Buch-Cover, Hilari Bell: Zwei Schwerter für die Freiheit

Zwei Schwerter für die Freiheit

Originaltitel: The Last Knight [AME]
Serie: Ritter und Schurke (#1)
Übersetzer: Anja Hansen-Schmidt
Genre: Kinderbuch oder Jugendbuch
Verlag: dtv
Seiten: 351
Erschienen: 05/2009 (Original: 2007)
ISBN: 978-3-423-71356-6
Preis: 9,95 Euro (Softcover)
Schlagworte: MordRitter
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Die Zeit der Ritter ist vorbei. Dies ist die Moderne. Fahrende Ritter sind lächerlich - dies und Ähnliches ist Sir Michael jedoch egal und gegen den Willen seines Vaters bricht er als Fahrender Ritter auf. Begleitet wird er schließlich von seinem "Knappen" Fisk, den er vor einer Verurteilung rettet.

Plötzlich jedoch scheint es, als ob Sir Michael selbst verurteilt wird: Die Edeldame, der er zur Flucht verhalf, war eine Giftmörderin. Zerknirscht muss Sir Michael eingestehen, dass er hinters Licht geführt wurde. Mit einem Schuldbann belegt muss er nun die Mörderin finden und vor Gericht bringen - doch bald schon scheint es als ob nicht die Mörderin gejagt wird sondern vielmehr der Ritter und sein Knappe.

Das Buch erhält 8 von 10 Punkten.

Die ersten Seiten des Buches waren für mich eine Enttäuschung. Der Grund ist klar: falsche Erwartungen. Ich las in der Werbung von der "Moderne" und von aus der Mode gekommenem Rittertum. Selbst die zweite Seite erwähnt noch einmal die „Moderne“. Ich habe jedoch keine Idee, was sich der Autor unter diesem Begriff vorstellt; irgendetwas herausragend „Modernes“ habe ich im Buch nicht entdecken können. Ich erwartete eine nahezu zeitgenössische Welt, auf dem Stand mindestens um 1800, eher noch später. Diese gibt es hier nicht – es ist nicht einmal unsere Welt. In der Welt Sir Michaels gibt es Götter, gibt es Magie und insbesondere magische Pflanzen und Tiere. Die Organisation ist feudal, also immer noch dem Mittelalter ähnlich - auffallend ist nur die Abwesenheit fast aller Bewaffneten und aller Ritter außer Michael.

So viel zur Enttäuschung über die Erwartung. Nachdem ich mich von den falschen Vorstellungen gelöst habe machten sie mir nämlich wenig aus. Dies liegt auch an der Welt, die zunächst seltsam erschien, ging ich doch immer noch von unserer aus - vermutlich hätten mir die zwei Monde auf dem Cover eine Warnung sein sollen. Das Konzept der "Magica"-Wesen ist interessant, ebenso hat die nur in geringem Maße vorhandene Magie ihren Reiz. Jedoch hat die Welt auch viele Leerstellen, die für die Handlung zwar nicht benötigt werden, mir aber auch nicht das Gefühl gaben, in einer wie auch immer gearteten „Moderne“ zu sein – ich erhielt den Eindruck eines Nach-Mittelalters ohne Kriege.

Die Handlung selbst ist weitestgehend geradlinig, besitzt jedoch einen fließenden Übergang zum Kriminalroman und damit einige Drehs: ist die gesuchte Dame wirklich eine Giftmörderin? Was geht überhaupt vor? Einiges ist hier definitiv seltsam. Eine eindeutige Moral wird abgelehnt - die letztendlichen Handlungen des "Helden" sind zwar der "richtigen" Seite zuzuordnen, haben jedoch auch einen schalen Nebengeschmack. Verschiedene Sichtweisen werden auch durch den Wechsel des Erzählers gestärkt: jeweils abwechselnd erzählen Fisk und Michael, was sie denken und was ihnen widerfährt - und natürlich verändern sich beide im Verlauf der Handlung.

Bei der Konstellation eines Ritters in einer Zeit, in der es keine mehr gibt, und eines gewitzten Knappen drängt sich ein Klassiker auf: Don Quixote. Bis auf die Konstellation der zwei Hauptfiguren hat es damit aber nichts gemein. (Und selbst hier ist Sancho Pansa viel weniger "gewitzt" als "bauernschlau".) Es kann noch so oft behauptet werden, dass Ritter nicht passen; Sir Michael wird zwar oft belächelt - Ritter passen aber sehr wohl noch in diese Welt, wenn auch nicht im üblichen Glanz strahlender Rüstungen. In dieser Hinsicht ist die Prämisse misslungen - wie erwähnt liegt dies auch daran, dass man wenig von der Gesellschaft und dem Militär, insbesondere in Hinblick auf die technische Entwicklung mitbekommt: man hat zum Schluss keine Ahnung, auf welchem technologischen Stand sich diese Welt befindet und insofern kann der Ritter gar nicht als Fremdkörper gesehen werden.

Trotzdem ist "Zwei Schwerter für die Freiheit" ein äußerst kurzweiliger Roman für Jugendliche wie auch Erwachsene. Er bringt wenig Neues, man mag die generelle Richtung der Handlung vorhersehen - aber der Stil ist flott, die Handlung spannend und der Roman gelungen. Die Fortsetzung habe ich mir schon in Gedanken vorgemerkt.

Ein Nachsatz: Wenngleich nicht vom Verlag vermerkt ist dies der erste Teil der "Knight and Rogue"-Reihe, von "Ritter und Schurke" also. Selten tue ich dies, doch in diesem Fall lobe ich von ganzem Herzen die Entscheidung, den Titel nicht direkt zu übersetzen: "Zwei Schwerter für die Freiheit" stimmt zwar erstens nicht (Fisk führt beispielsweise kein Schwert), mag im Rückblick zu viel Preis geben und ist auch nicht sonderlich informativ - aber besser als das Original "Der Letzte Ritter" ist es allemal, denn diese Formulierung ist schlicht ausgeleiert.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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