Buch-Cover, Tanja Heitmann: Morgenrot

Morgenrot

Genre: Dark Fantasy
Verlag: Heyne
Seiten: 17
Erschienen: 09/2008 (Original: 2008)
ISBN: 978-3-453-26605-6
Preis: 480 Euro (Hardcover)
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Die Biss-Bücher von Stephenie Meier haben es vorgemacht: Auch Jugendliche lassen sich für eine Vampir-Liebesgeschichte begeistern. Aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Verlage dafür, Romane mit diesem Inhalt zu veröffentlichen. Mit Tanja Heitmann schafft es außer Lynn Raven einmal wieder eine deutsche Autorin auf den Büchermarkt. Leider werden mit Vergleichen oder Inhaltsangaben, die einfach an andere Bücher erinnern, oftmals Erwartungen geweckt und hart gesottene Fans einer Reihe greifen überhaupt nicht erst nach einem Buch, das als genauso gut wie ihre liebste Reihe angeboten wird. Mit „Morgenrot“ soll nun also ein Vampir-Buch erschienen sein, dass mühelos auf den Biss-Zug aufspringen kann und die jugendlichen Leser zu verzaubern weiß.

Lea hat sich ihr Auslandssemester wahrlich anders vorgestellt. Hier ist es kalt, sie findet kaum Anschluss, verhält sich schüchtern und traut sich nicht den Mund aufzumachen. Sogar der Gang zum Bäcker ist mittlerweile eine Tortur für sie geworden. In dieser Zeit wird Lea von ihrem Literaturprofessor zu einer kleinen Runde eingeladen. Immer wieder bittet er begabte Studenten in sein Haus, wo sie dann über Literatur sprechen. An diesem Abend soll das Thema die Epoche der Romantik umfassen und Lea ist nervös und begeistert gleichermaßen. Durch diverse Umstände kommt sie zu früh dort an und wartet im Salon, wo sie auf einen jungen Mann stößt. Sein Name ist Adam und er ist der schönste Mensch, den Lea jemals gesehen hat. Seine Züge sind ebenmäßig, seine Haut klar und rein, die Ausstrahlung männlich, die Stimme angenehm. Doch leider ist er unnahbar und auch kaum zu Konversation aufgelegt. Dennoch kann sich Lea nicht von dem jungen Mann losreißen. Nicht nur an diesem Abend sondern auch in den folgenden Tagen kann sie sich auf kaum irgendetwas konzentrieren, da ihre Gedanken immer wieder zu Adam zurückkehren. Nachts wird sie dagegen von schrecklichen Alpträumen geplagt, die sie immer wieder aufschrecken lassen. Einige Tage später entdeckt sie Adam schließlich mitten in der Nacht halbnackt und blutbesudelt neben ihrem Bett. Er gesteht ihr schließlich, dass er schon seit vielen Nächten hier sitzt und sie beobachtet, in dieser Nacht jedoch unvorsichtig geworden ist, da er bei einem Kampf geschwächt wurde. Vor Leas entsetztem Blick schließen sich in diesem Moment auch seine Wunden. Adam erklärt ihr, dass er besessen ist. In ihm lebt ein Dämon, der ihm hilft ewig zu leben und seinen Körper schnell zu heilen. Der ihn jedoch gleichzeitig als Wirt benutzt und gelegentlich etwas einfordert, wie Blut. Dieser Dämon hat Lea als Adams Gefährtin auserkoren und möchte sie ebenfalls mit einem Dämon besetzen. Adam ist davon jedoch alles andere als begeistert, da er sich seine Gefährtin gerne selbst aussuchen würde, anstatt eine aufgedrängt zu bekommen.

Doch dann geschieht ein unglaubliches Massaker und Lea flieht vor Adam und dem, was er ist und kann sich einige Jahre vor ihm verstecken, bis er sie wieder ausfindig macht und nicht bereit ist, sie erneut gehen zu lassen.

