Buch-Cover, Martina Kempff: Die Königsmacherin

Die Königsmacherin

Genre: Historischer Roman
Verlag: Piper
Seiten: 455
Erschienen: 03/2005 (Original: 2005)
ISBN: 3-492-04657-6
Preis: 19,90 Euro (Hardcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 3/5 Grimoires; 6/10 Punkte, Kann-Lektüre

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Wertung: 4/5 Grimoires; 8.1/10 Punkte, Gut bis sehr gut

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Das junge Edelfräulein Bertrada soll mit Pippin dem Kurzem vermählt werden. Pippin ist der Verwalter des fränkisches Reiches und steht dessen Heer vor. Auf der Reise zu ihrem künftigen Ehemann werden Sicherheitsvorkehrungen getroffen um die Adelige vor Räubern zu beschützen. Ihre Milchschwester Leutberga, die Bertrada sehr ähnlich sieht, nimmt ihren Platz in der Sänfte ein; Bertrada folgt dem Zug zu Pferde.

Als Bertrada zurück bleibt um ein verlockendes Bad in einem Bach zu nehmen, passiert etwas schicksalhaftes. Sie wird von einem Edelmann überrascht und vergewaltigt. Als endlich nach ihr gesucht wird, versteckt sie sich, fassungslos über diese Schande. In ihrer Not trifft sie im Wald auf eine weise Frau, bei der sie eine Unterkunft findet. Dort bleibt sie eine längere Zeit in der ihr die alte Frau alles über Kräuter beibringt und sie wieder aufrichtet.

Bertrada beschließt sich zu Fuß zu dem Kloster auf zu machen, das anlässlich ihrer Geburt gegründet wurde und in dessen Nähe ihre Großmutter lebt. In abenteuerlicher Verkleidung und mit einem entlaufenen Sklaven als Gefährten erreicht sie nach einer langen Reise ihr Ziel. Obwohl sie ihre wahre Identität nicht preis gibt, wird sie von der Großmutter freundlich aufgenommen. Nun beginnt für Bertrada ein ruhiges, aber erfülltes, zurückgezogenes Leben.

Als Pippins Bruder Karlmann beginnt ihr den Hof zu machen, erfährt sie, dass Leutberga an ihrer Statt die Ehe mit Pippin eingegangen ist, Natürlich ist es ihr nicht möglich den Antrag anzunehmen und sie wahrt weiterhin ihr Inkognito. Doch bald wird ihr das unmöglich gemacht. Sie begegnet Pippin, der sich als ihr Vergewaltiger heraus stellt. Die betrügerische Leutberga und ihre Mutter die den Schwindel aufrecht erhalten hat, werden von Pippin grausam hingerichtet und Bertrada wird insgeheim mit Pippin vermählt.

Hier verlässt die Geschichte den Bereich der Sage und hält sich an die geschichtlichen Fakten. Karlmann geht in ein Kloster und überlässt Pippin das Frankenreich, das dieser noch vergrößert. Bertrada, der als Kind prophezeit wurde, sie würde Mutter und Gemahlin von Königen, betreibt Pippins Ernennung zum König, die mit der Hilfe des Papstes realisiert wird. Die Königsherrschaft der Karolinger im Frankenreich beginnt.

Im Gegenzug sind Pippin und sein Heer maßgeblich daran beteiligt, dass der Papst und die Kirche sich gegen die Langobarden und andere durchsetzen und der Kirchenstaat gegründet wird. Bertrada schenkt Pippin zwei Söhne und eine Tochter. Einer ihrer Söhne wird als Karl der Große in die Geschichte eingehen.

Das Buch erhält 6 von 10 Punkten.

Sicherlich kann Martina Kempf schreiben. Solange das Buch im Bereich der Sage bleibt ist es unterhaltsam. Danach dreht es sich vorrangig um politische oder religiöse Zusammenhänge, die in dieser Ausführlichkeit in einem klassischen Geschichtswerk besser aufgehoben wären und negativ auf die Qualität der Erzählung wirken.

Wer kein Problem damit hat, in einem Buch 8 Päpste und 4 Könige der Langobarden auseinander zu halten, kann vielleicht Spaß daran haben; ich fand es sehr anstrengend.

Die Wortwahl ist sicherlich der beschriebenen Zeit angemessen, aber ebenfalls sehr anstrengend, da massiv zeitgenössische und lateinische Worte verwendet werden. Wer auf den ersten Seiten überlesen hat, dass ein Genitium eine Tuchmacherei ist, sucht später entweder mühsam nach dem ersten Vorkommen dieses Wortes oder fragt sich den Rest des Buches was wohl ein Genitium sein könnte. Ein Begriff der so häufig verwendet wird, sollte meiner Meinung nach unbedingt im Glossar stehen.

Gerne würde ich einen fiktiven Roman von ihr lesen, da sie doch wesentlich freier und spannender schreibt, wenn sie sich nicht an tatsächliche Gegebenheiten zu halten hat.

Fazit:

Wer etwas unterhaltsames im Stil von Tania Kinkel erwartet wird enttäuscht sein. Ich kann dieses Buch allenfalls eingefleischten Geschichtsfans empfehlen.

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Avatar von Varla Rezension von: (Grimoires.de)

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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Lesermeinungen:

Name: Gast Bewertung: Wertung: 5/5 Grimoires; 9/10 Punkte, Sehr gut (9) Datum: 11.01.2013 13:59:44
locker-flockig, atmosphärisch dicht, kenntnisreich, psychologisch einfühlsam, dabei durchaus überraschend in der persönlichen Entwicklung Bertradas, - die wenigen eher unbekannten Spezialbegriffe lassen sich schnell "googlen"!
Optimale Urlaubslektüre !

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