Buch-Cover, Terry Pratchett: Gevatter Tod

Gevatter Tod

Originaltitel: Mort [EN]
Serie: Scheibenwelt (#4)
Übersetzer: Andreas Brandhorst
Genre: Humoristische Fantasy
Verlag: Heyne
Seiten: 330
Erschienen: 05/1995 (Original: 1987)
ISBN: 3-453-08850-6
Preis: 7,95 Euro (Softcover)
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Wertung:  
Grimoires.de    
Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

7/10

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Wertung: 4/5 Grimoires; 8.7/10 Punkte, Gut bis sehr gut

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Mort hat ein echtes Problem: Er ist ungelenk und wirkt, als habe er mehr Gelenke, als er haben soltle. Zudem tendiert er zu einer wenig praktischen Sicht der Dinge und hinterfragt, was nun gar nicht zu einer bäuerlichen Einstellung passt. So beschließt sein Vater schließlich, ihn in die Lehre zu schicken. Nachdem Mort von allen anderen abgelehnt wurde, nimmt TOD persönlich ihn als sein Lehrling an.

Was zunächst ungewöhnlich erscheint, entwickelt sich langsam zum Gefallen Morts, ja, er beginnt sogar, die Gewohnheiten TODs anzunehmen, während dieser beginnt, die Genüsse der Menschen kennenzulernen. Alles könnte also gut sein, wäre da nicht diese kleine Problem mit der Prinzessin gewesen, die eigentlich hätte sterben sollen. Statt dessen verliebte sich Mort in sie und nahm die Seele des Assassinen mit. Unglücklicherweise gibt es so etwas wie Schicksal. Und das Schicksal lässt sich nun einmal nicht davon überzeugen, dass etwas anders verlaufen ist, als es sollte...

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten

Tod gehört wohl zu den Lieblingsfiguren auf der Scheibenwelt. Mindestens zu meinen. Allerdings erreicht er in diesem Werk nicht die Leistung wie zum Beispiel in "Alles Sense". Dies ist keinesfalls gleichbedeutend damit, dass das Buch absolut schlecht ist. Es lädt genau genommen einfach weniger auf TOD als Person, das eigentliche Thema ist vielmehr das Schicksal, Kismet, die Vorherbestimmung - und Pratchett zeigt auf, wie sich dieses Gebilde dagegen wehrt, nicht erfüllt zu werden.

Dabei gewinnt TOD erstaunliche Züge: während er zusehends menschlicher wird, verliert Mort diese Eigenschaften langsam und spricht schließlich sogar in GROSSBUCHSTABEN. Die vergeblichen und irrwitzigen Versuche, den menschlichen Geist Dinge sehen zu machen, die er nicht sehen will - etwa Tod aber auch jenes was laut Vorherbestimmung nicht da sein sollte - sorgen neben anderem für den nötigen Witz - wie auch die langsamen Veränderungen an Mort und Tod.

Genial sind hier die ersten Aufträge Morts: Hexen haben gewisse Ansprüche an ihr Ableben und die Äbte fernöstlicher Religionen einen Anspruch auf Reinkarnation - was sie gar nicht einmal so beglückend finden. Überhaupt gefielen mir die konkreten "Einsätze" Tods und seiner Vertretungen in nahezu jedem Buch.

Gegen Ende des Werkes empfand ich den Kampf gegen das sich selbst einfordernde Schicksal jedoch nicht mehr sonderlich humorig. Anspielungen auf eine elend lange Priesterlitanei konnten nur noch leichtes Lächeln hervorrufen, nachdem die zuvor reichlich vorhandene Spannung gut ausreichte. Das Ende bedient sich schließlich doch sehr der "Göttlichen Maschine". Wobei man dies dem Autor schlecht ankreiden kann, denn hier ist dies wie so oft bei Pratchett auch im wortwörtlichen Sinn zu lesen.

Am Ende würde ich "Gevatter Tod" nicht als erste Scheibenwelt-Lektüre (oder TOD-Lektüre) empfehlen, als weitere durchaus. Fans von TOD werden so wie so zugreifen, egal was ich sage, jedoch sollten sie nicht unbedingt ihn selbst im Zentrum des Werkes erwarten, vielmehr sein "Umfeld".

Humor ist die wohl heikelste Sache. Mein Geschmack war in diesem Werk nicht zu hundert Prozent getroffen, dies werden aber sicher jede Menge Leute anders empfinden. Bleibt für mich persönlich festzuhalten: Die weiteren Bände der "Tod-Unterserie" fand ich gelungener.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


Zitat(e) aus dem Buch

  • "DIE ZEIT IST WIE EIN BREITER STROM, DER AN DEN GESTADEN DES SCHICKSALS VORBEIFLIESST, SEHNSÜCHTE UND HOFFNUNGEN FORTTRÄGT..." "Herr!" "WAS?"
  • "Mir scheint, du hast weder besondere Fähigkeiten noch irgendwelche Talente. Vielleicht solltest du dich als Lehrer versuchen."

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