Buch-Cover, Gerald Morris: Rache dem ruchlosen Ritter

Rache dem ruchlosen Ritter

Originaltitel: The Squire, his Knight and his Lady [AME]
Übersetzer: Gabriele Haefs
Genre: Fantasy
Verlag: Carlsen
Seiten: 238
Erschienen: 09/2004 (Original: 1997)
ISBN: 3-551-35359-X
Preis: 7,50 Euro (Softcover)
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Eines Tages kommt ein grünhäutiger Feenritter an den Hof von König Artus und schlägt ein geradezu wahnwitziges "Spiel" vor: Ein Ritter soll ihm den Kopf abschlagen und ein Jahr später soll er dasselbe erleiden. Der großartige, atemberaubende und über alle Maßen mächtige Lancelot wird nur durch die Königin zurückgehalten und schon will Artus selbst die Herausforderung annehmen, als Gawain um die Ehre bittet.

Wie nicht anders zu erwarten ist der Grüne Ritter nach dem Schlag nicht einfach tot sondern schnappt sich kurzerhand seinen Kopf und reitet davon. Bald schon kann Gawain die mitleidvollen Blicke nicht mehr ertragen, die er aufgrund seines bevorstehenden Todes erntet und bricht mit seinem Knappen Terence zur Ritterfahrt auf - immerhin muss er auch die Grüne Kapelle des Ritters noch finden. Auf dem Weg dorthin geraten die beiden von einem Abentuer ins nächste: Ritter am Wegesrand, bösartige Marquis, und die Feenwelt. Überdies soll Terence auch noch selbst zum Ritter ausgebildet werden.

Das Buch erhält 8 von 10 Punkten.

Über die Hintergründe des Buches braucht nicht viel Rätselraten sein, legt der Autor diese doch im Nachwort offen: In seiner Collegezeit las er „Sir Gawain and the Green Knight“ (SGGK), ein Mittelenglisches Verspoem, das eben diese Geschichte erzählt... nicht ganz. Denn natürlich gibt es einige Veränderungen und diese sind hier drastisch. Neben dem Hinzufügen von einigen Episoden aus Malorys Morte D'Arthur (vor allem das 5. Buch, in dem Artus gegen den "Kaiser" von Rom kämpft) sowie dem Ritter Lancelot und seine ebenso bekannte Liebesaffäre mit der Königin (hier: Genevra). Überhaupt sind recht viele Rollen ungewohnt umbesetzt: mit Gawain als Helden wird Morgan Le Fey (immerhin seine Tante) zu einer eher netten Person; Artus ist vor allem unglücklich, Ginevra eitel - und Lancelot der Geck schlechthin, ein Ritter zur Schau und für Turniere, kein Ritter für echte Aufgaben. Gesalzen werden die in der Vorlage eher übergangenen Abenteuer Gawains mit konkreter Darstellung verschiedener, typischer Ritter-Aufgaben: Ritter am Wegrand besiegen; Maid aus Burg retten; Feenwesen bekämpfen und dergleichen mehr. Die Originalgeschichte kommt auch noch vor und Wesentliches ist erhalten, wenngleich hier die Tiefe der Bedeutung herausgenommen wurde: dies ist eindeutig ein Buch für ein jüngeres Publikum

Dies spiegelt sich auch darin wieder, dass Gawain nicht mehr der eigentliche Held ist sondern eher ein Nebenheld. Der wahre Held ist Terence, sein Knappe (den es in der Vorlage nicht gibt). Dieser zeigt sich als sehr clever und boxt seinen Ritter aus einigen unpässlichen Lagen heraus, ebenso Eileen, die später zu den beiden stößt. Dabei ergibt sich jedoch nicht das ebenso bekannte Bild eines Knappen, der seinen idiotischen Herrn aus einer Misere nach der anderen retten muss sondern vielmehr ein Knappe der auf einer Stufe mit seinem Herrn steht - und das auch zu recht, wie der Leser nach und nach erfährt. Auch die Konventionen des Rittertums werden mit Humor genommen und teilweise ausgehebelt: Humor kommt nicht zu kurz, was erneut mit dem Ernst der Vorlage kontrastiert.

Insgesamt ist "Rache dem Ruchlosen Ritter" (da wollte man wohl unbedingt Alliteration hineinbekommen? Na gut, eine Verbindung zum Grünen Ritter hatte der Originaltitel sowieso nicht und es passt… fraglich bleibt aber wo es denn Rache gibt) eine gelungene, manchmal augenzwinkernde Umarbeitung zu einem Kinderbuch, das heute noch gut gelesen werden kann. Der Plot folgt der typischen Rittergeschichte und hat seine eigenen kleinen Dreher, hält sich aber an die Konventionen (sofern er nicht direkt mit ihnen spielt) und ist somit vorhersehbar, was aber kein Nachteil ist. Freilich muss klar sein, dass dies nicht mehr die Romanze von damals ist - dies ist einfach nicht der Anspruch.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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