Buch-Cover, Markus Heitz: Kinder des Judas

Kinder des Judas

Serie: Judastrilogie (Kinder des Judas) (#1)Genre: Mystery
Verlag: Knaur
Seiten: 704
Erschienen: 10/2007 (Original: 2007)
ISBN: 978-3-426-66277-9
Preis: 14,90 Euro (Softcover)
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Sia arbeitet im Krankenhaus. Sie kann den Tod sehen, ihn riechen, sie weiß genau, wer als nächstes sterben wird und sie hält die Hände derjenigen, die gehen. Niemand zweifelt ihre Prognosen an, da sie sich noch niemals geirrt hat. Das hat einen besonderen Grund, Sia ist anders als die normalen Menschen.

Ihr wahrer Name ist Jitka, doch diesen hat sie seit einigen Jahrhunderten abgelegt. Damals lebte sie mit ihrer Mutter in einem kleinen verkommenen Dorf im Osmanischen Reich. Als Soldaten ihre Mutter holten, weil sie verdächtigt wurde, einen gesuchten Jungen zu beherbergen, nahm sie eine mitleidige Seele auf. Bald darauf holte sie ihr Vater ab, den sie nicht kannte und der sie mit sich in eine alte umgebaute Mühle nahm. Jitka war ein kluges Mädchen mit einem wachen Geist und einem unstillbaren Wissensdurst. Ihr Vater gab ihr alles was sie wollte, er unterrichtete sie in verschiedenen Sprachen und brachte ihr bei, wie Menschen funktionieren. Dafür holte er Leichen vom Friedhof und eines Nachts auch einen Upir, einen Untoten, der sich vom Blut der Menschen ernährt und jede Nacht aus seinem Grab steigt. Je nach der Art des Upirs ist dieser intelligent oder eben nicht.

Jitka gab sich selbst den Namen Sculla, da sie den Tod ihrer Mutter rächen wollte, sobald sie stark genug dafür war und ihr dieser Name stärker erschien.

Sie wächst zu einem hübschen jungen Mädchen heran, als sie von den Kindern des Judas erfährt, einem Zusammenschluss von veränderten Menschen, die glauben von dem Verräter Judas abzustammen, der der Christenheit in Wahrheit einen Gefallen getan hat, als er Jesus verriet.

Sie alle haben ein Wahrzeichen, die leuchtend roten Haare, ein Hexenmal und der Blutdurst, der sie einmal im Jahr überkommt. Auch Sculla soll ein Mitglied dieses Ordens werden, doch Gegner ihres Vaters zögern die Entscheidung immer wieder hinaus. Sie wollen den Tod des Mädchens.

Um mit ihrer Vergangenheit abzuschließen, beginnt Sia diese aufzuschreiben, durchlebt noch einmal wie es war Jitka zu sein, zu Sculla zu werden, zu lieben, zu hassen, zu töten und diejenigen zu verlieren, die ihr wichtig waren. Vor allem aber sich selbst nicht an das Monster zu verlieren, das tief in ihrem Inneren lauert.

Markus Heitz ist ja eigentlich für Werwölfe und politische Verstrickungen bekannt und mit „Kinder des Judas“ liegt sein erster Vampirroman vor, der so ganz anders ist, als die, die man sonst zu lesen bekommt.

Zunächst einmal verarbeitet der Autor hier alte und real existierende Dokumente, in denen von Upiren gesprochen wird, die Nachts aus ihren Gräbern steigen und unschuldige Dörfler abschlachten und dann ersinnt er sich die Kinder des Judas, die von Judas Ischariot abstammen sollen. Durch seinen Verrat, mit dem er die christliche Kirche begründete tat er aller Welt einen Gefallen und wird deswegen verehrt.

Die Mitglieder der Kinder des Judas suchen nach einem Mittel, dass sie unsterblich macht, denn obwohl sie durch das alte Erbe sehr langsam altern, sind die dennoch sterblich. Scullas Vater hat solch ein Mittel gefunden, die Anleitung jedoch verschlüsselt, sodass nur seine Tochter in der Lage ist, sie zu lesen. Da sie jedoch mit den Kindern des Judas bricht, weil sie andere Ziele verfolgt, als die eingebildete und verlogene Sekte, machen die Mitglieder Jagd auf sie, um sie zu vernichten.

Dieser Kampf zieht sich bis in die heutige Zeit und währt inzwischen über dreihundert Jahre.

Sia ist eine seltsame Person. Einerseits hilft sie den sterbenden Menschen im Krankenhaus und weint auch um sie, in ihrer Freizeit nimmt sie jedoch an Kämpfen teil, die sie schwer verletzen, die ihren Gegnern zusetzen und die gelegentlich tödlich enden, jedoch viel Geld bringen.

Sie ist nicht dieser klassische Vampir, der Menschen tötet um zu leben, sondern der sie verschont um nicht die Kontrolle über sich zu verlieren. Trotz all der Jahre, die sie zur Verfügung hatte, konnte sie doch nicht mit sich selbst Frieden schließen und muss es jetzt tun, indem sie das aufschreibt, was sie früher erlebt hat.

Es ist nicht von Anfang an klar, das Sia Sculla ist, auch wenn man es ahnen kann, Gewissheit bekommt man erst ein paar Kapitel später.

Das Leben zu der früheren Zeit, in der Sculla aufgewachsen ist, wird gut dargestellt und zeigt wie verrucht und verboten die Experimente waren, die sie und ihr Vater getätigt haben.

Es gibt einen Zeitpunkt, zu dem die Erzählweise von Sculla auf Viktor umschwenkt, der sich später in sie verliebt. Der Zweck ist klar, man lernt zusammen mit Viktor was Vampire sind, wie man sie tötet und welche Fehler man machen kann.

Die Geschichte wechselt sich also ab zwischen dem was Sia heute im Jahre 2007 tut und was sie all die letzten Jahrhunderte getan hat. Damit lernt man sie besser kennen und fühlt sich ihr mit jeder Seite näher. Man leidet auch mit ihr, da sie niemals richtig vollkommen glücklich sein darf.

Der Schreibstil von Markus Heitz ist gut, wie auch schon in den Büchern zuvor, spannend ist die Geschichte obendrein und es werden neue Aspekte über Vampire entwickelt. Doch wer einen Vampir-Roman erwartet, wie man sie kennt, mit Sex, erotischen Bissen und einem gutaussehenden männlichen Vampir obendrein, wird enttäuscht werden. Sculla hat zwar Sex, jedoch nicht öffentlich und immer nur andeutungsweise, sie interessiert sich nicht für einen Vampir und die erotischen Bisse gibt es nicht, da Vampire ihren Opfern immer sofort die Kehle herausreißen und sie damit töten.

Ein Lob muss für die Buchbindung ausgesprochen werden, da diese fest ist. Der Buchrücken weißt nicht einen einigen Knick auf, obwohl das Buch dick ist und auseinander gebogen werden musste, um gelesen zu werden. Kompliment, sowas wünscht man sich öfter!

Alles in allem bleibt nur noch zu sagen, dass hier ein guter Roman vorliegt, der spannend, unterhaltsam und informierend ist. Er ist durchaus nicht nur für Heitz Fans zu empfehlen.

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Avatar von Katharina Rezension von: (Grimoires.de)
Katahrinas Lesekarriere begann mit Wendy und Mickey Mouse. Über Märchenmond gelangte sie zur Fantasy. Diese entachte auch eine regelrechte Bücher-Sammelwut in allen Bereichen. Am liebsten blieb ihr jedoch die Fantasy - und Vampire.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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