Buch-Cover, Markus Heitz: Ritus

Ritus

Serie: Bestie von Gévaudan (#1)Genres: Historische Fantasy; Mystery; Urban Fantasy
Verlag: DroemerKnaur
Seiten: 528
Erschienen: 04/2006 (Original: 2006)
ISBN: 3-426-63130-X
Preis: 12,95 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

7/10

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Wertung: 3/5 Grimoires; 7.3/10 Punkte, Gut

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Südfrankreich, 1764: eine Bestie geht um und tötet einen Menschen nach dem anderen. Auf Bitte eines befreundeten Wildhüters macht sich die Familie Chastel auf, den Wolf zu erlegen. Tatsächlich gelingt es ihnen, den Wolf zu fangen. Oder vielmehr einen Wolf, denn die Probleme fangen erst an: Es ist ein Loup Garou, ein Werwolf. Und er ist nicht allein. Nach dem Tod ihres Gefährten versetzt der zweite Wolf die gesamte Region in Angst und Schrecken. Für die Chastels bekommt die Angelegenheit eine persönliche Dimension, denn die zwei Söhne wurden vom Wolf verletzt und werden selbst zum Werwolf. Jean Chastel sieht nur eine Hoffnung für seine Söhne: Das Blut der Bestie könnte möglicherweise helfen ...

In der Nah-Gegenwart kämpft Eric von Kastell in gegen Wandelwesen, welche die Verfolgung im Mittelalter überdauert haben. Doch Eric steht vor einem Problem: Eine Gruppe ägyptischer Wandelwesen hat seinen Vater entführt.

Ritus erhält 7 von 10 Punkten.

Die Bestie vom Gévaudan

Wer den Rückentext liest und gelegentlich den Fernseher einschaltet, dem wird die Geschichte bekannt vorkommen. Sagte da jemand Pakt der Wölfe? Volle Punktzahl! Denn sowohl dieser Film als auch Markus Heitz bedienen sich bei einer historischen Gegebenheit: Von 1764 bis 1767 wurden einhundert Menschen von der Bestie vom Gévaudan getötet.

Vieles ist ungewiss und wird auch nie gänzlich geklärt werden: War es eine Bestie oder mehrere? War es ein Wolf? Ein Werwolf? Für Autoren ist dies Einerlei - vielleicht sogar besonders gut, denn es erlaubt ihnen, ganz unterschiedliche Geschichten zu erzählen. So wählt genannter Film am Ende eine realistische Erklärung ohne Übernatürliches. Markus Heitz verwirft diese gleich zu Beginn. In seiner Version gibt es Werwesen und sie haben nicht nur Gévaudan und das Mittelalter überdauert, sondern sind auch noch in unserer Zeit aktiv.

Erklärungen und Irrwege

Neben der Handlung im Mittelalter gibt es eine zweite Handlung in der Gegenwart. Der Name des Protagonisten und der Strang insgesamt sind natürlich kein Zufall. Auch andere Ereignisse sind kein Zufall: Markus Heitz liefert für viele historische (und phantastische) Tatsachen Erklärungen; gleichzeitig versteht er es, geschickt in die Irre zu führen, was das Dasein der Bestie angeht. Zumindest teilweise, denn an manchen Stellen hatte ich recht früh eine Idee, wo es hingeht.

Ab einem gewissen Punkt tragen mehrere Personen Waffen aus Silber. So weit, so gut; denn mittlerweile ist klar, dass diese den besten Schutz bieten. Die Griffe sind nicht aus Silber, wohl aber die Waffen - das macht ebenfalls Sinn. (Achtung, Restabsatz leichter Spoiler!) Aber es scheint mir doch unwahrscheinlich, dass der Träger einer solchen Waffe die Klinge nie berührt. Das ist möglich, aber da müsste man fast explizit drauf achten, wenn man sie stets bei sich trägt. Auch die Bestie, die selbst gar nichts davon weiß, besitzt eine solche Klinge - und der Effekt von Silber auf Werwesen ist in diesem Roman eindeutig und verheerend. Kleinigkeit? Vielleicht. Mich ließ sie nicht los.

Cover und Titel

Über den lässt sich weiterhin wenig sagen: Er ist neben der Aufarbeitung des Historischen handlungs- und actionorientiert. Weiteres würde in Spoilern enden. Beim Titel hatte ich hingegen das Gefühl, es seien die Ideen ausgegangen. Der Ritus der Bestie, ihre Opfer zu entweiden, muss hier wohl die Last tragen. Hingegen beweist das Coverbild, dass man auch sehr schlicht einen schönen Effekt schaffen kann.

Serienauftakt

Ein Wort der Warnung muss auch sein: Heutzutage finden sich die meisten Fantasy-Bücher als Serien. Leider kennzeichnen viele Verlage das nicht. BITTE hört damit auf, liebe Verlage. Im Zweifelsfall verprellt ihr eure Leser, die hundert Seiten vor dem Ende feststellen, dass unmöglich alle Fäden verknüpft werden können und somit ein weiterer Band folgt. Das ist ok, wenn wir mehr wollen - und das gelingt euch häufig. Aber ein alleinstehendes, abgeschlossenes Buch kann durchaus ein Auswahlkriterium sein. Daher bitte: Kennzeichnet es irgendwo, irgendwie sichtbar - und zwar nicht erst auf der letzten Seite als Teaser. Wenn ich so aushole, ist klar: Ritus ist der erste Teil einer Serie, eines Zweiteilers, um genau zu sein.

Die genannte Fortsetzung erscheint übrigens im August 2016 mit dem Titel Sanctum. Die Serie insgesamt ist Teil der Metaserie Pakt der Dunkelheit, einem eher lockeren Zusammenschluss mehrere Reihen und Charaktere zu einem Gesamtuniversum gegen den ich rein gar nichts habe. Im Gegenteil: Durch die wechselseitigen Anspielungen in späteren Romanen gefällt mir dies sehr gut.

Zwischen Phantastik und Fantasy

Mit seinem Abstecher in die Phantastik mit einer guten Portion Fantasy bietet Markus Heitz hier ungewöhnliches Lesematerial. Trotz durchgehender Spannung kam dieser Roman für mich an seine vorherigen nicht heran. Insbesondere die Handlung in der Gegenwart gefiel mir weniger. Wer das Horror-Element des Themas betont haben möchte, wird hier wohl eher enttäuscht - die Spannung setzt mehr auf Ungewissheit als auf Schrecken. Insgesamt war dies für mich zwar ein schwächerer Heitz, aber noch immer ein gutes Buch.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


Leseprobe

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Lesermeinungen:

Name: Gast Bewertung: Wertung: 5/5 Grimoires; 10/10 Punkte, Ausgezeichnet (10) Datum: 07.08.2006 17:52:23
Das Buch Ritus gehört zu meinen absoluten Lieblingsszenen! Abgesehen davon, dass es eins meiner signierten heitzschen Bücher ist, mag ich es auch so, weil es einfach nur genial ist. Obwohl eigentlich eine düstere Stimmung herrscht, ist das ganze Buch mit viel Witz geschrieben (ich konnte oft vor Lachen nicht weiter lesen)... Ritus bekommt von mir nicht ohne Grund eine volle Punktzahl. Fazit: Unbedingt lesen!

Name: Gast Bewertung: Wertung: 5/5 Grimoires; 9/10 Punkte, Sehr gut (9) Datum: 08.08.2006 11:02:33
Ich fand´s einfach geil, gruselig, spannend. Über kleine "Unlogiken" kann ich hinwegsehen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.


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