Buch-Cover, Terry Pratchett: Schweinsgalopp

Schweinsgalopp

Originaltitel: Hogfather [EN]
Serie: Scheibenwelt (#20)
Übersetzer: Andreas Brandhorst
Genre: Humoristische Fantasy
Verlag: Goldmann
Seiten: 414
Erschienen: 05/2003 (Original: 1996)
ISBN: 3-442-43779-2
Preis: 8,90 Euro (Softcover)
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Die Revisoren hassen Leben. Das geht gewissermaßen mit ihrem Beruf einher: Sie registrieren alles, was es im Multiversum gibt. Leben hat allerdings die Tendenz zum Chaos, ist ständig in Bewegung. Daraus ergibt sich zwangsläufig eine Feindschaft.

Die neueste Idee der Revisoren: Sie heuern die Assassinengilde an, um den Schneevater zu ermorden. Was bei einer theoretisch nur in der Vorstellung der Leute existierenden Person ein wenig komplizierter ist, zumal sie gänzlich ausgelöscht werden soll. Doch da gibt es Kaffeetrinken, der in der Tat eine Idee hat, wie er den Schneevater töten kann.

Wenig später entsteht ein Glaubensvakuum auf der Scheibenwelt: Der Schneevater ist plötzlich verschwunden und die verrücktesten Personifikationen nehmen Gestalt an. Und da ist noch ein weiterer Punkt: Der Schneevater darf nicht vergessen werden und so schlüpft TOD in seine Er hegt den Verdacht, dass, sollte es ihm nicht gelingen, den Glauben an den Schneevater aufrecht zu erhalten, die Sonne am nächsten Tag nicht mehr aufgeht.

Das Buch erhält 8 von 10 Punkten.

Aufgrund der Handlung ist "Schweinsgalopp" besonders für die Weihnachtszeit geeignet - schließlich ist der Schneevater in etwa das Gegenstück unseres Weihnachtsmannes. Darf man "Schweinsgalopp" deshalb nur im Winter lesen? Definitiv nicht, immerhin landeten bereits Weihnachtsfilme in den sommerlichen Kinocharts. (Und ja, das ist mein Ernst; nicht nur die Scheibenwelt ist verrückt!)

In diesem Buch gibt es im Wesentlichen drei "Hauptrollen". Tod als Schneevater, der langsam aber sicher Gefallen an dem "Aushilfsjob" findet. Diesen Job hat er selbstverständlich nur übernommen, weil er gemacht werden muss und weil die Revisoren die Regeln zuerst gebrochen haben.

Susanne, Tods Enkelin, sieht das etwas anders. Sie ist der Meinung, dass ihr Großvater sich einmal mehr zu sehr in eine Rolle hineinversetzt hat und langsam am Durchdrehen ist. Immerhin hat er ein seltsames Interesse für die Menschen entwickelt - und das bei seinem Beruf! Also zieht sie auf eigene Faust los, um herauszufinden, was los ist - im Besonderen, warum ausgerechnet der spindeldürre Tod in die Rolle "des Dicken" schlüpft.

Und dann sind da noch die Zauberer der Unsichtbaren Universität, die wahrlich kein Problem damit haben, Glaubensvakuen durch verrückte Ideen zu füllen...

In diesem Buch spielen zwei meiner favorisierten Charaktere Hauptrollen: Tod und die Magier. Allerdings schien es mir so, dass Tod ein wenig im Hintergrund steht. Er ist der Aufhänger, aber mit den Auswirkungen der Angelegenheit kämpfen andere, primär Susanne und die Magier. Man sollte also keine Geschichte erwarten, bei der Tod im absoluten Mittelpunkt steht. Dann nämlich ist die Handlung gelungen, spannend und gut: Zwar kann man sich denken, warum einige Dinge passieren, aber wie bei Pratchett üblich sind es viel mehr die Lösungsansätze, die zählen. Allerdings gibt es einige kleinere Durststrecken und gegen Ende laufen einige Handlungsstränge - insbesondere um den Assassinen (dessen Namensbetonung in der Übersetzung jeden Witz vermissen lässt, schade) - aus, ohne den gewohnten und geliebten Humor zu versprühen.

Dennoch bleibt "Schweinsgalopp" für mich ein Buch, das ich zur Weihnachtszeit sicher noch einmal hervorkramen werde - und sei es nur, um jemanden zu beweisen, dass es den Weihnachtsmann gibt.

Bleibt noch der Titel: Inhaltsbezogen? Sicher, denn der Wagen des Schneevaters wird von Schweinen gezogen. Ob man jedoch durch den Titel auf diesen Inhalt kommt, weiss ich nicht und zweifle. Vermutlich sind nur Skurrilität gewohnte Scheibenwelt-Leser geneigt genug, einen Blick darauf zu werfen. Als Einstieg ist das Werk allerdings auch nicht zu empfehlen - in diesem Fall fehlen einfach Vorkenntnisse über Tod, die Revisoren und die Magier.

Fazit: Ein scheibenweltlich-konfuses Weihnachtsmärchen (bzw. Sylvestermärchen) nicht nur für die Weihnachtszeit.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


Zitat(e) aus dem Buch

  • "Der Bursche ist übergeschnappt." "Er ist exzentrisch." "Worin besteht der Unterschied?" "Aus einer Menge Geld."

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