Buch-Cover, Catherine Jinks: Teuflisches Genie

Teuflisches Genie

Originaltitel: Evil Genius [AUS]
Serie: Cadel (#1)Genre: Superhelden und Superschurken
Verlag: Knaur
Seiten: 556
Erschienen: 05/2008 (Original: 2005)
ISBN: 978-3-426-50041-5
Preis: 12,95 Euro (Softcover)
Schlagworte: AntiheldenComputer
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Wertung: 5/5 Grimoires; 9/10 Punkte, Sehr gut

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Cadel ist ganz entschieden kein ganz normaler Junge. Denn welcher Junge hackt sich schon mit sieben in verschiedene Computernetzwerke - Online-Banking, Stromnetz, Verkehrspläne... Und sehr zum Verdruss seiner Eltern weiß er zwar genau, dass es falsch ist, dort herumzumanipulieren, tut es jedoch trotzdem. Die Polizei legt alsbald eine Behandlung nahe und Cadel kommt zum Psychologen Thaddäus Roth.

Dort jedoch erlebt er eine Überraschung: Seine wahrer Vater ist der geniale Kriminelle Dr. Darkkon - dass er bei Adoptiveltern lebt, wusste Cadel bereits. Mehr noch: Thaddäus Roth ist ein Helfer des inzwischen im Gefängnis sitzenden Dr. Darkkon. Um seinen Sohn die 'richtige' Ausbildung zu verschaffen gründete er eine Hochschule für Kriminelle - Infiltrationswissenschaften, Fälschung und dergleichen mehr stehen hier auf dem Stundenplan. Cadel verbringt die meiste Zeit mit den Computern und der selbst gegründeten Agentur "Partnerpost" während seine Mitstudenten einer nach dem anderen auf nicht ganz natürliche Weise verschwinden. Doch zunehmend fühlt Cadel sich unwohl: Zwar macht es ihm Spaß, aber dies scheint nicht seine Welt zu sein, denn eigentlich ist Cadel ganz nett. Und dann ist da auch noch Kay-Lee, eine Frau die seine Partneragentur nutzt und der er ebenso wie den anderen eine imaginäre Person zum Kontakt erstellte. Kay-Lee jedoch scheint ganz eindeutig auf Cadels Wellenlänge zu liegen. Schließlich wird Cadel gezwungen die gesamte Hochschule und sein gesamtes Leben in einem neuen Licht zu sehen, denn wie Thaddäus ihm gleich zu Beginn mitteilte: "Nimm nicht für bare Münze".

Das Buch erhält 9 von 10 Punkten.

Cadel ist nicht direkt ein Superheld, wenngleich seine außerordentliche Begabung, Systeme jeglicher Art zu verstehen und zu manipulieren sicherlich eine Art "Superfähigkeit" ist. In dieser Form ist es eine Übertreibung der Hochbegabung (oder etwa doch nicht?), wie man es schon mehrfach aus Nachrichten hört - da sind Kinder schlecht in der Schule, langweilen sich da sie alles bereits können oder mit Einfachheit meistern. Und oftmals sind sie sehr schlecht, gleichzeitig aber auf einem Gebiet hochbrillant und für dieses eine außerordentlich begeisterungsfähig. Für Cadel sind dies Computer - und mit deren Hilfe gelingt es ihm, auch so ziemlich alles andere zu manipulieren, bis ihm klar wird was er da eigentlich tut. Neben der Geschichte eines Überbegabten ist die Geschichte Cadels somit auch ein Finden der eigenen Moral und des Realisierens, welche Auswirkungen das eigene Tun eigentlich hat.

Bis etwa zum letzten Drittel kann man beim "Teuflischen Genie" eigentlich nicht von Spannung sprechen. Das heißt jedoch nicht, dass das Lesen bis dahin eine Qual wäre - ganz im Gegenteil! Ich habe den Roman in drei Tagen verschlungen. Der Reiz zum Weiterlesen kommt dabei vor allem durch das sehr interessante und ungewöhnliche Umfeld. Gut, Schulen für Kriminelle sind in der Literatur keine wirklich neue Idee und auch die kleine, aufgeweckte und viel zu junge Intelligenzbestie ist es nicht. Catherine Jinks gelingt es jedoch, die beiden Motive in einen hochinteressanten Schauplatz zu transferieren. Es ist nicht spannend und es gib keine direkten Cliffhanger, jedoch wollte ich stets wissen, was jetzt weiter passiert - längst nicht nur, wie die zunehmende Rivalität zwischen den Mitstudenten ausgeht; auch nicht nur, was jetzt aus des einem Vampirexperiment oder der anderen Giftforschungen wird; sondern auch, schlicht und einfach, wie der Unterricht sich fortsetzt. Die Lehrkräfte sind dabei bereits Erscheinungen für sich, von dem militanten "Adolf" bis hin zum Anwalt "Dr. Deal" - sie alle könnten sicher auch 'echten' Superhelden gehörige Kopfschmerzen bereiten, jeder auf seine eigene Art.

Außerdem gibt es noch das Spiel hinter den Kulissen: "Nimm nichts für bare Münze". Lernt Cadel während grob der ersten zwei Drittel noch, so kommt es anschließend zum Zusammenruch seines Weltbilds. Plötzlich ist er nicht mehr sicher - zumindest nicht so, wie er es gerne wäre. Menschen, die er für Freunde oder Verbündete hielt - oder zumindest für gleichgültig - entpuppen sich plötzlich als weniger freundlich und verfolgen ganz eigene Ziele, die Cadel nicht behagen. Flucht, Verfolgung und Auseinandersetzung mit der schließlich eintreffenden Polizei führen gegen Ende des Romans zu sehr konkreter Spannung. Dass Cadel am Ende "irgendwie" davonkommt ist eigentlich klar. Dies ist jedoch erst der erste Teil der "Cadel"-Reihe und man darf gespannt sein wie das "Teuflische" Genie sein Werk fortsetzt.

Ein geringfügiges Problem liegt weniger in der Handlung denn im Buch: Pinke Schrift auf dem Cover und schwarze Seiten wirken schön böse und das Cover ist auch gut gestaltet; die schwarzen Seiten heben das Buch nochmals von anderen ab und sind auch durchaus passend. Durch die zusätzliche Farbe kleben die Seiten jedoch leicht zusammen und müssen vorsichtig gelöst werden - was per Hand jedoch gut gelingt, sofern man nicht wie wild herumblättert.

Alles in allem ein Buch, das im größeren Teil durch eine brillante Atmosphäre und den Einblick in eine Hochschule des ultimativen Verbrechens besticht, zu großen Teilen aus dem Blickwinkel eines naiven Jungen.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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