Buch-Cover, Anne Onymous: The Wotch

The Wotch

Originaltitel: The Wotch [EN]
Genre: Webcomic
Verlag: Internet
Seiten: 0
Erschienen: 2002 (Original: 2002)
ISBN: N/A
Preis: 0 Euro (Digitaler Text / eBook)
Schlagworte: Hexen
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Wertung:  
Grimoires.de    
Wertung: 4/5 Grimoires; 8/10 Punkte, Gut bis sehr gut

8/10

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Wertung: 2/5 Grimoires; 5.5/10 Punkte, Naja

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Anne ist das neue Mädchen an der Schule. Doch sie ist mehr: Durch eine magische Flöte wurde sie zur "Wotch" und kann zaubern, muss allerdings noch lernen, damit umzugehen. Mit Hilfe ihrer Freunde macht sie stete Fortschritte. Okay, mit einigen Rückschlägen... nun gut, mit vielen Rückschlägen und zudem als unwissende Spielfigur einiger dunkler Mächte. Aber sie macht Fortschritte, hängt mit ihren Freunden herum, stoppt eine Djinn-Invasion, hilft weiteren Freunden mit einem Wer-Fluch, besiegt eine Böse Hexe in einer anderen Dimension und dergleichen Abenteuer mehr. Und sie verwandelt ihre Freunde in Mädchen. Warum? Sagen wir einfach das ist so eine Sache…

Der Webcomic erhält 8-9 von 10 Punkten.

"The Wotch" ist ein Webcomic mit inzwischen 3 Seasons und 23 Kapiteln. Nach einer Pause erscheint er seit Juli 2011 wieder wöchentlich; das Archiv bringt einige Stunden Lesespaß

Story und Art: Magische Konfusion

Die generelle Handlung wurde bereits oben angerissen: Anne bekam einst eine magische Flöte und wurde zur Wotch, lernt nun ihre magischen Fähigkeiten nach und nach beherrschen - und stellt dabei natürlich einigen Unsinn an. Das ist nicht neu, aber auch längst noch nicht ausgereizt. In der Tradition von Teenager-TV-Serien hat dabei kaum eine Handlung üble Konsequenzen - zumindest nicht für Anne, bei näherem Nachdenken kann es für einige jedoch ein ziemlich grausiges Erwachen sein. Wirklich nachdenken will der Comic aber nicht über die ganzen magischen Querelen. In dieser Hinsicht ähnelt er erneut Fernsehserien wie "Buffy": In jeder Folge (jedem Kapitel) gibt es ein Porblem der Woche und Anne bringt einiges durcheinander. So werden beispielsweise Comichelden lebendig oder statt einem Einhorn (Unicorn) ein Unicarn-Dämon beschworen; oder die ganze Stadt steckt sich mit einem Mythen-Virus an und verwandelt sich in Sagengestalten. Am Ende des Kapitels ist alles so gut wie nicht passiert: Halluzinationen, Gase, irgendetwas findet man als Erklärung. In späteren Kapitel holen einige Ereignisse (und ein neugieriger Reporter) Anne ein und die Schar der Mitwisser wächst stetig weiter. Dennoch bleiben selbst größte magische Ausbrüche genre-typisch von der normalen Bevölkerung vollkommen unbemerkt. Das ist sicher ein logischer Haken, der aber genre-typisch ist für eine Reihe, bei der das übernatürlich Skurrile und Absurde im Zentrum steht. Ein Schwachpunkt des Comics bleibt die Grafik, die recht minimal ist – was allerdings die Handlung betont.

Humor und Gender-Rollen

Gender-Swaps sind häufig und somit im Zentrum des Comics – dann aber wiederum recht belanglos und schnell abgetan. Schaut man ein wenig genauer, kann man auch recht klare Aussagen erkennen: Mädchen sind viel besser dran, viel glücklicher und viel ausgeglichener. Bestes Beispiel sind vier unausstehliche Macho-Sportler die durch ein wenig Pech (oder Glück?) in Cheerleader verwandelt wurden – und plötzlich viel glücklicher sind als zuvor. Solche Verwandlungen sind meist kurzfristig und an der Tagesordnung. Eine Problematisierung findet nicht statt und leichte Bauchschmerzen kann man schon bekommen ob des Eindrucks, dass "Mädchen sind besser" wie ein Leitthema wirkt. Allerdings sollte man sich vor Augen halten dass das Gender-Thema eben nicht problematisiert wird und die Transformationen als Running Gag dienen – zu viel sollte man hier nicht hineinlesen. Denn es gibt auch dauerhafte Transformationen (wie etwa die Cheerleader), die durchaus ernster angegangen werden. Ist es richtig, die Cheerleader verwandelt zu lassen? Immerhin fühlen sie sich selbst besser und JEDER findet sie viel netter und ausgeglichener… Vor einer handfesten Identitätskrise steht auch ein ehemaliger Professor, der nicht nur in eine junge Austauschschülern verwandelt wurde sondern auch künstlich deren Erinnerungen bekam – aber wer ist er nun, wer soll er sein?

