Buch-Cover, Ulrik van Doorn: Katzentreue

Katzentreue

Serie: Westwelt (#2)Genre: Fantasy
Seiten: 409
Erschienen: 10/2012 (Original: 2012)
ISBN: 978-3-936983-65-4
Preis: 16,90 Euro (Softcover)
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Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

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Zwei Jahre sind vergangen seit die Xion sich des Seelenglases bemächtigen wollten und dabei einen krieg auslösten. Als der Zwerg Ghorg die Katzenfrau Pandoria in der Stadt sieht, ist Sandust entschlossen, sie zu finden: Der Zaubererlord Michaelan sucht sie, denn Pandoria hat das Seelenglas versteckt – und ein wenig Gold für den Hinweis käme sehr gelegen. Doch Sandust soll das Gold nie bekommen: Die Xion sind zurück. Ein Hofmagier des Kaisers wird ermordet; die Magierin Thora angegriffen – das Ziel der Xion ist es ganz klar, Michaelan anzulocken und sich für die Verbannung zu rächen. Überdies scheinen gleich mehrere Parteien nach dem hillenischen Kaiserthron zu greifen. Und da Sandust und Marike den Xion nicht unbekannt sind, geraten auch sie ins allgemeine Chaos.

Das Buch erhält 7-8 von 10 Punkten

Mit "Katzentreue" veröffentlicht Ulrich van Doorn die Fortsetzung des "Sekundanten". Die Geschichte dieses Romans wird mit einem Zeitabstand fortgeführt, schließt aber an die vorhergehende Handlung an. Der Stil des Romans ist der des Vorgängers; die weltumfassende Bedrohung ist hingegen von Beginn an klarer.

Alte Tugenden und lokale Epik

"Der Sekundant" begann mit einem gewöhnlichen Sekundanten, der nach einem Auftrag in größere Ereignisse verwickelt wird, aber im Wesentlichen in kleinem Umfeld agiert. "Katzentreue" verläuft ähnlich: Jener Sekundant, Sandust, betreibt inzwischen mit seiner Frau Marike ein Bordell im sonnigen Hillenas. Ins Abenteuer stürzt er sich als Ghorg die Jinthee Pandoria entdeckt – wobei das Finden der Katzenfrau gar Abenteuer sein soll sondern ungefährlich verdientes Gold. Einen Stich durch die Rechnung machen die auftauchenden Xion, die Sandust und Marike jagen: Sie wissen über das Seelenglas bescheid und kennen Michaelan. Die Handlung bleibt dennoch auf die Hauptstadt Hilleniens beschränkt, wenige Szenen sind Ausnahmen. Erneut spielt die Handlung also auf recht kleinem Raum – und erneut gibt es vielen Szenen und Perspektivfiguren; einzig die weiterreichenden Folgen für die Welt sind dem Leser von Beginn an klar, der bereits von den Xion weiß.

Verwirr- und Rateplot; Intrigen statt Schlachtfeld

Es klang bereits an: Man findet die Xion nicht mit Herren von Gefolgsleuten gegen Michaelan ziehen. Stattdessen stellt sich viel mehr dir Frage: Wo genau sind die Xion überhaupt, was sind neben der Vernichtung des Zaubererlords und dem Erlangen des Seelennglases ihre Ziele? Wie im Sekundanten ist die Geschichte von vielen Perspektivwechseln geprägt. Man erhält fortlaufend Einblicke sowohl in die Hauptcharaktere als auch in andere Figuren, die in eine Vielzahl von Intrigen verwickelt sind. Die Xion sind bereits im Prolog als treibende Kraft präsent – aber in wessen Körper sie nun stecken, darüber mag man lange rätseln und mitunter auch falsch liegen. Nicht immer braucht es eine Besessenheit um Menschen zu verführen. Ein detektivisches Enträtseln ist aber nicht wirklich möglich, denn nie ergibt sich ein vollständiges Gesamtbild. Das macht auch Sinn, denn wie Michaelan sagt geht es den Xion „nebenbei“ auch darum, möglichst viel Chaos auszulösen; passend also, dass niemand einen klaren Überblick hat.

Dezente Fremdheit, viel Handlung

Auch dies ist aus dem Sekundant bekannt: Ulrich van Doorn nutzt uns sehr gut bekannte Dinge und verfremdet sie nur leicht. Was der "Xaffee" ist, ein belebendes Gebräu, braucht nicht explizit gesagt zu werden; "Ticken" und "Rucken" als Zeitangabe machen wie zuvor intuitiv Sinn. Die Geschichte der Welt wird erneut nicht ausgebreitet sondern nur erwähnt. Das mag manchen frustrieren, hält die Handlung aber beim Wesentlichen – was bei den vielen Perspektivwechseln auch nötig ist. Ein Plot, der gleichzeitig die Geschichte der Welt ausbreitet, würde sich verlieren. Dass mit zwei Jahren Abstand auch das Setting erneut eine typisches Fantasy-Setting mit leicht modernem Touch (Schießpulver, Feuerwaffen) ist, verwundert niemanden.

...und was ist jetzt mit Katzen?

Der Titel verwirrte mich zunächst – im Rückblick ist er jedoch äußerst klar. Natürlich! Die Jinthee, die Katzenfrauen. Sie bilden die hillenische Kaisergarde und Pandoria gilt als Deserteurin. Doch unbeantwortete Fragen ziehen die Katzenfrau gerade dorthin zurück, wo man sie am wenigsten vermutet – und noch mehr. Dank der Jinthee-Immunität gegen Magie sind die Katzenfrauen auch ausgezeichnete Verbündete gegen die Xion. Sofern sie denn von der Notwendigkeit überzeugt werden können, gegen diese vorzugehen.

Auch wenn sie den Titel bestimmen: Hauptfiguren sind die Katzen eher nicht. Pandoria wird erst rechts spät greifbar; die Hauptfrau der Jinthee ist nur eine Perspektive unter anderen. Insgesamt entwickeln sich die Figuren weniger stark als im Sekundant – was mit daran liegt, dass man die "alten" Hauptfiguren bereits kennt, mitsamt ihrer Entwicklung. Allerdings sorgt die Vergangenheit mancher Figuren für Überraschungen. Schade ist, dass einigen neuen Figuren Raum zur Entfaltung fehlt – zu schnell geht es mit der nächsten Perspektivfigur weiter. Allerdings gelingt auch nur durch diese schnellen Wechsel das Verwirrspiel um die Xion, die sonst zu schnell gefunden würden.

"Katzentreue" ist eine gelungene Fortsetzung des Sekundanten. Wem der erste Roman gefiel, dem wird auch die Fortsetzung zusagen.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

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