Buch-Cover, Stephen King: Schwarz

Schwarz

Originaltitel: The Gunslinger [AME]
Serie: Der Dunkle Turm (#1)
Übersetzer: Joachim Körber
Genre: Fantasy
Verlag: Heyne
Seiten: 336
Erschienen: 12/2003 (Original: 1982)
ISBN: 3-453-87556-7
Preis: 7,95 Euro (Softcover)
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Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

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Roland von Gilead ist der letzte Revolvermann. Seine Jugend verbrachte er inmitten von Verrat und Verfall, doch diese liegt nun hinter ihm. Durch einen letzten Verrat nur schneller zu seiner Mannheit gelangt sucht er den Dunklen Turm, den Brennpunkt aller Energie des Universums, aller Welten.

Bei seiner Suche kann ihm der Mann in Schwarz vielleicht helfen, doch dieser flüchtet vor Roland - oder lässt sich zumindest von ihm verfolgen und stellt ihm Fallen. Auf seiner Reise trifft Roland auf einem Jungen namens Jake, der in einer Stadt namens New York gestorben ist, auf einer Stadt voll Religiösen Wahn, Langsame Mutanten und Orakel. Der Mann in Schwarz gelangt schließlich in Reichweite, doch der Preis ihn zu Erreichen bedeutet zugleich, einen weiteren Verrat zu begehen und jede der möglichen Entscheidungen mag Verdammnis oder Erlösung sein. Um den Turm zu erreichen muss Roland bereit sein, alles andere zu opfern...

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

Der erste Satz wirft zwei Assoziationen auf: Western und Bibel. Das Motiv des Revolvermanns ist zweifellos aus Western entlehnt, insbesondere von Clint Eastwoods "Mann ohne Namen". Gilead hingegen wird zumindest ursprünglich als biblisches Land begriffen und spiegelt teilweise Rolands fast fanatische Suche nach dem Turm wieder, der bisweilen wie der Heilige Gral wirkt, der alles löst - doch düsterer, dunkel. Gleich hier findet sich ein "Problem" des Romans und der Serie in ihrer Gesamtheit: das Genre. Es ist Western; es ist Fantasy; es ist Fantasy, Science Fiction, Science Fantasy und Horror - und vielleicht noch mehr. Das Genre lässt sich schlichtweg nicht festlegen.

Der Protagonist Roland Deschain lebt in einer Welt, die sich "weiterbewegt" hat und in der einiges schief zu laufen scheint. Reste der Zivilisation erinnern an unsere Welt, bisweilen direkte Referenzen, wie etwa durch den Titel "Hey Jude" (Beatles). Industrie und Technik sind im Niedergang begriffen oder – öfter – bereits verrottet; Magie existiert. Roland selbst gehört zu einer Gruppe ritterähnlicher Gesetzeshüter, doch er ist weit davon entfernt ein strahlender Held zu sein. Vielmehr ist Roland ein Anti-Held, der auf ein einziges Ziel fixiert ist und den wenig anderes interessiert.

Der erste Band von Stephen Kings Magnus Opum blendet viel in die Vergangenheit des Revolvermanns zurück. Spannung wechselt sich hier mit Passagen ab, die bisweilen schon langweilig genannt werden können. Oft ist die Darstellung kühl und emotionslos, was einerseits die Welt sehr gut einfängt bzw. widerspiegelt, andererseits aber auch den Leser abstoßen kann. Emotionen kommen meist bei den Rückblenden auf, welche für das gesamte Buch kennzeichnend sind und den Leser über Rolands Jugend und seine Ausbildung informieren.

"Schwarz" ist keine gewöhnliche Fantasy und dieser erste Band ist lediglich das erste Atemholen zu einem Werk, das erst 30 Jahre nach dem Schreiben vollständig sein wird. Dies wird auch in einem langen (nachträglichen) Vorwort des Autors dargelegt. Dementsprechend ist "Schwarz" eigentlich nur die Einleitung, ein düsterer und ungewöhnlicher Prolog, der Genres vermischt und von Verzweiflung und Verfall geprägt ist, der aber dennoch Lust auf mehr macht, sofern man nicht das Gewöhnliche, Bekannte in einem Genre sucht.

Die einzelnen Abschnitte des Romans wurden bereits zuvor veröffentlicht in "The Magazine of Fantasy and Science Fiction", zwischen Oktober 1978 und November 1981. Die Arbeit an diesem Roman in seiner Gesamtheit betrug 12 Jahre und er wurde 2003 noch einmal überarbeitet, die Sprache verändert und Inkonsistenzen mit den späteren Büchern der Serie geklärt.

Gelesen wurde die englische Ausgabe mit der ISBN 0340832231 (978-0340832233). Die angegebene ISBN ist die der deutschen Übersetzung, Taschenbuch Heyne.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


Zitat(e) aus dem Buch

  • "Dann geh', es gibt andere Welten als diese." ("Go, then. There are other worlds than these.")

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Lesermeinungen:

Name: Der Doktor Bewertung: Wertung: 3/5 Grimoires; 6/10 Punkte, Kann-Lektüre (6) Datum: 05.01.2007 09:39:49
Ha, endlich mal jemand, der den ersten Band der Turm-Reihe auch als die halbinteressante Kurzgeschichtensammlung erkennt, die sie ist und nicht in Begeisterungsstürme ausbricht, nur, weil es sich um Kings ach-so-tolles Opus Magnum handelt, welches die Qualität des zweiten Bands eh fast nie weiter zu steigern vermag.

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