Buch-Cover, Stephan Russbült: Dämonengold

Dämonengold

Serie: Baazlabeth (#1)Genre: Fantasy
Seiten: 559
Erschienen: 04/2011 (Original: 2011)
ISBN: 978-3-404-20001-6
Preis: 14,00 Euro (Softcover)
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Baazlabeth ist ein Krieger-Dämon und schätzt es gar nicht, beschworen zu werden. Nicht nur, dass er seine "Gäste" in seinem Heim zurücklassen muss; nein: er muss auch noch einem schwächlichen Magier gehorchen. Baazlabeths neuester Auftrag hingegen topt das Ganze mühelos: Er soll fünftausend Goldstücke verdienen. Auf ehrliche Weise – und als ob ein Magier wirklich Gold bräuchte. Aber Baazlabeth hat keine Wahl – und muss feststellen dass es gar nicht so einfach ist, als Mensch ehrlich reich zu werden. Im Hintergrund ist zudem die Frage: was bezweckt dieser Narr von einem Magier wirklich?

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

"Dämonengold" klingt nach unehrlich verdientem Geld und das Gegenteil ist der Fall – oder zumindest das Ziel. Die Prämisse klingt nach humoristischer Fantasy – und auch das trifft es nicht.

Zynischer Humor und viel Exposition

Aber auch wenn es keine humoristische Fantasy ist: Einen zynischen, schwarzen Humor hat "Dämonengold" trotzdem. Dieser nimmt besonders im ersten Drittel viel Raum ein: Der Dämon Baazlabeth muss sich nun "verkleidet" als Mensch das tägliche Brot verdienen; aber natürlich hat er als Dämon ganz entschieden andere Ansichten als Menschen. Was sind Menschen schließlich mehr als schnell sterbende, schwächliche Blutcontainer? Baazlabeths Präferenz geht ganz eindeutig dahin, sie allesamt abzuschlachten – doch genau das darf er nicht. Die Grundeinstellung des Protagonisten bringt eine düstere Stimmung zusammen mit zynischen Beobachtungen und auch Fehleinschätzungen.

Leider bringt dies auch seitenweise Exposition mit, darüber was Baazlabeth denkt, was er könnte, was er eigentlich macht. Manchmal ist dies interessant, oftmals nervt es jedoch nach einigen Zeilen. Auffällig ist außerdem eine relative Kargheit der Welt: Sie ist kaum explizit beschrieben und wenn dann durch die Augen des Dämons, der sich oft bildhaft-direkt ausdrückt – ganz im Einklang mit seinem Handeln. Warum sich mit jemandem einigen, wenn man ihn einfach umbringen und verscharren kann? Über die Welt erfährt der Leser nur das, der Dämon sieht und das ist wenig. Zusammen mit seinem Unwissen über Menschen führt dies zu vielen Fragen, die lange offen bleiben – ein zentraler Bestandteil des Romans

Tonwandlung zur Ernsthaftigkeit

Nach etwa einem Drittel ändert sich der Erzählton. Baazlabeth ist sich nun sicher, dass sein seltsamer Auftrag nicht wirklich das ist, was er tun soll. Er trifft auf weitere Dämonen, die Inquisition kommt in die Stadt - und eine Prophezeiung taucht auf. Der dunkle Humor und der düstere Hintergrund sind immer noch da, aber konkrete Fragen treten in den Vordergrund: Was ist hier eigentlich los? Was will dieser Magier? Welche Rolle spiele ich? Die bevorzugten Lösungen dieses Krieger-Dämonen sind wenig subtil: Wenn Gewalt nicht reicht, braucht es eben mehr Gewalt. Diese ist sehr direkt und brutal aber genauso schnell zu Ende. Nur hilft sie Baazlabeth nicht allzu sehr und sein Menschenkörper ist einfach zu schwach. Also muss Baazlabeth Antworten suchen.

Bedrohung Inquisition und Verbündete Dämonen

Die Geschichte wird konkreter, es gibt einige Antworten und konkrete Hinweise. Exposition gibt es weiterhin, jedoch in Handlung eingeflochten – auch die Kapiteleinleitungen, die in wenigen Zeilen zusammenfassen, was passiert, es aber nicht verraten, seien hier erwähnt (z.B.: „Als die Einsicht kam, dass selbst die bestgemeintesten Absichten, die klügsten Ausreden und die durchdachtesten Lügen nicht so viel Wirkung zeigen, wie ein gut gefülltes Dekolleté“).

Einen wichtigen Beitrag leisten hier Nebenfiguren. Ein unförmiger Dämon nimmt kaum eine aktive Rolle ein; lediglich sein Dasein wirft Fragen auf. Eine Halbdämonin ist für die Handlung wichtiger, da Baazlabeth sie unter seine Fittiche nimmt und auch von ihr mehr über die Welt erfährt – und über eine Prophezeiung, die vielleicht auch Hinweise über Baazlabeths eigene Mission geben kann?

Die Inquisitoren stellen eine ganz konkrete Gefahr für Baazlabeth dar: sie würden ihn nicht nur aus einer Welt verbannen sondern ihn vollkommen vernichten. Die Inquisitoren sind die eigentlichen Schurken, die keiner mag und die alle anderen durch Schrecken terrorisieren. Sie bleiben eine gesichtslose Organisation während Baazlabeths Verbündete individuelle Züge erhalten – die Sympathien des Lesers sind klar geleitet, auch wenn üblicherweise weder Dämonen noch Inquisition Sympathie verdienen. Mit der Gestalt annehmenden Prophezeiung und erhöhter Dramatik gelingt dem Autor schließlich eine spannendere Geschichte als zu beginn, bei der der zynisch-schwarze Humor im Hintergrund vorhanden ist.

"Dämonengold" ist ein Fantasy-Roman mit einem Dämon als Protagonisten, dessen zynische Sicht mit einem Hang zur Brutalität den Ton des prägt. Der Roman bietet einige interessant Nebenfiguren und folgt einem Detektiv-Plot im weiteren Sinne: Baazlabeth muss herausfinden, was er überhaupt soll. Nach Anlaufproblemen nimmt der Roman gut fahrt auf; an einen Top-Roman kommt er nicht heran, ist aber allemal solide Fantasy.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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