Buch-Cover, Michael Moorcock: Der Bleiche Lord

Der Bleiche Lord

Originaltitel: The Vanishing Tower u.a. [EN]
Serie: Elric-Saga (#1)
Übersetzer: Thomas Schlück
Genre: Fantasy
Verlag:
Seiten: 606
Erschienen: 06/2002 (Original: 1977)
ISBN: 3-453-21373-4
Preis: 8,95 Euro (Softcover)
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Kultklassiker
Nicht eindeutiges gut/böse Schema
Antihelden/Unfreiwillige Helden
Interessante Feinde / Hürden
Ganzheitlich erkennbare Welt

Dieser Sammelband beinhaltet die schon zuvor bei Heyne erschienenen Romane "Der verzauberte Turm"," Im Banne des schwarzen Schwertes" und "Sturmbringer".

Das schöne Imrryr liegt in Trümmern. Der Albino Elric, letzter Monarch des durch seine Hand fast ausgerotteten Volkes von Melniboné, zieht mit seinem Freund Mondmatt durch die jungen Königreiche auf der Suche nach Theleb K'aarna, dem Zauberer aus Pan Tang, dem er Rache schwor.

Ein ums andere Mal entkommt Theleb K'aarna, er sammelt Armeen um sich, und belagert selbst das Ewige Tanelorn und die Festung von Myshella, die Herrin der Morgenröte, welcher Elric hilft um seinen Feind endlich zu vernichten, was ihm jedoch erst später beim Sturm auf die Festung eines Kaufmannes gelingt.

Trotz allem kann Elric keine Ruhe finden. Zwar findet er eine Frau, die er lieben kann und heiratet sie, wirklich ruhen und im Frieden einer Familie leben kann er nicht. Nachdem er sich zur Ruhe setzte marschiert eine Gefahr aus dem Osten herauf, die nur Elric abzuwenden vermag - mit Hilfe der restlichen Imrryrer und ihrer Drachen, die schon einmal wieder mit ihm kämpften. Doch dies und all das, was zuvor geschah, scheint nur ein Vorgeplänkel gewesen zu sein, denn ein alter, toter Gott wandelt wieder auf der Welt um sie zusammen mit seinen Brüdern zu beherrschen. Das Chaos wirft die ewige Waage auf seine Seite und die Lords der Ordnung sind unfähig einzugreifen, das kosmische Gleichgewicht wird immer weiter gestört. Elric ist tief verstrickt in die Pläne des Schicksals. Trotzdem er die Runenklinge fortwarf kehrte Sturmbringer zu ihm zurück, denn die Bestimmung der Runenklinge ist groß. Sepirez, Diener des Schicksals wie seine 11 Brüder aus Nirhain stehen Elric zur Seite, um den Willen des Schicksals zu erfüllen.

Doch diese Mission ist das schwerste, was Elric jemals vollbringen muss, wenngleich er als Ewiger Held wiedergeboren werden wird: Er muss die Welt vom Chaos befreien, auf dass die Lords der Ordnung eine neue Welt erschaffen können. Dies zwingt Elric dazu, gegen seinen Schutzherrn Arioch, einen Lord der Hölle, und seine Kameraden zu kämpfen, die vom Theokraten Pan Tangs auf die Welt gerufen wurden. Doch was auch immer Elric tut, nichts scheint die Horden des Chaos aufzuhalten, immer weiter rücken sie vor und vernichten ein Volk nachdem anderen um das, was einmal die Menschheit war, in eine Manifestation des Chaos zu verwandeln. Die einzige Chance scheinen die Weißen Lords zu sein, welche die Herzöge des Chaos bannen könnten. Doch sie können die Welt noch nicht betreten. So sucht Elric das Horn des Schicksals um zur Entscheidungsschlacht zu rufen: Die Drachen Imrryrs und die Weißen Lords gegen die Herren der Entropie - doch weiss Elric längst, dass seine Mission, die Mission Sturmbringers, zuletzt nichts anderes ist, als die gesamte Welt zu zerstören, auf dass alle unfertigen Versionen der Menschen neu und besser entstehen können - oder zu versagen und die Welt dem kompletten Einfluss des Chaos zu überantworten...

Das Buch erhält 8 von 10 Punkten

Das Buch enthält 3 Bücher, wiederum in jeweils 3 (einmal 4) Bücher geteilt, die zuvor bereits bei Heyne erschienen (s.o.).

Das Buch beinhaltet den in "Das Schattentor" begonnenen Klassiker um das Schicksal des Albinokönigs Elric von Melniboné. Wiederum ist der Stil nicht eben der gewöhnlichste, doch liest man sich ein. Keinesfalls kann die Elricsaga "leichte Lektüre" genannt werden - was sie aber nicht schlecht macht.

Was im gesamten Buch auffällt sind oft vorkommende Wiederholungen, die durch die ursprüngliche Veröffentlichung in mehreren Büchern entstanden.

Die Idee von Ordnung und Chaos als verfeindete Kräfte, die um die Welt kämpfen ist keineswegs neu, zumal sie auch mit Gut und Böse assoziiert werden. Neu ist auch nicht, dass das Böse gegen sich selbst gewandte wird, in Form von Elrics Runenklinge. Über allem schwebt die Hand des Schicksals, die zu einer 3. AKTIVEN Macht wird, die keineswegs vollkommen vorbestimmend ist. Vielmehr muss das Schicksal selbst fürchten, dass nicht geschieht, was es vorherbestimmt hat.

An diesem Punkt findet sich eine kleine Schwäche - nicht im Text, sondern im logischen Denken jedes Menschen. "Schicksal" ist einfach "Vorsehung" und "Vorbestimmung" (zumindest in gewissen Bahnen), die auch eintritt. Daher kommt man hier manchmal durcheinander - was Elric allerdings auch tut.

Auf ein typisches Happy End wurde zum Glück verzichtet, wenn es auch in großen Teilen vorhersehbar war. Es hätte nicht zu dem gesamten dramatischen Handlungsablauf gepasst. Dennoch wirkt das Ende auf eine Art unbefriedigend. Gewiss konnte der Autor nichts mehr sagen, alles ist aufgelöst, aber man fragt sich dennoch, was nach der großen Schlacht passiert. Vermutlich wären Ausführungen des Autors aber eher eine Verschlechterung. Im Großen und Ganzen kann man die Elricsaga tatsächlich mit einem groß angelegten Drama vergleichen und ich würde mich freuen, es einmal auf der Bühne zu sehen.

Wie für den ersten Teil gilt: Ein Klassiker, der das Lesen für diesen Preis erst recht Wert ist! Wem der erste Teil jedoch schon nicht gefiel, der darf diesen auch getrost ignorieren.

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Avatar von nicoRezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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