Buch-Cover, Terry Pratchett: Total verhext

Total verhext

Originaltitel: Witches Abroad [EN]
Serie: Scheibenwelt (#12)
Übersetzer: Andreas Brandhorst
Genre: Humoristische Fantasy
Verlag: Goldmann
Seiten: 320
Erschienen: 07/1999 (Original: 1991)
ISBN: 3-442-42131-4
Preis: 8,00 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

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Die Zauberer der Scheibenwelt wissen genau, wann sie zu sterben haben. Das gilt auch für Hexen. Und auch für Gute Feen. Als die Stunde ihres Todes naht, hat jene Gute Fee vorgesorgt: Die Aufgabe, die zu erledigen ist, ist in mehr oder weniger fähigen Händen: Ihr Zauberstab ging an die Hexe Magrat.

Zusammen mit einem Brief: Oma Wetterwachs und Nanny Ogg sollen auf gar keinen Fall mit ihr zusammen Nach Gennua reisen, wo verhindert werden muss, dass ein Stubenmädchen den Prinz heiratet.

Unschwer zu erraten, was Oma und Nanny davon halten... Zumal es ihnen doch etwas merkwürdig vorkommt - soll nicht normalerweise das Stubenmädchen den Prinzen heiraten und die Gute Fee, die Magrat nun ist, dafür sorgen, das dies geschieht?

Als sich die drei Hexen Gennua nähern, stellen sie jedoch fest, dass die Geschichten hier nicht einfach geschehen sondern gemacht werden um zu geschehen. Die zweite Fee, die einfach dazu gehört, setzt Spiegelmagie ein um Geschichten zu weben, die noch größere Macht verleihen - und die nüchtern-realistisch eingestellte Esmeralda Wetterwachs kennt die Person, die sich nun Lilith nennt und das Schicksal der Menschen zugunsten wahnwitziger Geschichten verdreht...

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

Die drei Hexen gehören genau genommen nicht zu meinen Lieblingscharakteren auf der Scheibenwelt. Ich mag sie, insgesamt gesehen, einfach nicht besonders - dies nur als Vorbemerkung.

In diesem Roman widmet sich Pratchett ganz der Macht der Geschichten und welche Wirkung sie haben. Dies ist durchaus übertragbar. Man nehme nur einen Spaziergang in einem alten Wald voll verkrüppelter Bäume, am besten noch ein alter Grabstein irgendwo oder eine verfallene Villa: wem fallen dabei nicht alte Schauergeschichten ein? Und hat nicht jeder schon einmal aus einer solchen oder ähnlichen Situation heraus Angst verspürt, die er später gar nicht mehr nachvollziehen konnte?

Auf der Scheibenwelt herrscht natürlich der narrative Imperativ (siehe z.B. "Die gelehrten der Scheibenwelt"): die Geschichten HABEN zu geschehen. Und genau genommen auch gar keine Wahl. Wenn dann noch hexerische Feenmagie ins Spiel kommt und diese Magie nutzt, hat man so etwas wie ein Perpetuum Mobile: Geschichten, die Magie erzeugen, die Geschichten erzeugt...

Jeder wird die Geschichten, aus denen Teilepisoden entlehnt sind, wiedererkennen, auch wenn sie bisweilen auf ungewöhnliche Weise in Frage gestellt werden: was ist das denn für ein Wolf, der sich in fremde Betten schleicht und redet? Aber nicht nur die Geschichten an sich werden persifliert. Bemerkenswert ist ebenfalls Nanny Oggs außerordentlich -äh- außerordentliche Kenntnis des Ausländischen sowie das Geschick Oma Wetterwachs', sich auch diesmal wieder um Zauberei zu drücken.

In jedem Fall hatte das Werk einige geniale Szenen - wie auch die Nebenauftritte des gewissen Herrn, der nur in großen Buchstaben redet. Letzten Endes ist es wohl meiner Antipathie den drei Hexen gegenüber (woher auch immer sie rührt - eventuell der Lebensstil insbesondere von Nanny und Magrat? Ich kann es nicht sagen) zu verdanken, dass dieses Buch "nur" 7 Punkte erhält. Gut ist es in jedem Fall, jedoch würde ich Neulesern in jedem Fall zu einem anderen Buch raten.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


Zitat(e) aus dem Buch

  • Der Sünden Sohn ist der Tod, doch früher oder später wird auch die Tugend auf diese Weise bezahlt. Aber wenigstens hat das Böse Freitag früh Feierabend.

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