Buch-Cover, Howard Phillips Lovecraft: Der Ruf des Dämon. Dunkle Geschichten

Der Ruf des Dämon. Dunkle Geschichten

Serie: Der Ruf des Dämon (#1)
Sprecher/Regie: Simon Jäger (et al.)
Genre: Fantasy Horror
Verlag: Eichborn
Spieldauer (Min): 90
Erschienen: 10/2005 (Original: 2005)
ISBN: 978-3-8218-5391-8
Preis: 19,95 Euro (CD)
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Grimoires.de    
Wertung: 4/5 Grimoires; 8/10 Punkte, Gut bis sehr gut

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Wertung: 5/5 Grimoires; 10/10 Punkte, Ausgezeichnet

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“Der Ruf des Dämon“ ist eine Zusammenstellung von zwei Kurzgeschichten H.P. Lovecrafts, untermalt von Musik und gelesen von Simon Jäger und Simon Newby.

Auf der ersten CD findet sich "Der Hund", die Geschichte eines Grabräubers: Pure Langeweile trieb den Erzähler und seinen Freund in die verschiedensten Philosophien und schließlich zu den Dekadenten. Dort wiederum fanden sie nur noch an der Grabräuberei, der dunklen und morbiden Faszination, Freude. Doch eines Tages heben sie ein ganz besonderes Grab aus und seitdem ist ständig das Heulen eines Hundes hörbar...

Auf dieser CD finden sich auch 3 Gedichte. Sie sind allesamt stimmungsvoll gelesen und finden sich auch im Begleitheft abgedruckt, jedoch nur auf englisch. Hier wäre mit einer Übersetzung eine nicht unbedingt nötige aber nette Verbesserung möglich gewesen.

Die zweite Geschichte, “das Fest“, ist auf weniger direkte Weise mit Horror geladen: Sie handelt von einem "Fremden", den sein Erbe zum Julfest zu einer uralten Stadt führt. Dort trifft er auf die Nachkommen seiner Ahnen, die gemäß alter Weisungen alle 100 Jahre ein ganz besonderes Fest feiern und mehr als ungewöhnlich wirken.

Das Buch erhält 8 von 10 Punkten.

Zusammen mit der Begleitung durch das "Orchester der Schatten" ist hier ein exzellentes Horror-Hörbuch gelungen. Die Musik trifft nahezu immer die Stimmung des Gelesenen und die Stimmen der Leser tun ein Übriges dazu. Auch auf das erste Lauschen unpassend klingende, "fröhliche" Musik wird durch die Erklärung des Lesers schnell passend, nur leider fragt man sich doch einige Augenblicke, was dies soll. Im Ganzen gesehen ist die Begleitung aber überaus gelungen - deutlich besser als in anderen Hörbüchern. Nicht zu Unrecht vergleicht das Beiheft die Musik mit dem Begleitorchester eines Stummfilms.

Die erste Geschichte ist mehr geeignet für jene, die direkten Horror mit unsichtbaren, langsam jagenden Geisterwesen mögen. Er beginnt sofort an einem durchweg düsteren Ort, spielt auf Friedhöfen. Dennoch weiß jeder, der Lovecraft kennt: Kettensägenmassaker und ähnliches gibt es nicht. Sicher, es gibt blutig verstümmelte Leichen, aber diese werden “einfach so“ gefunden. Der Grund ihres Ablebens bleibt ungewiss und der eingeflößte Schrecken bleibt subtiler als bei jenen Romanen, die auf das Zerstückeln an sich aus sind.

Dies ist beim zweiten Werk noch stärker ausgeprägt. Hier gibt es einen Fremden, der dem Ruf seiner Ahnen folgt. An sich könnte dies harmlos sein, und auch eine Kirche und Glaubensgemeinschaft kann eher Gefühle der Sicherheit vermittlen. Lovecraft und den Vorlesern gelingt es hier jedoch problemlos, den - zugegebenermaßen kleinen - Schritt zu machen, um das Gefühl der Sicherheit in ein Gefühl zunehmender Besorgnis zu wandeln, bis der Schrecken seinen Höhepunkt erreicht, nicht zuletzt dank der Erwähnung des berühmt-berüchtigten "Necronomicon".

Einziger größerer und nicht einmal echter Kritikpunkt: Es ist kurz. Beide Geschichten dauern zusammen etwa 90 Minuten und auch die Gedichte sind hier bereits mit eingerechnet. Es sind schöne, abgeschlossene Geschichten, die durchaus eine Gänsehaut verursachen können. Aber es sind Kurzgeschichten – was an sich kein Manko ist. Dessen sollte man sich aber bewusst sein, dann wird jeder Fan von Horror im subtilen Stile Lovecrafts seine Freude an diesem Hörbuch finden: Schleichender Schrecken für alle, insbesondere jene, die musikalische Begleitung schätzen, die das übliche Maß überschreitet.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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