Buch-Cover, André Wiesler: König der Diebe

König der Diebe

Serie: Das Schwarze Auge (#73)Genre: Fantasy
Verlag: Heyne
Seiten: 332
Erschienen: 04/2004 (Original: 2004)
ISBN: 3-453-87076-X
Preis: 7,95 Euro (Softcover)
Schlagworte: DämonenDiebeMord
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Grimoires.de    
Wertung: 4/5 Grimoires; 8/10 Punkte, Gut bis sehr gut

8/10

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Wertung: 3/5 Grimoires; 7.4/10 Punkte, Gut

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Seit mehreren Götterläufen ist Hangard von Wiesenfeld der König der Diebe von Rommilys. Doch dieses Jahr geht einiges schief. Nicht nur, dass er irrtümlich für den Liebhaber einer Schmugglertochter gehalten wird, er hat auch noch Konkurrenz bekommen: Eine Diebin wagt es, ihn herauszufordern und ist sogar so dreist, die Stadtflagge unter - oder vielmehr über - den Augen der Rabengarde zu stehlen.

Gemeinsam mit dem Mondschatten einigen sich die beiden auf einen fairen Wettkampf: Derjenige, der in den verbleibenden 10 Tagen bis zum Tag des Phex den größeren Diebstahl vollbringt, soll den Titel bekommen.

Hangard hat es dabei auf ein geradezu tollkühnes Ziel abgesehen: Er will einen Magier der KGIA ausrauben. Der Diebstahl gelingt, auch wenn er nur eine wertlose Statuette erbeutet.

Bald danach ist der Wettstreit vollkommen unbedeutend geworden, denn die Diebe finden sich zwischen KGIA, herumziehenden Tobriern, Dämonenanbetern und einer konkurrierenden Diebesbande wieder. Außerdem kam es zu grausigen Morden und allem Anschein nach haben es alle auf die Statuette abgesehen.

Das Buch erhält 8 von 10 Punkten

Wer zuletzt den Titel "König der Diebe" erhält, ist zumindest mir schon auf Seite 38 klar. Macht aber nichts. Ebensowenig stört das nebenbei integrierte Romeo und Julia Element. Die Geschichte ist äußerst spannend geschrieben. Trotz des vorhersehbaren Endes gelingt es dem Autor, den Weg dorthin nicht offensichtlich zu zeigen und den Leser zum Weiterlesen zu animieren.

Die Integration in die Welt ist gleichfalls gelungen - man merkt, dass das Roman eindeutig für Aventurien geschaffen und nicht adaptiert wurde; o.g. R & J Element wirkt nicht störend sondern vermittelt vielmehr ein Stück des normalen Alltags Hangards.

Verwirrend empfand ich vor allem die Bezeichnung "Adeptus minor/maior" für einen AUSGEBILDETEN Magier. Soweit ich weiss ist Magus/Maga üblich, Adeptus/Adepta erweckt den Anschein, dass sich die betreffende Person nur in der Ausbildung befindet. Ebenso frage ich mich, ob der Autor ein Problem hat, "Brüste" zu schreiben oder ob der Korrektor aus irgendwelchen Gründen in "Büste" änderte - in gewissen Fällen ist ersteres doch irgendwie stimmiger und angebrachter.

Überaus passend war der angedeutete Humor, sei es ein Kommentar zum Immanspiel oder die pure Entwicklung der Geschichte. Eher ungewöhnlich - nicht unbedingt schlecht sondern Geschmackssache - ist die Form: Die Kapitel sind kurz und stetig von Interludien gefolgt.

Der Autor sah auch (zu Recht) keine Notwendigkeit, alles haarklein zu erklären. So findet sich eine Andeutung über die Entstehung eines Dämons, welche fast jeder DSA-Spieler deuten können wird, die aber nicht zum Verständnis nötig ist - ein weiteres kleines Indiz für die Verankerung in der Welt.

Bleibt zum Schluss eigentlich nur zu bemerken, dass mir erst nach vollendeter Lektüre einfiel, mit was man "König der Diebe" sonst verbindet: Robin Hood. Mit diesem hat es zum Glück wenig zu tun.

Ein schöner Band der DSA-Reihe die mittlerweile eher selten durch mangelnde Qualität enttäuscht. Man darf beruhigt zugreifen und auf weitere gelungen Bücher des Autors hoffen.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


Zitat(e) aus dem Buch

  • Wobei [...]Freundschaftsspiel immer ein mehr als unpassender Ausdruck für eine Zusammenkunft gewesen war, die hauptsächlich darauf abzielte, so viele Spieler der gegnerischen Mannschaft wie möglich zu verletzen. Natürlich war da auch noch ein Ball, aber der schien mit voranschreitendem Spiel immer unwichtiger zu werden.
  • Wie sagt doch das Sprichwort? Dem Magier ist die gerade Sprache wie ein Abort - er muss sie benutzen, aber sie dünkt ihm schmutzig.

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Diese Rezension bewerteten 6 positiv und 2 negativ. (8175 Leser bisher.)


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Lesermeinungen:

Name: Andrè Pietroschek (Website) Bewertung: Wertung: 3/5 Grimoires; 6/10 Punkte, Kann-Lektüre (6) Datum: 28.08.2017 14:35:48
Adeptus-Ränge: Mehr oder minder gekonnte Anspielungen auf hermetische Magick gibt es in den Genres Fantasy und Horror noch heute. Doch zum Glück lassen Idiotien, wie die Chaos-Magick Weltbild Suggestion via solchem Stuss, ODER das Rekrutieren für Aleister Crowley und Anton Szandor La Vey, inzwischen durch gesteigerte Bildung und Aufklärung nach.

Ich selbst bin ein jahrzehntelanger Verfechter der Diebesklassen und Schurken-Rollenspiele. Dennoch ekelt es mich inzwischen an, wenn mal wieder jemand Großmutter's Weisheiten aufkocht (schlecht kopiert nacherzählt). Und ja, weil mir das regelmäßig selbst passiert, fühle ich mich als Hobby-Autor dann gleich immer kritisiert UND vom Leben verunglimpft. ;-)

Mein Problem: Kriminelle halten sich nicht an Regeln. Selbst eine phex-treue Diebesgilde wäre also gefüllt mit Leuten, die jahrelang mit Räubern, Vergewaltigern, oder Mördern klarkommen und rechnen mussten, weil dieses Umfeld nunmal nicht von Phex oder Praios persönlich ferngehalten wird und sich die gewaltfreien Diebe ja gegen "Im Namen der Habgier" entscheiden und sich so selbst gewaltfreier und "edler" verhalten.

Wenn jeder Sozialarbeiter und jeder Jugendliche aus "gewissen Szene-Subkulturen" gleich tonnenweise mehr über Diebe weiß, als der Autor, dann gibt das Punktabzug. Romantisiert und hochstilisiert ist ja ganz fein, aber es ist mir persönlich schon "zu unerwachsen" für das DSA-typische, heroische Rollenspiel. Ich bin allerdings auch schon länger auf Erden, hatte schon Sex UND muss nicht immer erst meinen Betreuer oder Psychiater austricksen, um was zu veröffentlichen, dass besser nie geschrieben worden wäre. LOL.


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