Buch-Cover, C. L. Werner: Drachenjagd

Drachenjagd

Originaltitel: Blood of the Dragon [AME]
Serie: Der letzte Jäger (#3)
Übersetzer: Andreas Decker
Genre: Fantasy
Verlag: Piper
Seiten: 351
Erschienen: 02/2008 (Original: 2004)
ISBN: 978-3-492-29166-8
Preis: 8,95 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 3/5 Grimoires; 6/10 Punkte, Kann-Lektüre

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Der unerbittliche Kopfgeldjäger Brunner ist auf der Jagd nach dem Kriminellen Gobineau, auf den ein hohes Kopfgeld ausgesetzt ist. Als dieser auf der Flucht vor Brunner sich jedoch nach Mousillon absetzt, einer verfluchten, mordsgefährlichen Stadt am Rande Bretonias, schmiedet der Kopfgeldjäger mit dem Zwergen Ulgrin eine unheilige Allianz für die Verfolgung des Verbrechers.

Denn in Mousillon erwarten die beiden zahlreiche unfreundliche Gesellen, Untote und ein bösartiger Ritter von unwahrscheinlich großer Macht. Die Sache verkompliziert sich nur noch mehr dadurch, dass Gobineau auf seiner Flucht ein uraltes Elfenartefakt aufgelesen hat, das einen zerstörungswütigen Drachen aus seinem tiefen Schlummer weckt. Ob 2000 Goldkronen dafür noch eine ausreichende Belohnung sind?

Wer fluffige Wir-haben-uns-alle-lieb-Fantasy mit grünen Weiden und singenden, springenden Hobbits nicht mehr aushält, der sollte mal ins Warhammer-Universum umziehen. Hier haben die Einwohner einer dreckigen, mittelalterlichen Fantasy-Welt eigentlich nichts Anderes zu tun, als sich mit martialischen Waffen gegenseitig den Kopf einzuschlagen und ansonsten in ihrem eigenen Dreck dahinzusiechen. Das macht keine guten Tourismus-Prospekte, aber ein schön morbides Setting, in dem auch „Drachenjagd“, der dritte Teil der Buchserie über den Kopfgeldjäger Brunner, spielt.

Dieser macht auch keine halben Sachen, sondern verfolgt sein Opfer mit der Beharrlichkeit und der Gewissenlosigkeit eines mittelalterlichen Terminators. Strahlemänner sind ja auch langweilig, deswegen darf Brunner allerhand gemeine Tricks aus dem Ärmel schütteln und dahinsiechende Feinde – oder Freunde – erbarmungslos ihrem Schicksal überlassen. Ihm zur Seite steht ein genauso knüppelharter, goldgieriger Zwerg, der für den nötigen Comic Relief sorgen soll, was freilich nicht wirklich funktioniert. Dann gibt es da noch einen ruchlosen Verbrecher, einen mordlüsternen Vampir, einen korrupten Adligen, einen stinkwütenden Drachen und eine zarte Elfin, die die einzige Figur in dieser Geschichte zu sein scheint, die Anflüge eines Gewissens besitzt. Das mag zwar alles bezaubernd unmoralisch sein, jedoch befindet man sich hier dann was die charakterliche Tiefe angeht trotzdem in einem Nichtschwimmerbecken. Den Figuren werden lediglich ganz kurze Momente gegeben, in denen man so etwas wie Motivationen oder schwer verheilte Narben erkennen kann.

Aber wir befinden uns ja auch im Warhammer-Universum, und da geht es schließlich nicht um Charakterstudien, sondern um brachiale Action. Die enthält einem „Drachenjagd“ natürlich nicht vor, zahlreiche nett beschriebene, ultrablutige Kämpfe halten den Leser bei Laune. Auch die Story schreitet über die ersten zwei Drittel des Buchs geschwind voran und gelangt schon bald zum schönsten Schauplatz des Buchs, der verdammten Stadt Mousillon, die selbst die ohnehin schon niedrigen Hygienestandards von Warhammer locker unterbietet und selbst Mordor wie ein Ferienparadies aussehen lässt. Im letzten Teil verliert das Buch jedoch merklich an Spannung, bietet einen unglaubwürdigen Twist zuviel und ist dann doch viel zu absehbar. Das Finale ist ebenfalls wenig aufregend, denn letztendlich steht ja nichts so wirklich auf dem Spiel – dafür ist die Distanz zwischen Leser und Charakteren dann halt doch zu groß.

Man kann „Drachenjagd“ locker weglesen, egal, ob man die anderen Bücher der Reihe kennt oder nicht, egal, ob man mit dem Warhammer-Universum vertraut ist. Für Freunde düsterer, brutaler Fantasy hat das Buch einen guten Unterhaltungswert. Alles, was darüber hinaus geht, sucht man jedoch völlig vergeblich.

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Avatar von DerDoktor Rezension von: (Grimoires.de)
Der Doktor ist preisgekrönter Wahnsinniger in mehreren Freundeskreisen. Seit langem ist er im Bereich Fantasy unterwegs. Oder vielleicht eher im Bereich Realität?

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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