Buch-Cover, Frank L. Baum: Der Zauberer von OZ (Comic-Adaption)

Der Zauberer von OZ (Comic-Adaption)

Originaltitel: Le Magician d'OZ - vol 1-3 [FR]
Autor (Texter): Frank L. Baum; David Chauvel
Übersetzer: Bernd Leibowitz
Illustrator: Enrique Fernández
Genres: Comics; Fairytale Fantasy
Seiten: 99
Erschienen: 08/2006 (Original: 2005)
ISBN: 3-7704-2915-X
Preis: 15,00 Euro (Hardcover)
Schlagworte: Parallelwelt
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Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

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Zusammen mit ihrer Tante und ihrem Onkel lebt Dorothy im "grauen" Kansas. Ihr Leben wird schlagartig auf den Kopf gestellt, als ein Wirbelsturm sie und ihren Hund Toto im Haus davonträgt - hinein in das farbenprächtige und überaus seltsame Land Oz.

Die Begrüßung Dorothys geht überaus freundlich vonstatten, denn ihr Haus hat bei der Landung die böse Hexe des Ostens erschlagen. Der Freude der Bewohner des Landes folgt Ernüchterung auf Seiten Dortohys: niemand hier weiß, wie sie zurück nach Kansas kommen kann.

Hilfe soll der Zauberer Oz geben können, der in der Smaragdstadt herrscht. Also folgt Dorothy der Gelben Ziegelsteinstraße dorthin, nicht ohne währenddessen neue Freunde zu treffen: die Vogelscheuche, die sich vom Zauberer Verstand wünscht, den Blechmann, dem es nach einem Herzen verlangt, und den Feigen Löwen, der hofft durch Oz zu Mut zu kommen.

Gemeinsam reisen sie zum Zauberer, doch dessen Rat und Hilfe haben ihren Preis: Dorothy soll die böse Hexe des Westens töten.

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

"Der Zauberer von Oz" ist – insbesondere in den USA – ein Klassiker fast seit seiner Erscheinung. Nach rückblickenden Analysen lag das vornehmlich nicht an der Handlung sondern an der Bebilderung. Mit diesem Wissen ist der Schritt zu einem Comic nicht weiter erstaunlich und dies ist nicht die erste Comic-Umsetzung. Den vorliegenden Text passte David Chauvel an, Illustrationen stammen von Enrique Fernández.

Gut gelungen ist die Umsetzung des "modernen Märchens", das Themen behandelt wie das Sein hinter dem Schein und die Selbsttäuschung: alle wichtigen Episoden sind vorhanden und setzen keine Kenntnis des Buches voraus.

Über die Zeichnungen muss ich mich jedoch extrem zwiegespalten äußern: großartig ist die konsequente Umsetzung der Farben. Das Land Oz erscheint je nach Ort rötlich (Munchkins), grün (Smaragdstadt) oder in anderen Farben. Rückblenden, etwa in den Geschichten der drei neuen Freunde Dorothys oder der des Zauberers, werden ebenfalls farblich (und gelegentlich auch stilistisch) zum Rest kontrastiert. Im Falle des Zauberers wechselt sogar das Medium: Oz spielt seine Geschichte selbst in einem Puppentheater vor und zeigt damit erneut seine eigentliche Rolle. Auch die Vogelscheuche, den Blechmann und die meisten Nebencharaktere empfand ich als gelungen.

Negativ hingegen empfand ich andere Figuren: Dorothy sieht mir in manchen Bildern viel zu erwachsen aus - und ihre Frisur sowie die des Löwen wirken zu überproportional groß und statisch: wie mit Pappmaché angeklebt. Misslungen empfand ich auch einige Nebencharaktere. Gut gelungen sind dennoch die Gesichtsausdrücke auch der kritisierten Personen. Objektiv festzuhalten bleibt, dass die Haarpracht von Löwe und Dortohy sehr viel Paltz einnehmen. Gerade diese Frisur lässt Dorothy meines Erachtens sehr erwachsen wirken. Kurios: manchmal wirkte sie auf mich wie ein Äffchen im Kleid (beispielsweise bei ihrer Abreise).

Multiple Übersetzungen hinterlassen gelegentlich Spuren. Hier sind dies unnötige Spuren: die französische Comicproduktion wurde von Bernd Leibowitz ins Deutsche übertragen und offenbart bei genauerem Lesen stellenweise Mängel, wie die berüchtigte "nach/zu" Frage, die im Falle von "Oz" auch verwirren kann da Land UND Zauberer diesen Namen tragen. Direkt ins Auge fallendes gibt es zum Glück nicht, sofern man nicht das Titelblatt anschaut. Für den dortigen Faux Pas ist aber wohl nicht der Übersetzer verantwortlich: "Franck Baum" ist keine extravagante Schreibweise sondern einfach ein ärgerlicher Druckfehler im Namen des Autors.

Die "Originaladaption" erschien in Frankreich in drei Bänden, die hier zusammengefasst sind und um die amerikanische Karte des Landes Oz im Einband ergänzt.

Alles in allem bleibt eine sehr gute Umsetzung der Handlung mit einigen schönen Ideen bei den Zeichnungen, die mir jedoch mit einer oft zu erwachsen wirkenden Dorothy leicht verlitten wurden. Das Titelbild hilft hier zur Einschätzung nur wenig: in verschiedenen Szenen wirkt Dorothy durchaus unterschiedlich alt. Da sie als Hauptfigur immens wichtig ist empfehle ich, wenn möglich einen Blick durch das Buch zu werfen. Insgesamt überwiegen für mich viele positive Zeichnungen und Eindrücke: Freunde des Klassikers finden hier eine gelungene und vergleichsweise vollständige Adaption.

(Das Original "The Wonderful Wizard of Oz" findet sich auch im Project Gutenberg frei zum Download (Englisch): http://www.gutenberg.org/ebooks/55

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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