Buch-Cover, Frédéric Neuwald: Göttergrab

Göttergrab

Originaltitel: Le tombeau d'Anubis [FR]
Serie: Les Feux d'Héphaïstos (#2)
Übersetzer: Nora Schreiber
Genre: Mystery
Verlag: Knaur
Seiten: 348
Erschienen: 03/2007 (Original: 2005)
ISBN: 978-3-426-63204-8
Preis: 7,95 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
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Der Hellenist Morgan Lafet und sein indischer Bruder Etti haben ein Problem: Ihr Vater wurde in Indien gefangen genommen und ins Gefängnis gesteckt. Ohne eine Möglichkeit zur Hilfe kommt ihnen ein Angebot des mysteriösen Artefaktsammlers Helios, der Morgan schon einmal auf Schatzsuche geschickt hatte, gerade recht. Er hilft den Brüdern bei der Angelegenheit mit ihrem Vater und sie finden ihm dafür das Grab des Anubis, das eine Maske enthält, in die das Geheimnis des ewigen Lebens eingraviert sein soll. Morgan und Etti bleibt nichts Anderes übrig, sie gehen auf den Deal ein. Zusammen mit Helios' Agent Hyacinthe machen sie sich im Mittelmeerraum auf die Suche nach dem Grab. Doch anscheinend sind sie nicht die Einzigen, die es auf die Hinweise abgesehen haben, die die Spur zeigen ... eine heiße Schnitzeljagd entbrennt.


Göttergrab ist die Fortsetzung von Frédérick Neuwalds Debütroman Götterschwert, einem Mysterythriller, der weder besonders mysteriös noch besonders spannend war. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Mystery-Element kommt auch in Göttergrab mal wieder viel zu kurz. Natürlich ist die Figur des Helios weiterhin geheimnisvoll und kommen sogar einige weitere, ähnliche Figuren hinzu. Das Übernatürliche hat jedoch auch in dieser Fortsetzung keinen Raum. Ungeklärt bleibt lediglich weiterhin die Herkunft der seltsamen Artefakte mit Titanlegierung, die bereits im Vorgänger eine Rolle gespielt haben - so auch hier. Aber der Königsweg einer Buchreihe ist ja erstmal immer eine Trilogie, also muss man zur Auflösung aller Rätsel und zur Beantwortung der Frage, ob es bei diesen Artefakten wirklich mit rechten Dingen zugeht, noch bis zum dritten Teil warten.

Nichtsdestotrotz ist Göttergrab eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger, was vor allem daran liegt, dass sich das Buch wesentlich flotter liest. Archäologische Schnitzeljagden im Sinne von "Indiana Jones" sind immer gut, und auch wenn es sich bei Anubis' Maske um ein frei erfundenes Artefakt handelt und nicht um Alexanders Rüstung wie im Vorgänger oder gar um Klassiker wie den Heiligen Gral. Aber die Spur führt zu verschiedenen Ruinen und verschiedenen Mythologien, und von denen liest ja man immer gerne. Durch die Figur des Etti Lafet kommt neben griechischem und ägyptischem Sagenfundus außerdem noch eine Menge indischer Kultur in die Geschichte rein, wenn auch mehr im Kontext des Selbsthasses jener Figur als in einer Schlüsselfunktion für die Artefaktsuche.

Generell versteht es Neuwald in dieser Fortsetzung besser, seine Handlung mit interessanten Charakteren zu würzen. Etti, der Archäologieprofessor und ehemalige Unberührbare, der seine Vergangenheit nicht abschütteln kann, ist dabei klar am faszinierendsten, aber auch der homosexuelle Agent Hyacinthe und einige andere Überraschungen sind sehr ungewöhnlich und von daher sehr zu begrüßen. Seltsam, dass dem gegenüber die aus der Ich-Perspektive erzählende Hauptfigur Morgan fast am schwächsten ausgearbeitet ist.

Einen großen Fehler des Vorgängers leistet sich Neuwald jedoch erneut. Er scheint ein ungeschicktes Händchen dafür zu haben, seinen eigentlich ganz nett aufgebauten Geschichten einen antiklimaktischen Schluss zu verpassen, das Finale mal eben im Sande verlaufen zu lassen und damit die aufgebaute Spannung zu betrügen. Immerhin rettet er das Ganze durch eine gute Coda, die zwar in eine ganze andere Richtung geht als die vorherigen Ereignisse, aber völlig offen endet und dadurch der Fortsetzung wieder mal eine Menge Potential beschert. Hoffen wir mal, dass es dann beim dritten Versuch richtig klappt!

Fazit: Ein paar nette Lesestunden, wenn man sich die Zeit zum nächsten "Indiana Jones"-Film vertreiben möchte.

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Avatar von DerDoktor Rezension von: (Grimoires.de)
Der Doktor ist preisgekrönter Wahnsinniger in mehreren Freundeskreisen. Seit langem ist er im Bereich Fantasy unterwegs. Oder vielleicht eher im Bereich Realität?

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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