Buch-Cover, Alina Pete: Weregeek

Weregeek

Originaltitel: Weregeek [KAN]
Autor: Alina Pete
Illustrator: Alina Pete
Genre: Webcomic
Verlag: Internet
Seiten: 0
Erschienen: 2006 (Original: 2006)
ISBN: N/A
Preis: 0 Euro (Digitaler Text / eBook)
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Grimoires.de    
Wertung: 5/5 Grimoires; 9/10 Punkte, Sehr gut

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Geeks sind keine Werwölfe – und auch Weregeeks sind weit weniger cool als diese: Es sind Geeks, die von Zeit zu Zeit (bei vollem Mond…) der Drang zum Rollenspiel packt. Spaß haben sie dennoch!

Als Mark das erste Mal von dieser "Krankheit" erfährt ist er kurz darauf auf der Flucht und stolpert über eine Horde Vampire – hätte ihm einmal jemand sagen können was eigentlich los ist? Aber dann wiederum: diese "Jäger" scheinen wirklich real zu sein und es auf die Geeks abgesehen zu haben… Das Tut den Spaß, den Mark bei seinem ersten LARP hatte jedoch keinen Abbruch und er stimmt zu, sich öfter mit der Gruppe um Mark, Noel, Sarah und Abbie zu treffen Gemeinsam tauchen sie ab in den Welten von Star Wars, Dungeon and Dragons, Shadowrun und was die Geekheit sonst noch erfunden hat. Doch Marks Freundin hat gar keinen Sinn für diese Dinge – ein Problem?

Der Comic erhält 9 von 10 Punkten.

Einige sehen "Geek" als Schimpfwort für Menschen die sich kostümieren rollen- oder miniaturspielen oder sich mit Computern und Büchern abgeben. Von dieser Negativität gibt es im Comic nichts: Die Charaktere in Alina Petes Webcomic haben Spaß und können Realität und Rollenspiel sehr wohl unterscheiden – auch wenn es sich manchmal überlagert.

Realität...

Ein echter Geek wird "Geek" nicht als Schimpfwort verstehen sondern den Titel mit Freuden annehmen, bei aller Ungleichheit und Rivalität zwischen den vielen Coloeurs von Geeks: Star Wars gegen Star Trek ist eine bekannte Gruppe und LARPer werden von vielen belächelt. Die Bandbreite an Geek ist groß: Tabletop Rollenspiele wie Shadowrun oder Dungeons and Dragons; LARPS; Computerspiele von Morrowing bis World of Warcraft oder Knights of the Old Republic; phantastische Bücher und Fernsehserien von Firefly bis Akte X.

Auch die Kern-Gruppe um den (traditionellerweise sardonischen) Spielleiter Noel ist bunt gemischt: Neben Neuzugang Mark gibt es die ruhige Leserin romantischer Fantasy Sarah und die quirlige Kunststudentin Abbie sowie SF-Fan Dustin mit seiner Vorliebe obskurer Zitate. Auch sie teilen nicht alle vorlieben und immer wieder gibt es gutmütigen Streit – Spaß und Gemeinsameiten haben sie dennoch ausreichend.

Viele Nebenfiguren treten der Gruppe für das ein oder andere Spiel bei – denn Weregeek ist nicht an ein einzelnes Spielsystem gebunden sondern wechselt diese: Verschiedene Handlungen tragen die Spieler in die Universen von AD&D, Shadowrun, Warhamme und anderen. Ihre Spielfiguren ähneln ihnen dabei grafisch – sind im Charakter aber oft anders; ein Rollenspiel eben. Natürlich gibt es in der echten Welt auch noch Jobs, aber diese werden meist nur am Rande thematisiert – und auch Nicht-Geeks wie Marks Freundin Jenny spielen eine eher kleine Rolle. Gerade Jenny hat aber das Potential für Drama: Sarah scheint sich in Mark zu verlieben und Jenny weiß nichts über Marks "Geheimes Leben" und könnte es auch nicht verstehen.

...und Rollenspiele

Genau diese Liebelei lebt Sarah in den Rollenspielen aus – bewusst oder unbewusst, aber keinesfalls unbemerkt. Dabei stehen die Charaktere oft in großem Kontrast zu den "realen" Figuren: Sarah spielt beispielsweise extrem extrovertierte Figuren, die quirliege Abbie hingegen kommt ihrer Neigung entgegen, immer Quatsch und Unruhe zu stiften, sei es als Sprengstoff-Expertin oder als Diebin. Die Spielfiguren ähneln dabei den realen Charakteren und lassen sich in der Spielwelt immer auch der Klasse nach erkennen – zumindest dann, wenn man einmal etwas von den Spielsystemen gehört hat. Dies wird bei Rollenspielern meistens der Fall sein, denn für die einige Strips dauernden Spielsitzungen wählt die Autorin die bekannten Systeme. Auch Firefly oder Doctor Who sind keineswegs unbekannt – jedoch weniger als die "Grüßen" und kommen eher im Dialog an der Seite vor.

Verschwimmende Grenzen

Dieser Dialog findet auch während der Spielsitzungen statt: in-character und out-of-character Talk laufen ineinander, lassen sich aber eindeutig zuordnen. Auch verliert keine Figur den Sinn dafür, was real ist. Dennoch verschwimmen die Grenzen in einer Hinsicht: Die Jäger, die schon im ersten Kapitel auftauchen, müssten der Logik nach selbst Rollenspieler sein, jagen aber genau diese und scheinen es als blutigen Ernst zu sehen – ebenso die andere Seite. Ist dies ein vor langer Zeit begonnenes vergessenes Spiel? Der Comic hält die Antwort hier offen. Aber auch durch die Ähnlichkeit von realen Figuren uns Spielcharakteren tragen ein wenig dazu bei, dass die Grenzen verschwimmen – zumal die Weregeeks schließlich auch reale Fähigkeiten erhalten… Das vorläufige Highlight in der Frage nach dem realen bietet aber sicherlich das Halloween-Kino 2011, bei dem es eigentlich gar keine Show zum Film gibt. Dennoch bleiben die Grenzen zwischen Realität und Spiel/Fiktion stets klar und das Verwischen wird als langes Plotelement genutzt in einem Comic der im Allgemeinen über den Spaß am Rollenspiel verschiedenster Art geht und dabei stets die eigene Vorstellungskraft hochhält

Ein Comic für Gamer bei dem Realität und Rollenspiel meist scharfe Grenzen haben, dieser aber stellenweise löchrig werden - und wer ist man wirklich: der man im Rollenspiel endlich sein kann oder der man in der Realität sein muss? Die Comics sind auch in derzeit (Dezember 2011) 3 gedruckten Sammelbänden erschienen, die über die Webseite bestellt werden können.

Zum ersten Comic.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


Leseprobe

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