Buch-Cover, Carsten Polzin: Das Fest der Zwerge

Das Fest der Zwerge

Genres: Fantasy; Kurzgeschichten
Verlag: Piper
Seiten: 268
Erschienen: 11/2007 (Original: 2007)
ISBN: 978-3-492-26648-2
Preis: 7,00 Euro (Softcover)
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"Das Fest der Zwerge - Phantastische Weihnachtsstorys" ist eine Sammlung von Kurzgeschichten - jeweils eine pro Autor. Dementsprechend sind die einzelnen Geschichten sehr unterschiedlich und jene, die für mich vollkommen aus der Reihe fallen mögen für einen weiteren Leser vollkommen passend erscheinen. Aus diesem Grund ist eine gesamtheitliche Bewertung einer Anthologie immer schwer: letztendlich muss es oft heißen, dass für so ziemlich jeden etwas dabei ist aber so ziemlich jeder auch mit einer oder mehreren Geschichten nichts anfangen kann. Dies gilt sicher auch hier. Hinzu kommt ein etwas anderes Problem: viele Geschichten sind extrem kurz und auf jede einzeln einzugehen würde oft die Pointe vorwegnehmen oder in eine komplette Inhaltsangabe münden. Aus diesem Grund habe ich darauf verzichtet und betrachte die Anthologie lediglich insgesamt.

Das gemeinsame Thema ist eindeutig Weihnachten. Dies wurde von vielen Autoren nicht wörtlich genommen sondern oft entsprechend des dargestellten Volkes oder der Welt umgesetzt. Die weiteste Abweichung bringt Samit Basu mit "Das Jahr des Affen", welches vom Jahresende handelt. Am 'realsten' (und möglicherweise als gar nicht phantastisch betrachtbar) ist Marliese Arnolds "Die zweite Chance", welches für mich persönlich total aus der Reihe fiel. Dies lag einzig und allein daran, dass dies die einzige Geschichte ist, die absolut unphantastisch, eben real, lesbar ist (wenngleich diese Lesart nicht unterstützt wird - sie bleibt aber zu 99% möglich). Die restlichen Texte unterscheiden sich stark. So gibt es in der Titelgeschichte eigentlich gar kein Weihnachtsfest sondern eine ganz andere Art Fest; Zwölfnächte (Monika Felten) führt in die Vergangenheit, in nordische Mythen und ans Ende der Weihnachtszeit - mittelalterlich wird es noch einmal in "Der Tag des Teufels" (Mara Volkers). Karl-Heinz Witzko steuert mit "Dicke, rote Männer" einen Perspektivwechsel auf den Weihnachtsmann bei - woher kommen jene Männer denn? Ein ähnlicher, wenngleich düsterer, Perspektivwechsel findet auch statt in "Der letzte Weinaxtmann" (Tobias O. Meißner) und in "Noch sind wir nicht tot" (Thomas M. Disch), welche ins Science-Fiction Milieu führt und weit weniger düster ist als man vermuten mag - und das trotz Weihnachtsmänner jagendem Massenmörder. Neben diesen Geschichten gibt es aber auch düster-makabere, so etwa "Gequält vom Alptraum in der schaukelnden Wiege" (Dan Simmons), deren Pointe mir leider völlig entging oder auch die - aus gutem Grund - letzte Geschichte "Kathy" (Florian Straub). Viele dieser und auch der von mir unerwähnten Geschichten führen in die Romanwelt der Autoren, so etwa auch Michael Penkofers "Der Orkvernichter", welcher erneut auf die Helden seiner Romane fokussiert.

Insgesamt lässt sich sagen, dass "Das Fest der Zwerge" eine wirklich große Bandbreite an verschiedenen Geschichten zusammenführt: von High Fantasy bis Science Fiction; von Hoffnung über schallendes Gelächter bis hin zum Makabren und Schrecklichen. Und sie alle offerieren in der ein oder anderen Weise ungewöhnliche Blickwinkel auf das Weihnachtsfest oder den Weihnachtsmann, sind jedoch deutlich mit Weihnachten oder dem Jahresende verbunden. Nicht nur für die Fans der beinhalteten Autoren kann das Fest der Zwerge von mir absolut empfohlen werden: Ja, es gibt Geschichten die mir nicht oder weniger gefielen, aber ich bin mir sicher, dass ich zum nächsten Weihnachtsfest auch zu diesem Buch wieder greifen werde, um die ein oder andere Geschichte erneut zu lesen. Oder vielleicht schon früher - denn wer sich in Fantasywelten zu denken vermag, für den braucht es auch nicht zwangsläufig Weihnachten zu sein.

Meine Lieblingsgeschichte? "Kathy", für einen besonders pointierten Schluss.

Beinhaltete Kurzgeschichten:

Das Fest der Zwerge (Markus Heitz)

Das Jahr des Affen (Samit Basu)

Zwölfnächte (Monika Felten)

Gewuält vom Alptraum in der schaukelnden Wiege (Dan Simmons)

Der letzte Weinaxtmann (Tobias O. Meißner)

Der Besuch (Richard Schwartz)

Dicke, rote Männer (Karl-Heinz Witzko)

Der Weihnachtsmann-Kompromiss (Thomas M. Disch)

Die zweite Chance (Marliese Arnold)

Noch sind wir nicht tot (A. Lee Martinez)

Der Tag des Teufels (Mara Volkers)

Der Orkvernichter (Michael Peinkofer)

Der Wunsch (Ray Bradbury)

Ein Fest der Liebe (Andreas Eschbach)

Kathy (Florian Straub)

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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