Die Lösungen sind für Anne meist recht einfach und ohne echte Konsequenzen, wie man es auch aus Serien wie "Buffy" kennt. Ein Kapitel "Konsequenzen" holt die Hauptfigur allerdings trotzdem ein und räumt mit all der Magie auf, die nach wie vor auf verschiedene Figuren wirkt – dennoch wird der Comic hier nicht düster oder depressiv, aber es klingt an, dass man vielleicht doch nicht ganz unbeschwert Jungs in Mädels verwandeln und nicht weiter über die Konsequenzen außer Kontrolle geratener Magie nachdenken sollte – sie WIRD zurückkommen. Auch das Gender-Thema wird in der Handlung um die überfeministische Organisation D.O.L.L.Y. aufgegriffen. Dabei kann der sexuelle Gehalt aber nahezu gleich null gesetzt werden: Das höchste der Gefühle ist typische Teenie-Schwärmerei. Insgesamt bleibt der Comic fröhlich-humorig mit immer wieder skurrilen magischen Einfällen und Anspielungen.

Charaktere

Die Charaktere sind zunächst recht schablonenhaft, bekommen jedoch im Laufe der Zeit auch individuelle Züge. Eine Ausnahme ist dabei ausgerechnet die Hauptfigur: Anne ist das typisch naive Mädchen mit Zauberkräften. Sie ist unbeschwert, denkt nicht an Konsequenzen und bekommt einiges auch schlicht nicht mit – wie etwa, das Robin sich in sie verliebt. Von den wiederkehrenden Figuren bleibt sie gerade bei ihrer zentralen Rolle verhältnismäßig blass. Sicher, auch anderer Charaktere kann man schnell zusammenfassen, findet dann aber ebenso schnell individuelle Züge, etwa bei Jason, der letztlich nicht nur auf Comics und Rothaarige fixiert ist sondern die hochproblematische Liebe seines Lebens ganz woanders findet; oder Annes Bruder, der sich gerne in ein kleines Mädchen verwandeln lässt: so ist es viel unbeschwerter. Einige bekannte Klischees werden auch umgedreht: Robin wäre liebend gern Annes Ritter in strahlender Rüstung – aber alle seine Versuche zu helfen, scheitern kläglich – und Anne bemerkt es kaum einmal. The Wotch ist ein Webcomic mit einer relativ hohen Anzahl an Figuren. Dadurch bedingt erhält kein Charakter eine extreme Tiefe sondern mehr einzelne Facetten. Ein Wenig Entwicklung erfahren die Figuren auch durch die übergreifende Handlung.

Epischer Rahmen

Abgesehen vom Schulalltag voll Humor, Missverständnissen und wirrer Magie hat The Wotch auch einen epischen Rahmen. Schon zu Beginn tauchen zwielichtige Gestalten auf und mit Miranda West holt auch die Geschichte der Wotch Anne ein: Der dunkle Herrscher Xaos hat seine Pläne mit ihr und wirft ihr immer wieder Prüfungen und Hindernisse in den Weg - dabei bleibt unklar, was genau er eigentlich will – keine einfache Vernichtung zumindest Dieser epische Rahmen bleibt jedoch meist im Hintergrund und liefert nur den Aufhänger für das "Problem des Kapitels", scheint mal mehr und mal weniger stark durch, etwa in Handlungen um die Rebellen in Xaos' Reich. Auch einige kapitelübergreifende Handlungen gelangen zu epischen Dimensionen, etwa die Geschichte um eine verfluchte Djinn-Flasche und der nachfolgende Bürgerkrieg der Djinn. Diese Handlung ist zudem mit einem Splashover mit dem "Accidental Centaurs"-Webcomic verbunden auf den auch zuvor angespielt wurde.

Fazit: "The Wotch" ist ein Webcomic mit interessante und witzige Ideen innerhalb der verschiedenen Kapitel, der im Aufbau ein wenig an TV-Serien erinnert und Gender-Swap-Humor als Running Gag benutzt ohne die Problematik tiefer zu hinterleuchten. Seit Mitte 2011 wieder mit wöchentlichen Updates und einen Blick wert.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


Leseprobe

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The Wotch - Leseprobe (extern)

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