auf die moderne Welt ein, und wie man die Rituale heute praktikabel umsetzen kann. Für Fantasy-Fans, die Zauberelemente beispielsweise ins Rollenspiel integrieren wollen sind allenfalls die Listen zu passenden Edelsteinen, Blumen und dergleichen nützlich - die Zauber/Rituale an sich sind auch eher "Küchenmagie" und fürs Rollenspiel unpassend. Aber dafür ist das Buch eigentlich auch nicht gedacht.

Esoterik: Hokuspokus ohne Wirkung - oder doch nicht? Placebos

An dieser Stelle muss ich einmal klar Position beziehen. Ich glaube nicht an "Magie" in der realen Welt im Sinne der Fantasy, das heißt, man "willt" etwas herbei. Dementsprechend sehe ich große Teile der Esoterik als puren Hokuspokus. Aber (wichtig!) der Placebo-Effekt ist Realität. Immer wieder liest man Berichte, dass absolut wirkungslose Pillen plötzlich Heileffekte bewirkten; dass es Patienten plötzlich besser ging, als sie vermeintlich das Medikament bekamen, das sie wollten – auch wenn es in Wahrheit eine Zuckerkugel war. Man liest sogar von Personen, die sich in der Nacht in einen Kühlwagen legten und dort erfroren - bei moderaten Außentemperaturen und ausgeschalteter Kühlung. Der Wille und die Einbildung machen sehr viel aus, darüber auch die persönliche Einstellung zu etwas. "Denk Positiv!" ist der Slogan. Und die Nutzung des Placebo-Effekts gelingt umso besser, wenn es nicht nur eine geschluckte Kugel ist sondern eine aktive Auseinandersetzung mit dem Problem.

Magie? Psychologie? Optimismus? Auch für Einsteiger

Man nenne es, wie man es möchte. Claires Anleitungen zur Lösung verschiedener Probleme haben "magischen" Hintergrund in dem Sinne dass sie Materialien verwenden und bestimmte Handlungen mit diesen durchführen um ein Ziel auf "magische" Weise zu erreichen. Dabei fällt jedoch auf: Claire betont immer wieder, dass es damit nicht getan ist.

Man muss sich selbst einsetzen; man muss die tägliche Bitte an den Reichtums-Altar wiederholen; man lässt den Ritualbeutel nicht einfach stehen; und dergleichen mehr. "Hokuspokus" beiseite: Was hier indirekt eingefordert wird ist eine andauernde, aktive Auseinandersetzung mit dem konkreten Problem. Es wird nicht beiseite geschoben, sondern die Hexe selbst muss weiter arbeiten. Andere Rituale fordern versteckt dazu auf, zu reflektieren ob man das "große Ziel" auch wirklich, WIRKLICH will oder ob man sich dies nur eingeredet hat.

Nüchtern betrachtet kann man sich das Ritual sparen und in der Tat gibt Claire zu verstehen, dass nichts fest vorgeschrieben ist und man persönliche Alternativen wählen kann - auch die Listen lesen sich stellenweise fast beliebig, wenn jeder Wochentag mit leicht verändertem Aspekt für ein Ritual geeignet ist. Dies kann man als negativ ansehen; aber es ist eben nicht das Wichtige. Um Claire sinngemäß auf den Punkt zu bringen: Wie genau man etwas macht ist eigentlich nicht wichtig; wichtig ist, dass es für einen persönlich funktioniert. Dem kann ich mich anschließen: Der eine kann sich eben mit Lavendel-Duft besser konzentrieren; der andere braucht seine tägliche Ration Pasta; ein dritter seinen Dauerlauf; ein vierter findet eben durch die Rituale "magische Praktiken" zu geistiger Klarheit – immerhin kann man auch Meditation und Gebet in dieser Richtung ausdeuten. Solange es hilft: Ziel erreicht. Claire betont auch deutlich, dass Krankheiten schlicht und einfach von einem Arzt behandelt gehören, nicht durch "Magie". Die "Hexenkunst" hilft viel mehr bei Problemen, die "wissenschaftlich" von einem Psychologen, einem Eheberater oder verwandten Berufen angegangen würden, und die man selbst mit intensiver, offenem Nachdenken angehen kann.

Pragmatik vor Mystizisums - Problembewältigung

Viele Anführungszeichen füllen diesen Text. Auch persönlich war dieses Buch eher nichts für mich. Bei esoterischen Themen scheiden sich die Geister, und doch ist jeder ausnahmslos in irgendwelchen Traditionen verhaftet, die nicht rational sind. "Hexenmagie" und "Küchenzauberei" sind Ausprägungen kultureller Überlieferung die in unserer heutigen Gesellschaft besonders auffallen. Ich tendiere dazu, das Ganze pragmatisch zu sehen: Was hilft, hilft. Wer glaubt, mit überlieferten Traditionen Problemen besser begegnen zu können, als mit anderen Wegen, der findet hier sehr pragmatisch Hilfe und Anleitung. Kritikpunkt wie auch größter Pluspunkt ist dabei eben dieses Pragmatische: Alternativen, Anregungen, die Bestätigung "Man kann es aber auch ganz anders machen" – dies spiegelt sich auch in dem gleich bleibenden Rankenmuster auf jeder Seite, dass ein wenig auflockert aber nicht vom Inhalt ablenkt.

Mehr als ein Ritualbuch wirkte "Das kleine Zauberbuch" auf mich als ein Ratgeber, der zur Auseinandersetzung mit Problemen aufruft; dazu, sie immer wieder vor Augen zu führen, sich seine Ziele erneut ins Gedächtnis zu rufen, über das zu reflektieren, was man erreichen will. Und das wird nicht nur in "magischen" Ritualen gemacht, das ist in der Tat absolut pragmatisch: Wenn man etwas erreichen will, dann muss man dies auch wirklich wollen und nicht nur einmal kurz sagen "Wäre es nicht schön wenn..."

Auch für Einsteiger

Claires Zauberbuch schlägt das Erreichen dieser Ziele, das wieder vor Augen Führen der Ziele, mittels Küchenmagie vor. Diese Rituale sind einfach und ausführlich beschrieben, also absolut für Anfänger geeignet. Mein Weg ist dies absolut nicht. Vieles im Werk wiederholt sich zudem, insbesondere die Warnungen (mit gewisser Berechtigung) und die Betonung auf dem Selbst-Etwas-Tun. Dabei schreibt Claire sehr locker und persönlich; nicht hochliterarisch sondern verständlich. Für mich taugen andere Leitfäden mehr - aber wer der "(Küchen-)Hexerei" zugetan ist, der findet hier einige Anregungen, die pragmatisch auf die heutige Lebensweise angepasst sind.

Aufgrund dessen, dass ich mich nicht wirklich auf die Zielgruppe einstellen kann, verzichte ich auf eine Punktwertung.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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