Buch-Cover, Yann Krehl: Muschelmagie

Muschelmagie

Serie: Die Wellenläufer, Kai Meyers (Comic) (#1)
Autor (Texter): Yann Krehl
Illustrator: Christian Nauck
Genre: Comics
Seiten: 48
Erschienen: 03/2006 (Original: 2006)
ISBN: 3-7704-0978-7
Preis: 9,00 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 4/5 Grimoires; 8/10 Punkte, Gut bis sehr gut

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Vor eineinhalb Jahrzehnten wurden in der Karibik Kinder mit besonderer Begabung geboren: Quappen, die über das Wasser laufen können. Eine dieser Quappen ist Jolly, die in der Mannschaft von Captain Bannon dient. Doch das gute Leben in der Mannschaft ist vorbei, als das Schiff bei einer Seeschlacht schwer beschädigt wird. Zwar kann die Crew das andere Schiff entern, aber auch dort erwartet sie eine unliebsame Überraschung und Jolly bleibt nur die Flucht

Auf einer Insel gestrandet muss sie feststellen, dass sie nicht die letzte Quappe ist, wie sie vermutete: Munk kann ebenfalls über das Wasser laufen. Doch dies scheint eine zweischneidige Gabe zu sein: Munks Eltern sind überzeugt, der Überfall hätte allein Jolly gegolten - Quappen sind ob ihrer Fähigkeiten nun einmal wertvoll. Der unheimliche Geisterhändler trägt nicht gerade dazu bei, dass Jolly sich sicherer fühlt und dann tauchen plötzlich Klabauter auf und schlimmere Wesen, denen gegenüber ein Regen aus toten Fischen noch harmlos wirkt: Ein Mahlstrom, so erklärt der Geisterhändler, öffnet ein Tor in eine andere Welt: ins Mare Tenebrosum, das Meer der Dunkelheit. Allein die Quappen können jenes Tor schließen...

Das Album erhält 8 von 10 Punkten.

Als Umsetzung eines Romans stellt sich allem voran eine Frage: Ist die Umsetzung gut?

Sie ist es. Natürlich fällt bei einem Comic im Vergleich zum Roman einiges weg, aber es wurde intelligent gekürzt: die Handlung blieb vollständig erhalten. Als „Leser“ des Hörbuchs vermisse ich keine zum Verständnis notwendige Szene. Allerdings ist und bleibt es ein "Gen-Defekt" von Comics zum Roman, dass sie gehetzter Wirken. Diesem Effekt kann sich logischerweise auch "Muschelmagie" nicht entziehen noch werden dies die weiteren Bände tun. Es liegt in der Form des Comics, dass weniger Platz für Text zur Verfügung steht. Das, was eben zentral ist für die Gattung, die Bebilderung, muss dies auffangen.

Eben jene Bebilderung ist der zweite zentrale Punkt und ebenfalls gelungen. Soledad, der Geisterhändler und Jolly sind fast so dargestellt, wie ich sie mir vorgestellt hatte - mit den Klabautern hatte ich selbst im Buch schon Probleme, da ich mir unter Klabautern etwas anderes vorstelle. Im Rahmen dessen, wie sie hier dargestellt wurden, ist aber auch deren Darstellung überaus gelungen, wie auch die anderen Wesen des Mahlstroms. Hier wird ein gewisser Lovecraftscher Touch noch deutlicher als im Roman und der erste Mahlstrom-Diener wirkt deutlich ekliger: bravo! Insgesamt haben alle nicht-menschlichen Feinde hier ein deutlich größeres Bedrohungspotential, als es mir der Roman vermitteln konnte. Nicht überzeugend fand ich hingegen Munk, seinen Vater (der fast wirkt wie der Zwillingsbruder des Geisterhändlers - oder ist das nur mein Empfinden?) und auch Griffin - aber keiner von diesen wirkte absolut falsch.

Der Stil des Comics ist am Cover gut ersichtlich. Ihm haftet ein leichter Manga-Touch an und auch "unnatürliche" Farben werden eingebunden (wie etwa Jollys blaue Haare); das realistische Aussehen wird aber immer gewahrt und auf knallende Töne verzichtet. Eine besondere Stärke und zugleich Schwäche sind die Gesichtsausdrücke der Figuren. Sie geben ihnen Charakter und sagen mehr als es ganze Textabsätze könnten. Sie vermitteln die Gefühle der Figuren überzeugend. Aber bisweilen wirken die pupillenlosen Starr-Augen oder auch die sarkastischen Dreiecks-Kneif-Augen leicht unrealistisch. Klar ist, dass die "korrekte" Emotionsübermittlung hier wichtiger ist - und diese ist auch gelungen.

Fazit: Eine tolle Umsetzung des Romans, deren zweiten Teil ich mit Vorfreude erwarte. Der Text ist gut zurechtgestutzt und die Zeichnungen von Christian Nauck zusammen mit den Farben von Sven Strangmeyer verleihen sind überaus passend und atmosphärisch.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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