Buch-Cover, Patrick McCormack: Die Hüter des Grals

Die Hüter des Grals

Originaltitel: Albion - The Last Companion [EN]
Übersetzer: Norbert Stöbe
Genre: Historische Fantasy
Verlag: Heyne
Seiten: 559
Erschienen: 06/2003 (Original: 2000)
ISBN: 3-453-87051-4
Preis: 13,00 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 4/5 Grimoires; 8/10 Punkte, Gut bis sehr gut

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Artus Pendragon, der Magister Militum Britanniens und Herr der Tafelrunde ist seit Jahren tot. Seine Gefährten fielen mit ihm in der letzten Schlacht bei Camlann - oder vorher. Der grandiose Sieg von Badon Hill scheint in dunkler Vergangenheit zu liegen, da sowohl Saesoniten als auch Skoten wieder nach neuem Siedlungsland in Albion drängen, während die Lords – ehemals nur durch Artus geeint – ihre alten Intrigen gegeneinander spinnen.

Budoc ist ein Einsiedler. Nachdem er Artus bei Camlann vom Pferd stürzen sah, begab er sich in ein Kloster, doch dort hielt er es nicht lange aus. Er war das Befehlen zu lange Zeit gewohnt und ertrug es nicht, sich nun anderen zu unterwerfen. Budoc wanderte durchs Land und nahm schließlich die Stellung eines Einsiedlers in einem Waldheiligtum an der Küste ein.

Plötzlich jedoch scheint die Vergangenheit über ihn hereinzubrechen. Er wird krank und Träume suchen ihn auf – Träume mit bedrohlichen Vorzeichen, denn Vortepor, der Lord von Dyfed rüstet eine Gruppe Skoten aus, um Budoc zu finden.

Während die Erinnerungen an Artus und die Erlebnisse in der Schlacht an Budoc vorüberziehen, fällt den Skoten die nahe Siedlung zum Opfer. Ein Schamenenfluch hindert Budoc am Fliehen. Hilfe findet er in zwei Soldaten, die vom Herrn des Landes geschickt wurden um ein Saesonitenschiff zu beobachten, das inzwischen von den Skoten geplündert worden ist, in einem entkommenen Saesoniten und einer jungen Frau aus dem Dorf.

Gemeinsam versuchen sie, die Skoten, deren Anführer sie nur zu gut kennen, zurückzuschlagen und Vortepors Plan, den Kelch der Macht an sich zu bringen, zu vereiteln.

„Patrick McCormack[...] erschafft ein vollkommen neues Bild der Artus-Saga“, so schreibt The Observer.

Er hat Recht. Und McCormack macht es gut.

Größter Kritikpunkt ist der recht schleppende Anfang. Das Buch beginnt an verschiedenen Orten: Bei Budoc, bei Vortepor von Dyfed und den Skoten, im Dorf beim Waldheiligtum und bei den Saesoniten. Hinzu kommen sehr viele Rückblenden, die sich zwar im Laufe der Geschichte nahtlos einfügen, zu Anfang jedoch irritieren – insbesondere weil sie eine Unmenge an Namen enthalten. Dies beschränkt sich nicht nur auf Personen, sondern gilt auch für Orte. Es wurden rigoros die alten Namen verwendet, (wie z.B. Ierne, Albany, Dumnonien,) was, hat man sich einmal daran gewöhnt, eine ganz eigene Stimmung erzeugt. Nach den ersten zweihundert Seiten reisst einen die Geschichte mit sich – nicht zuletzt deshalb weil sich alle Beteiligten in die Geschichte Artus‘ einfügen, in die Erinnerungen Budocs, und sich der gesamte Lauf der Dinge nur langsam offenbart, während die Ereignisse der Gegenwart sich überschlagen.

Dies ist kein Buch, das von der Suche nach dem Gral erzählt. Er kommt vor, ebenso wie die Fahrt, die Artus auf sich nahm, um ihn zu erlangen. Hier jedoch wurde ihm von der Bardin Teleri geraten, einen Piraten anzugreifen. In der Folge gelangte er in das Gebiet der Kinder Menestyrs, der Gralshüter.

Ein Punkt, der im Zusammenhang mit Fantasy mehr als ungünstig wirkte war der mehrfach benutzte Ausdruck „als Mittelerde noch jung war“. Tolkien? Jein. Der Ausdruck existierte und bezeichnete die damals bekannte Welt – Tolkien „stahl“ hier. Midden-Erd wäre aufgrund der Verwechslungsanfälligkeit weitaus günstiger gewesen. Der Übersetzer hat auch wieder einmal geschlampt: Schiffe sind weiblich, es muss heißen: „DIE Meerhengst“. An anderer Stelle schwappt er kurz ins Moderne. „In Saus und Braus“ erschient zumindest mir unpassend für einen historischen Roman oder Fantasy. Dies sind jedoch Kleinigkeiten, die sich nicht durch den ganzen Roman ziehen.

Patrick McCormack recherchierte verschiedene alte Quellen und gibt im Anhang einen Überblick über den tatsächlichen Wissensstand um Artus. Für alle, welche Bücher mit historischem Touch und dennoch geheimnisvollen Legenden mögen, eine Empfehlung – wenn man bereit ist, sich auch durch die ersten Seiten zu quälen oder man für solche Mehrfachanfänge und Namenskanonaden unempfindlich ist.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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