Buch-Cover, Frank Schweizer: Grendl

Grendl

Illustrator: Jan Balaz
Genre: Humoristische Fantasy
Seiten: 181
Erschienen: 05/2007 (Original: 2007)
ISBN: 978-3-9502185-5-8
Preis: 17,95 Euro (Hardcover)
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Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut

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Die Welt ist untergegangen. Das könnte das Ende der Geschichte sein, ist aber vielmehr der Anfang, denn den Teufeln passt es gar nicht, dass die Welt einfach so geendet hat. (Immerhin ist die neue Website fast fertig und der Seelenfang lief recht gut.) Doch es gibt eine Rettung: eine Konstante muss eine Variable in der Weltformel ersetzen. Diese Konstante soll der frischgebackene Magister der Philosophie Max Merkur besorgen, denn sie ist... der Sinn des Lebens.

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

Werke die via andere Autoren angepriesen werden, sollten eigentlich immer skeptisch machen, so auch dieses, das Frank Schweizer als deutschsprachigen Pratchett einsetzt. Der Beginn ist dabei recht vielversprechend und absolut skurril. Nur leider verlor sich das Bewegungsmoment für mich irgendwo kurz nach der Hälfte, was nicht an den ungewöhnlichen und häufig in kursiv eingerückten Erklärungen weiterer Umstände und Gegebenheiten lag

Frank Schweizer gelingt es gut, skurrilen Humor mit philosophischen Fragen zu verbinden und einen kurzen Blick auf einige der bekannteren Philosophen zu werfen - in verschiedenen Zuständen. Auch der ewige Konflikt Himmel/Hölle bzw. Engel/Teufel wird natürlich thematisiert und wie man es erwarten kann bekommt die Hölle eine nicht ganz übliche Struktur. Die späteren Philosophen und dortigen Anspielungen empfand ich jedoch leider als dürftig - sie konnten mich einfach nicht begeistern. Auch frage ich mich noch was "Grendl" als Aufhänger soll. Der Titel lehnt klar an Beowulf an - tiefergehende Verbindungen gibt es jedoch nicht (Schade!) und die Interpretation von Grendel als das Urböse ist ja nun auch nicht wirklich innovativ (zumal er, mal wieder, zu einem Drachen wird - wieso eigentlich?).

Gut, diese Verbindung braucht man nicht zwangsläufig für den Plot, aber aus meinem Kopf will die Frage nicht weichen, warum ausgerechnet dieser Titel gewählt wurde. Sicher: durch Auflösung des „Über-Plots“ hat der Titel seine Berechtigung... aber die Figur hätte man auch mit jedem beliebigen anderen Namen belegen können. Eine tote Anspielung nehme ich irgendwie persönlich.

Zu loben ist wie bei anderen Büchern des Otherworld-Verlags auf jeden Fall die Aufmachung des Buches: Hardcover mit vergleichsweise dickem Einband und Leseband. Den einzelnen Kapiteln sind zudem großartige schwarz/weiß Zeichnungen vorangestellt, die man auch der Handlung zuordnen kann.

Zu empfehlen ist das Buch durchaus jenen, die Pratchett schätzen und auch ein wenig mit Philosophie am Hut haben - insofern liegt der Rücken-/Klappentext also nicht ganz falsch. Im Gegensatz zu Pratchett fehlt Schweizer meines Erachtens aber das Durchhaltevermögen: Die Rahmenhandlung und die ersten beiden Philosophen sind sehr gut gelungen, aber dann wird bereits mittels h-Apostorphierung Humor über die Französische Aussprache erzeugt (oder es zumindest versucht - oder was sollte das? - funktioniert hat es bei mir nicht. Fehlende Hs sind ganz einfach nicht lustig.). Die weiteren Begegnungen haben noch einige interessante Inhalte, ziehen sich aber zunehmend auseinander und selbst der Ausklang kommt mir nur noch wie ein langes Auslaufen vor. Gut gelungen und sehr schön vorstellbar (wenngleich sich nicht hundertprozentig selbst erklärend) ist das Schlussbild des gesamten Romans, das mich noch einmal wirklich grinsen lies (dennoch nicht lautbrüllend loslachen).

Hinzufügen muss ich hier zwangsläufig noch, dass ich mich mit den ersten beiden Philosophen (und einem gewissen Wittgenstein) besser auskannte (und das ist trotzdem nicht sehr viel) als mit den weiteren. Kennern von Nietzsche, Schelling und anderen mögen diese Kapitel mehr zusagen oder mehr Anspielungen/Humor offenbaren.

Insgesamt ist "Grendel" ein Roman der mich mit einem skurrilen und rasanten Auftakt einfing, aber im Verlauf der Handlung immer mehr an Tempo verlor. Schade - aber falls ein weiterer Roman Schweizers erscheint, der die Qualität des Anfangs halten kann, bin ich garantiert dabei.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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