„Kann man einen Vampir lieben?“ steht auf dem Cover. Die Frage sollte aber vielmehr lauten „Kann ein Vampir dich lieben?“. Denn Lea liebt Adam mit einer ermüdenden Intensität, während Adam Lea als Spielzeug behandelt, dass er hin und her schieben kann, wie es ihm gefällt. Mit der Zeit beginnt er, mehr für sie zu empfinden, als die pure Gleichgültigkeit, die er immer zur Schau trägt, doch das Ganze läuft vielmehr auf körperlicher Ebene ab. Aber gerade die ist es, die den beiden verwehrt bleiben muss, da sie den Übergang des Dämons in sich tragen würde. Da Lea Adam aber so innig liebt und ihn in ihrer Nähe haben möchte, macht das ihr Leben zur Qual. Sie sehnt sich nach ihm, möchte ihn berühren, fühlen, in seiner Nähe sein, doch er bleibt kalt wie ein Fisch, immer auf Abstand. Adam ist auch kein Vampir im klassischen Sinn, so wie wir Vampire in letzter Zeit kennen gelernt haben, er ist vielmehr einfach nur besessen, sodass zwei Geister in ihm leben und aus diesem Grund auch uneins mit sich und seiner Existenz. Adam kann durchaus ein Teufel sein, er quält Lea ganz gern, lässt sie spüren, dass sie sein Spielzeug ist und das er mit ihr umspringen kann, wie er möchte. Lea dagegen ist ein Häschen. Es dauert fast das ganze Buch hindurch, bis sie auf eigenen Beinen stehen kann und selbst dann gelingt es ihr mehr schlecht als recht, sich zu wehren. Ihre ständige Schwärmerei für Adam zieht das Buch unnötig in die Länge und verschafft dem Leser einige recht langweilige Momente, ebenso wie die ausgedehnten Beschreibungen der Autorin, die alles festhalten möchte, von der Kleidung der Protagonisten, bis hin zu der Umgebung und den Gesichtsausdrücken. Wahrscheinlich hat sie versucht, die Eindrücke zu beschreiben, damit der Leser sich alles besser vorstellen kann. Mir persönlich war das etwas zuviel des Guten, da die eigentliche Geschichte somit oftmals in den Hintergrund rutscht, wenn ständig über eine Seite lange Beschreibungen folgen, bevor endlich wieder ein Gespräch zustande kommt, oder die andere Person endlich auf einen Satz antworten kann. Gut dagegen sind die Einschübe, in denen man einen Einblick in Adams Inneres und damit auch seine Zerrissenheit erhaschen kann.

Die Geschichte ist nicht schlecht, aber anders, als man erwartet hätte und vor allem anders, als der Klappentext einem weismachen möchte. Hier liegt eine blutige und zum Teil sehr erschreckende Geschichte vor, die aber fast unter den konfusen Gedankengängen Leas verschwindet.

Zu empfehlen ist sie damit für all jene Leser, die etwas mit dem Thema anfangen könnten und auch eine „Liebesgeschichte“ ertragen, die im Grunde keine ist sowie seitenlange Beschreibungen nichts ausmachen. Diese werden hier wohl eine anziehende Geschichte finden.

Eine Erwähnung zu dem Äußeren des Buches muss an dieser Stelle aber noch sein, denn hier muss man dem Verlag ein großes Kompliment machen. Das Cover ist schon sehr hübsch, auch wenn es wieder in eine vollkommen falsche Richtung deutet, aber das Buch ohne Umschlag sieht ebenso fantastisch aus. Zudem gibt es ein Lesebändchen.

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Avatar von Katharina Rezension von: (Grimoires.de)
Katahrinas Lesekarriere begann mit Wendy und Mickey Mouse. Über Märchenmond gelangte sie zur Fantasy. Diese entachte auch eine regelrechte Bücher-Sammelwut in allen Bereichen. Am liebsten blieb ihr jedoch die Fantasy - und Vampire.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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