Buch-Cover, William Shakespeare: Macbeth

Macbeth

Originaltitel: Macbeth [EN]
Übersetzer: Dorothea Tieck
Genre: Phantastische Klassiker
Verlag: Reclam
Seiten: 80
Erschienen: 1986 (Original: 1606)
ISBN: 3-15-000017-3
Preis: 2,10 Euro (Softcover, Sonderformat)
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Als Macbeth und sein Waffengefährte Banquo vom Schlachtfeld zurückkehren, treffen sie auf drei seltsame Schwestern, die seltsame Prophezeiungen aussprechen: Macbeth soll König werden, Banquo selbst kein König doch Beginn einer Linie von Königen. Zunächst abweisend gegenüber den Prophezeiungen, ist Macbeth bald darauf erstaunt: Thane of Cawdor nannten ihn die drei Hexen doch der Thane of Cawdor lebte - nun ist er zum Tode verurteilt und König Duncan überträgt den Titel auf Macbeth.

Bald schon treibt ihn die Prophezeiung und die Anstachelung seiner überaus ehrgeizigen Frau dazu, der Prophezeiung zu helfen: Lady Macbeth stiftet ihren Mann an, den König zu ermorden, der auf ihrer Burg zu Gast ist und Macbeth selbst lässt Banquo beseitigen. Nicht scheint Macbeths Weg zum Königsthron aufzuhalten, doch dann beginnt er einen Dolch zu sehen und den Geist Banquos: das Blut weicht nicht von seinen Händen…

Macbeth, die kürzeste von Shakespeares Tragödien ist zu Tode diskutiert worden. Gymnasium, Oberstufe, Universität; wieder und wieder taucht Macbeth auf. Das liegt aber sicher nicht daran, dass es die kürzeste der Tragödien ist - zumindest nicht nur. Die Charaktere sind interessant, allen voran Macbeth, der vom strahlenden Helden einen beängstigend schnellen Abstieg zum Usurpator und Mörder durchläuft. Aber auch Lady Macbeth, eine Herrin von "leicht" überhöhtem Ehrgeiz, wenn man es nett ausdrücken will. In meinem damaligen Englisch-Leistungskurs hieß sie recht schnell nur noch "The Beast".

Macbeth ist eine Tragödie, die sich relativ unblutig abspielt: physische Gewalt ist kaum zu sehen, dafür zerfetzen sich die Geister der Charaktere: Macbeth, angespornt von der Prophezeiung, schwelgt in Illusionen und sieht schließlich Geister - ob es Halluzinationen sind oder sie tatsächlich vorhanden, ist eine Frage der Interpretation bzw. Aufführung im Theater. Ähnliches durchläuft Lady Macbeth. Ein weiterer Knackpunkt in der Handlung sind die "seltsamen Schwestern" (weird sisters): Hexen mit durch und durch üblem Einfluss? Haben sie Einfluss oder kennen sie lediglich die Zukunft wie die Nornen? Wenn sie Einfluss haben, wie groß ist dieser? Und wäre alles auch geschehen, wenn Macbeth keine Prophezeiung gehört hätte?

Dies sind nur einige Fragen, die sich bei bestimmter Interpretation stellen. Insbesondere die Frauen kommen bei genauerer Betrachtung in diesem Stück schlecht weg: Hexen und eine ehrgeizige Lady, deren Gedanken recht schnell auf Mord zusteuern. Phantastisch wird das Stück selbstredend durch die Hexen - ihr "Wann soll'n wir drei uns Wiedersehen" hat verschiedenste Schreiber angespornt und dürfte auch allgemein eine hohe Bekanntheit besitzen.

Wer nicht in der Schule bereits zu Tode gequält wurde, der sollte durchaus einen Blick auf Macbeth werfen, sei es ob der Gefahr von falsch gedeuteten Prophezeiungen, von zu hohen Ambitionen, der Doppeldeutigkeit jeden Sieges, der zugleich eine Niederlage ist oder wegen eines einfachen Klassikers. Selbstredend ist, sofern möglich, die Originalsprache zu bevorzugen.

Ich las verschiedene Ausgaben, der Bestell-Link verweist auf die deutsche Ausgabe des Reclam-Verlages (englische Ausgabe: ISBN 3-15-009220-5). (Dieser mangelt zwar ein alles abdeckender Kommentar, aber sie ist günstig, was zum reinen Lesen wohl ausreicht.) Der Text ist in Englisch und in Deutsch allerdings auch im Project Gutenberg zu finden (gratis und legal), Links siehe unten.

http://www.gutenberg.org/ebooks/2264 [Englischer Text; einer von 4en!]

http://www.gutenberg.org/ebooks/6975 [Deutscher Text, Übersetzung von Dorothea Tieck]

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


Zitat(e) aus dem Buch

  • "When shall we three meet again? In thunder, lightning or in rain?" "When the hurlyburly's done, when the battle's lost and won." "That will be ere the set of sun."
  • "Fair is foul and foul is fair[...]"

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Lesermeinungen:

Name: Gast Bewertung: Wertung: 1/5 Grimoires; 2/10 Punkte, mangelhaft (2) Datum: 07.10.2007 16:21:31
ein großer fehler ist mir aufgefallen: nicht lady macbeth tötet könig duncan, sondern macbeth selbst! er wird nur von lady macbeth dazu angestachelt!

Nico: Oh weh, stimmt (Vgl. II.ii.14). Korrigiert.

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