Buch-Cover, Jacqueline Carey: Das Zeichen

Das Zeichen

Originaltitel: Kushiels Dart [AME]
Serie: Kushiel (#1)
Übersetzer: Ann Lecker
Genre: Romantic Fantasy
Verlag: LYX Egmont
Seiten: 953
Erschienen: 09/2007 (Original: 2001)
ISBN: 978-3-8025-8120-5
Preis: 16,95 Euro (Softcover)
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Wertung: 5/5 Grimoires; 9/10 Punkte, Sehr gut

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Es gibt Bücher, denen es gelingt ihre Leser in zwei Gruppen zu spalten, da sie brillant, aber provokant gleichermaßen sind. Mit dem ersten Band der Kushiel Trilogie ist das ebenfalls so und bis zum Schluss kann man sich nicht sicher sein, ob man das, was man hier liest wirklich gutheißen kann.

Im Land Terre d'Ange wird ein Leben geführt, das man nirgendwo anders kennt. Die Gottheit verkündet den Vorsatz „Liebe so, wie es dir gefällt“ und heißt jede Art von körperlicher Vereinigung gut. Die Kinder jener Gottheit, die D'Angelines, die aus einer Verbindung zwischen Göttern und Menschen entstanden sind, zeichnen sich durch ungewöhnliche Schönheit aus, zudem verfügen sie über ein großes Geschick im Umgang mit Literatur und Poesie. In den 13 Häusern des Nachtpalais wird diese körperliche Liebe jederzeit ausgelebt, die offene Prostitution ist den Menschen in Fleisch und Blut übergegangen und Teil der Gesellschaft geworden, sodass man daran nichts Verwerfliches sieht. Phèdre ist ein Kind von Eltern des Nachtpalais und ebenfalls mit unfassbarer Schönheit gesegnet, jedoch auch mit einem Makel behaftet, der ihr ein normales Leben unmöglich macht. Es gibt einen kaum wahrnehmbaren roten Fleck in der Iris ihres linken Auges, der sie wertlos macht. Sie kann keine Konkubine werden, da solch ein Makel innerhalb einer makellosen Gesellschaft nicht toleriert werden kann. Da das Kind somit auch für die Eltern eine große Enttäuschung ist, wird Phèdre schnell an das Nachtpalais verkauft, wo sie eine wissenschaftliche Ausbildung erhält, allerdings nicht über den Status einer Leibeigenen herauskommt und vor allem nicht integriert wird. Eines Tages trifft das Mädchen jedoch auf Anafiel Delaunay, einem Edelmann, der sofort erkennt, dass der Fleck keinesfalls ein Makel, sondern ein Zeichen des Gottes Kushiels ist, dessen Pfeil sie gekennzeichnet hat. Dadurch ist es für sie möglich aus Schmerz Lust zu ziehen und damit Dinge auszuhalten, die anderen Konkubinen unmöglich sind. Delaunay nimmt Phèdre mit sich, nimmt sie in seinem Haus auf und schenkt ihr das, was ihr bisher verwehrt wurde. Endlich wird sie in die Liebe eingeführt, auch wenn dies auf eine harte und brutale Art und Weise geschieht, die für das Mädchen aber durchaus erotisch ist, da sie ja Schmerz ertragen und in Lust umwandeln kann. Vor allem aber werden ihre Sinne geschärft, da sie von Anafiel selbst unterrichtet wird. Schnell wird Phèdre zu der begehrtesten Konkubine des Nachtpalais und ist dennoch auf der Hut, da sie sich sicher ist, dass dies nicht Anaifels einziges Ziel sein kann. Schnell muss sie feststellen, dass es tatsächlich einen Verräter gibt, der sie in große Verzweiflung stürzen wird, während sich die Feinde des Landes sammeln, um anzugreifen und alles dem Erdboden gleichzumachen.

Dieses Buch ist sehr gut und sehr schlecht gleichermaßen, sodass eine Bewertung wirklich schwierig ist. Positiv ist die Geschichte einer jungen Frau, die viel Leid ertragen muss und den Leser mit sich zu reißen vermag. Phèdre vereint alle positiven Eigenschaften, die man sich nur wünschen kann, sie ist bezaubernd schön, anmutig, intelligent, stark, mutig, aber auch schwach genug, um noch sympathisch zu wirken, zudem etwas ganz besonderes. Ihr Lebensweg ist steinig und man wünscht ihr alles Gute, so schnell schleicht sie sich in das Herz der Leser. Die Autorin weiß jedoch auch zu schockieren, vor allem noch am Anfang des Buches, wenn sie ausschweifende Sex-Szenen einspielt, die sehr SM lastig sind, was sicherlich nicht für jeden Leser geeignet ist. Die ausgeprägte Verwendung einer Peitsche oder gar eines Schürhakens sind einfach nichts für schwache Gemüter mit einer großen Vorstellungskraft. Auch, wenn der Krieg losbricht, stößt man auf einige sehr blutige Kampfszenen, die man ertragen muss.

Der Beginn des Buches ist leider etwas zäh, was durch die komplizierte Einführung in die Welt und das System des Reiches einher kommt. Zudem stößt man auf tausend Begriffe und Namen, die man nicht zuordnen kann und erst lernen muss. Zwar gibt es eine Karte und auch ein Verzeichnis der Namen, jedoch hätte ein Glossar hier nicht fehlen dürfen, da man sehr schnell den Überblick verliert und einfach weiter liest, in der Hoffnung irgendwann alles verstanden zu haben. Der Stil und auch der komplexe Inhalt verlangen dem Leser viel an Konzentration ab. Das Buch bietet damit kein reines Lesevergnügen, sondern vielmehr anstrengende Stunden voller Fixierung auf ein Buch, das man so schnell wie möglich lesen sollte, damit man nichts Wichtiges vergisst. Brillant ist es, schon allein weil die Geschichte einen nicht mehr loslassen kann, aber auch zu anstrengend, um perfekt zu sein.

Ein ausschweifender, manchmal etwas übertriebener Stil, eine bezaubernde Protagonistin, harte SM-Szenen, schwere Schicksalsschläge und eine fesselnde Geschichte machen den ersten Band der Trilogie aus. Nach ungefähr den ersten qualvollen 100 Seiten kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen und ist von dem Einfallsreichtum der Autorin und der Vielschichtigkeit der Charaktere und Geschichte beeindruckt. Dementsprechend ist das Buch für all jene mit etwas Durchhaltevermögen und nicht allzu zartem Gemüt zu empfehlen!

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Avatar von Katharina Rezension von: (Grimoires.de)
Katahrinas Lesekarriere begann mit Wendy und Mickey Mouse. Über Märchenmond gelangte sie zur Fantasy. Diese entachte auch eine regelrechte Bücher-Sammelwut in allen Bereichen. Am liebsten blieb ihr jedoch die Fantasy - und Vampire.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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