Buch-Cover, Kai Meyer: Lanze und Licht

Lanze und Licht

Serie: Das Wolkenvolk (#2)
Autor: Kai Meyer
Sprecher/Regie: Andreas Fröhlich
Genre: Fantasy
Verlag: HörCompany
Spieldauer (Min): 480
Erschienen: 02/2007 (Original: 2007)
ISBN: 978-3-939375-09-8
Preis: 24,90 Euro (CD)
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Grimoires.de    
Wertung: 4/5 Grimoires; 8/10 Punkte, Gut bis sehr gut

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Die Gemeinschaft aus Nugua, Feiqing, Wisperwind und Niccolo hat sich getrennt und geht eigenen Zielen nach. Feiqing ist auf der Suche nach seiner Erinnerung mit Wisperwind unterwegs; Nugua zieht mit dem Xian („Unsterblicher“) Li in Richtung Drachenfriedhof um den Aufenthaltsort der verschwundenen Drachen vom dortigen Wächter zu erfragen. Dies ist für Nugua gleich doppelt wichtig: sie wurde mit dem Fluch der Purpurnen Hand belegt, der ihr Leben bald beendet sollte er nicht aufgehoben werden - und Rettung versprechen nur die Drachen. Doch dieses Einzelschicksal verblasst unter einer viel größeren Bedrohung: Der Äther, der Stoff jenseits des Himmels will die Welt vernichten. Prekärerweise sind es die Drachen, welche diesen Stoff ausstoßen und somit in irgendeiner Verbindung zum Äther stehen.

Niccolos Aufgabe war es eigentlich, Äther für die schwebende (besser gesagt: nun leider nicht mehr schwebende) Wolkenstadt zu besorgen. Von dieser Aufgabe ist er abgekommen, denn inzwischen folgt er Mondkind, der ehemaligen Schülerin einer Xian, die nun auf Seiten des Äthers steht und die Xian jagt. Durch Magie hat sich Niccolos Lebenskraft mit der Mondkinds verbunden und etwas in der Art von Liebe entstand zwischen den beiden - doch Mondkind ist entschlossen, die Xian weiter zu jagen. Nur noch drei sind übrig: Li, Guo Lao und Tieguai und sollte der letzte Xian sterben, so ist auch gleichzeitig jede Verbindung zu den Göttern vernichtet...

Das Buch erhält 8 von 10 Punkten.

Das Negativste gleich vorweg: Ich halte dies für einen der schlechteren Romane Kai Meyers. Nach wie vor ist er aber sehr gut – nur eben nicht im Vergleich zu Meyers weiteren Romanen – zumindest die neueren.

Woran liegt dies? Neben den oben angerissenen Handlungssträngen gibt es einige mehr, die sich zum Schluss an einem Ort verbinden (die Handlung auf dem "Boden") oder parallel laufen (die Handlung in der Wolkenstadt). Dieser Zusammenschluss ist gut, vermeidet er es doch, in vielen Plots gleichzeitig hängen zu bleiben. Die zweifache Handlung Wolkenstadt/Erde macht zudem auch durchaus Sinn. Die vielen kleinen Episoden, die zum Schluss zusammenführen konnten mich jedoch nicht immer überzeugen. Sie waren teilweise vorhersehbar und/oder hatten ihre Längen, trieben die Handlung nicht immer voran und konnten auch nicht aus bloßer Beschreibung heraus begeistern.

Bei dem chinesischen Setting konnte man exotischere Wesen erwarten und das war auch der Fall - im ersten Teil. In diesem zweiten jedoch habe ich nichts wirklich neues entdeckt, nichts exotisches. Geheime Händler tauchen auf, die zumindest Assoziationen mit den Venezianern wecken (die ja schon die Wolkenstadt stark prägten); Riesen und andere mythische Wesen werden ebenfalls Teil der Handlung. Dies wirkt jedoch nicht mehr fremdartig. Auch die "Martial Arts" Elemente, die man typischerweise mit Asien/China verbinden kann, sind schwächer ausgeprägt als zuvor. Ja, die chinesische Philosophie ist nach wie vor gut sichtbar da, in Ansätzen: Tieguai ist ein taoistischer Xian und allein der Umgang mit Drachen und dem Himmel wäre vor einem europäische Hintergrund in dieser Art nicht möglich. Anspielungen auf diverse Filme und Assoziationen sind trotzdem vorhanden: Erwachsene werden diese (teilweise) erkennen, Kinder darüber hinwegsehen ohne dass die Handlung dadurch unverständlich wird.

„Fehlende Fremdartigkeit" mag man freilich gerade als positiv auslegen, mir schien ein wenig mehr jedoch in diesem Hintergrund angebracht. Einige Plots waren sehr vorhersehbar - aber einmal ehrlich: das Verhältnis zwischen Nugua und Niccolo und die Probleme, die sich ergeben, war schon früh im ersten Teil der Trilogie zu sehen. Insgesamt werden Charaktere sinnvoll weiterentwickelt und um Facetten bereichert: Feiqing zeigt ganz neue Einsichten und auch die Schwertmeisterin Wisperwind wird menschlicher. Überaus schwach bleibt für mich die Handlung in der Wolkenstadt. Hier wird der große Feind Äther relativiert durch eine "Feindschaft mit sich selbst". Diese Information wird vermutlich im dritten Teil entscheidend sein, hängt aber erst einmal in der Luft und ist nur Alessia gegeben, der niemand glaubt und die zudem die meiste Zeit vollkommen isoliert ist. In diesem Teil des Romans fehlte mir auch Spannung - er schien mir fast ausschließlich der Vorbereitung späterer Ereignisse zu dienen.

Das ändert jedoch nichts daran, dass ich auch den dritten Teil konsumieren werde. "Lanze und Schwert" ist ein schöner Roman aus der Feder Kai Meyers, wenn auch kein neues Meisterstück. Die akustische Darbietung durch Andreas Fröhlich samt (sparsamer) Klangeffekte ist in gewohnt hoher Qualität und nie unpassend. Wer den ersten Teil der Trilogie genoss, kann beruhigt weiterlesen. (Als Einstieg in die Trilogie ist dieses Buch jedoch vollkommen ungeeignet: Kenntnis des ersten Bandes ist notwendig.)

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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