Buch-Cover, Cornelia Franz: Das Geheimnis des Roten Ritters

Das Geheimnis des Roten Ritters

Serie: Tigerauge (#1)
Illustrator: Peter Knorr
Genre: Kinderbuch oder Jugendbuch
Verlag: dtv
Seiten: 124
Erschienen: 06/2008 (Original: 2008)
ISBN: 978-3-423-07711-8
Preis: 6,95 Euro (Softcover)
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Als ihr Vater, der Ritter Karl, zum Mainzer Hoffest aufbricht, denken Johanna und Hagen gar nicht daran, einfach zu Hause zu bleiben. Wenigstens einen Blick auf die Reisenden wollen sie werfen - immerhin werden die Söhne des Kaisers Barbarossa auf jenem Fest zu Rittern geschlagen und Menschen aus dem ganzen Reich reisen nach Mainz. Also laufen die beiden querfeldein zur Hochstraße - und sehen nur einen einzelnen Reiter statt der erwateten Menschenmassen. Jener Reiter verliert in vollem Galopp einen Beutel voll Geld und so beschließen die beiden, ihm zu folgen – schließlich muss man das Geld zurückgeben. Außerdem wollen die beiden natürlich allzu gern Mainz und das große Fest sehen.

Das Buch erhält 8 von 10 Punkten.

"Das Geheimnis des roten Ritters" ist eines der ersten Bücher aus der Reihe "dtv junior Tigerauge". Eben jenes Auge findet sich auf allen Büchern der Serie, die zudem mit einem metallisch glänzenden Cover versehen und dadurch recht auffällig sind. Alle Werke der Reihe zielen darauf, dass eine Geschichte mit Sachinformationen verbunden wird, auf einer Stufe, die für Kinder verständlich ist. Die Zielgruppe der Tigerauge-Bücher ist dabei junge Leser mit erster Lese-Erfahrung (ab etwa 9 Jahren), die am jeweiligen Thema interessiert ist. Der Anspruch der Geschichte ist relativ niedrig gehalten: sie ist linear und zügig. Auch aufgrund der vergleichsweise großen Schrift lässt sie Kinder mit ein paar Jahren Lese-Erfahrung zügig vorwärts kommen, allerdings mit Abstrichen: Gelegentlich kommt es im Text der Geschichte zu "Infodumps", also Erklärungen im Text für den Leser, welche die Handlung nicht voranbringen sondern eher aufhalten.

Klar, was denn sonst? Das ist doch auch der Anspruch der Reihe! Das mag man sagen - und dennoch sind diese Texte auf zwei Arten hinderlich. Zunächst einmal nehmen schwer verständliche Wörter einfach den Schwung aus der Geschichte und Begriffe tendieren hier dazu, auf einem Haufen geballt aufzutreten. Zudem finden sich die Erklärungen oft zweifach, einmal im normalen Text und ein zweites Mal in einem Infokasten wie beispielsweise "Was kommt auf den Tisch?". Diese Kästen geben eine kurze Übersicht darüber, was im Mittelalter abläuft, und sind direkt mit der Geschichte verbunden. Einige Wörter jedoch waren selbst mir unbekannt – zwar kein Mittelalterexperte aber nicht vollkommen unwissend – und werden daher auch für Kinder zu Stolpersteinen: manche werden nämlich nicht sofort erklärt sondern eher nebensächlich erwähnt. Insgesamt bleibt die Geschichte dennoch flott. Für ältere Leser ist sie jedoch deutlich ungeeignet: die Handlung ist zu durchsichtig und die Informationen sind – der Zielgruppe gemäß – auf dem Stand einer allerersten Einführung/Übersicht. Diese Zielgruppe, am Thema interessierte Kinder, haben bisweilen weniger Probleme sich durch neue Begriffe zu arbeiten. Im Gegenteil: sie finden es oft spannend, sie kennenzulernen. Natürlich gibt es auch die anderen, die "nichts lernen" wollen: für diese können die Sachinformationen ein stärkerer Spannungsabfall sein.

Neben dem Text gibt es alle paar Seiten Illustrationen (von Peter Knorr) in schwarz/weiß, welche überaus gelungen und exzellent gewählt sind: sie stellen meist eine Szene der Handlung dar, portraitieren zugleich das Umfeld und unterstützen die Informationskästen z.B. durch einige gängige Heilpflanzen oder den Plan eines typischen Klosters nachdem die Kinder dieses besuchen.

Zum Abschluss ein Wort zur zeitlichen Platzierung der Handlung: Das Mainzer Hoffest 1184 ist eines der größten wenn nicht das größte Fest des Mittelalters. Insofern kann man beim "Geheimnis des Roten Ritters" von einem Historischen Roman für Kinder sprechen: theoretisch könnte dies wirklich passiert sein, wenngleich die Einbindung der historischen Fakten natürlich auf einer minimalen Stufe verharrt. Damit kann man insgesamt schließen: Ein schöner "Historischer Roman für Kinder", der sich an jene Jungleser richtet, die sich bereits für Ritter und das Mittelalter interessieren und das Lesen solide beherrschen. Es sollte jedoch kein "Ritterroman" mit Schwertkampf und Lanzengang erwartet werden – diese spielen hier keine Rolle und werden nur am Rande erwähnt. Vielmehr gibt es einen groben Durchzug durch das 'normale' Leben.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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