Buch-Cover, Henry Rider Haggard: König Salomons Schatzkammer

König Salomons Schatzkammer

Originaltitel: King Solomon's Mines [EN]
Serie: Allan Quartermain (#1)Genre: Lost World
Seiten: 320
Erschienen: 02/2008 (Original: 1885)
ISBN: 978-0-141-43952-5
Preis: 8,99 Euro (Softcover)
Schlagworte: AfrikaWüste
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Allan Quartermain, Englischer Aristokrat und Großwildjäger, wird eines Tages von Sir Henry Curtis und dessen Freund Captain Good angesprochen: Curtis ist auf der Suche nach seinem Bruder, der in Afrika verschollen ist - auf der Suche nach den Minen Salomons. Quartermain ist zuerst zurückhaltend doch erzählt ihnen schon bald, dass er im Besitz einer Karte zu jenen Minen ist. Der Weg ist dennoch weit und gefährlich - und das Durchqueren der Wüste selbst mit Karte alles andere als sicher.

Dennoch stimmt Quartermain zuletzt zu, die beiden zu begleiten und heuert überdies einige einheimische an. Auf dem Weg in den Norden des Landes zu den Bergen von "Shebas Brüsten" kommt es bereits zu einigen Abenteuern und schließlich gelingt es tatsächlich, die Wüste zu durchqueren. Auf der anderen Seite der Berge treffen sie schließlich auf ein vergessenes Volk. Die Reisenden bekommen bald Probleme, Gagool, die Beraterin des Königs, wählt einen ihrer Begleiter, Umbopa, als "Hexer" aus, der zu töten ist. Bald kommt es zu einem Aufstan bei dem Umbopa enthüllt, dass er der rechtmäßige König der Kukuana ist. Eine Feldschlacht steht bevor - und dann ist da auch noch das Geheimnis um die Sagenumwobenen Minen, in denen sich große Edelsteine finden...

Das Buch erhält 9 von 10 Punkten.

"König Salomons Schatzkammer", oder "King Solomon's Mines", wie der englische Titel lautet fällt in jenes Genre, das man mit "Lost Worldbezeichnet, "Verlorene Welt", gelegentlich auch "Verlorenes Volk" (Race/People). Als solches wird es oft der Fantasy zugeordnet und trägt auch einige Elemente dieser in sich: das Volk, das die Wanderer entdecken bildet praktisch eine vollkommen unabhängige Welt und zudem auf einem früheren Entwicklungsstand als die normale Welt: nutzen Quartermain und seine Kameraden Gewehre, so kämpfen die Kukuana mit Speeren, Bögen und Schwertern und glauben an die Zaubermacht Gogools. Dennoch bin ich eher geneigt, dieses Genre dem Abenteuerroman zuzuordnen: weite Teile spielen in unserer Welt und verklären lediglich das Land hinter den Bergen mystisch verklärt, bis es schließlich erreicht wird. Der Roman ist zudem von erhöhter literarischer Bedeutung: er ist der erste seiner Art und fand zuerst nur schwer einen Verleger - wurde dann aber zum Erfolg des Jahres 1885. In seiner Tradition entstanden viele bekannte Werke, etwa Doyles Verlorene Welt oder Lovecrafts Berge des Wahnsinns, die mal mehr und mal weniger ins Phantastische hineingreifen.

Der Stil von Salomons Minen ist relativ einfach gehalten, geschuldet auch dem Erzähler, Qauartermain selbst, der nach eigener Aussage Jäger ist und kein eloquenter Schreiberling. Als solches kontrastiert der Stil vergleichsweise stark mit anderen Romanen der Ära und ebenso mit dem vorherrschenden Erzähler der 3. Person. Aufgegriffen wird ebenfalls das Thema des britischen Kolonialismus in Afrika, das deutlich mit den Schwarzen sympathisiert: Quartermain lehnt das Wort "Nigger" explizit ab und hält viele Schwarzafrikaner für viel bessere Gentlemen als so manchen Europäer. Auch eine Romanze zwischen Schwarzem und Weissen findet sich - jedoch unglücklich und mit Problemen beladen, die sich auch auf die reale Situation eines solchen Verhältnisses übertragen lassen.

Der Plot selbst zieht seine Spannung vor allem aus dem unerforschten Afrika. Hier findet sich zunächst keine "Fantasy-Welt" hinter unserer; es gibt kein Tor zwischen Welten. Die Welt ist die Welt, sie ist lediglich unerforscht. Bilden im ersten Teil noch Safari und Großwildjagd den Großteil der Spannung - ein Erlebnis, das damals wie heute kaum ein Europäer selbst erlebt - so verändert er sich erst im zweiten Teil in en Erlebnis mit halb-archaischer Kultur. Das Überleben einer solchen Kultur ist dabei durchaus denkbar: was passiert, wenn ein Volk von allen Seiten unzugänglich eingeschlossen ist und keinen Kontakt mit der Außenwelt hat? Phantastische Elemente sind dabei eher selten und konzentrieren sich um die Figur Gogools, wobei diese von Beginn an fast ausschließlich als Scharlatanerie dargestellt wird: diese "Beraterin" erinnert sich an viele Generationen, gibt vor, ewig zu leben und ernennt zudem Hexen - ihre und des Königs Feinde - die hingerichtet werden. Die Kukuana haben Angst vor ihr und "Hexe" ist vermutlich die treffendste Bezeichnung, selbst wenn es niemals zu echter Magie kommt - ebenso wenig wie durch die Reisenden, die vorgeben, Götter von den Sternen zu sein.

Haggards Mines ist ein Roman, der durch Afrika führt, hin zu einer unentdeckten Zivilisation. Spannung wird sowohl durch Großwildjagd erzeugt als auch durch das Entdecken einer vergangenen Zivilisation. Zudem steht er am Beginn des "Lost World" Genres und bildet noch heute eine Interessante Lektüre - davon zeugen auch die mehr als sechs Filmadaptionen, die oftmals jedoch sehr frei mit dem Material umgehen.

Der Text ist online im Project Gutenberg verfügbar: http://www.gutenberg.org/ebooks/2166

LibriVox offeriert eine Hörbuchversion des Romans (englisch):

"_blank">http://librivox.org/king-solomons-mines-by-haggard/

Als ISBN angegeben ist die Ausgabe der Penguin Classics (Englisch). Eine deutsche Ausgabe scheint derzeit leider nicht verfügbar.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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