Buch-Cover, Terry Pratchett: Echt zauberhaft

Echt zauberhaft

Originaltitel: Interesting Times [EN]
Serie: Scheibenwelt (#17)
Übersetzer: Andreas Brandhorst
Genre: Humoristische Fantasy
Verlag: Goldmann
Seiten: 345
Erschienen: 03/1997 (Original: 1994)
ISBN: 3-442-41599-3
Preis: 10,00 Euro (Softcover)
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Der Patriarch von Ankh-Morpok hat KEINE Post bekommen, die NICHT von einem Albatross stammt, welcher NICHT auf dem Gegengewicht-Kontinent zur Nachrichtenübermittlung benutzt wird und NICHT auffordert den „Großen Zaubberer“ zu schicken.

Klare Sache, dass hier etwas unternommen werden muss. Zwar erwägt Erzkanzler Ridcully zunächst, den Dekan auf diese Art in Urlaub zu schicken, doch dann fällt ihm wieder ein, wo er jene ungewöhnliche Schreibweise des Wortes Zauberer schon einmal sah: Bei Rincewind.

Dieser ist – wie gewöhnlich – nicht gerade begeistert, gestört zu werden, zumal er gerade auf einer einsamen, langweiligen Insel lag. Nach der Androhung, ihn einen Kopf kürzer zu machen, stimmt er jedoch widerwillig zu, sich mittels Magie ins achatene Reich transportieren zu lassen.

Nachdem allein schon seine Ankunft einen „Bellenden Hund“ in die Universität beförderte und eine kleine Einheit Soldaten außer Kraft setzt, macht sich Rincewind daran, seine Lage zu sondieren. Alte Bekannte erwarten ihn: Cohen, der Barbar ist tatsächlich in Gefangenschaft geraten. Nachdem Rincewind ihn befreit hat wird er zur „Grauen Horde“ geführt – Cohen will im achatenen Reich etwas ganz besonderes stehlen, genauer gesagt: in der Verbotenen Stadt von Hunghung.

Grund genug, für Rincewind, in die Gegenrichtung zu verschwinden.

Unglücklicherweise sehen das Schicksal – oder die Lady – wieder einmal etwas anderes für ihn vor, denn „der große Zaubberer“ ist nicht nur Teil der achatenen Legenden sondern hat auch seinen Part in einem Komplott Lord Hungs und den Plänen der Roten Armee zu spielen, welche den Kaiser stürzen wollen.

Rincewinds Entsetzen steigert sich um so mehr, als er die grauenvoll höflichen Methoden der Armee erkennt und begreift, was diese „Revolution“ auslöste. Es scheint, als ob der Ferienbericht, den Zweiblum nach seinem Urlaub schrieb (siehe „Die Farben der Magie“ und „Das Licht der Phantasie“), weite Kreise gezogen hat.

Der achatene Fluch – „Mögest du in interessanten Zeiten leben“ – bewahrheitet sich für Rincewind: Die Zeiten sind außerordentlich interessant...

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten

Rincewinds permanente Flucht führt ihn diesmal durch ein weit entferntes Land, das eine Kombination aus China - dem Reich der Mitte - und Japan darstellt. In der Heimat der intelligenten Birnbäume ändert sich aber wenig an den ewigen Prinzipien – so auch nicht daran, dass Rincewind grundsätzlich auf der Flucht ist. Während Barbaren versuchen, einigermaßen zivilisiert zu werden und sich die Bevölkerung bemüht, eine höfliche Revolution durchzuführen – wobei die Lords zu den bewährten Mitteln jahrelanger Folter und des sofortigen Enthauptens greifen – begreift der Zaubberer das ganze Ausmaß von Zweiblums Urlaub und wünscht sich nichts sehnlicher, als weit weg zu sein.

Neben vielen kleinen und größeren Witzeleien finden sich in diesem Buch jedoch auch Phasen, denen ich absolut nichts abgewinnen konnte. Von Kanonen bis (unheimlich soliden) Papierwänden, unabwendbarem Gehorsam und Terrakottakriegern wird zwar alles persifliert, was allgemein vom irdischen Pendant bekannt ist, aber der Ausgang ist zu vorhersehbar. Schon Cohens „Horde“ (deren Name mich enorm an Graue Panther erinnert) lässt nur ein Ende für diesen Handlungsstrang offen – schließlich haben sie nichts anderes gelernt als zu kämpfen und zu überleben.

Aber selbst, die Tatsache, dass man weite Teile der Geschichte voraussehen kann ändert nichts an der Kurzweil: Die meisten Witze sind gut und bringen einen schon mal zum Grinsen.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


Zitat(e) aus dem Buch

  • Nach dem Philosophen Ly Schwatzmaul findet man immer dort besonders viel Chaos, wo man nach Ordnung sucht. Das Chaos besiegt die Ordnung, weil es besser organisiert ist.
  • Heureka sagte er. "Das ist Ephebianisch", teilte Cohen der Horde mit. "Es bedeutet: 'Gebt mir ein Handtuch.'"

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