Buch-Cover, Stephan M. Rother: Die letzte Offenbarung

Die letzte Offenbarung

Genre: Mystery
Verlag: Blanvalet
Seiten: 511
Erschienen: 11/2009 (Original: 2009)
ISBN: 978-3-442-37115-0
Preis: 8,95 Euro (Softcover)
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Wertung: 4/5 Grimoires; 8/10 Punkte, Gut bis sehr gut

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Die Bibliotheca Apostolica des Vatikans brennt - und dabei werden auch unersetzliche Schriften beschädigt. Eine dieser Schriften erhält der junge Restaurator Amadeo Finelli um sie wieder instandzusetzen. Im Einband des Buches stößt er jedoch auf Papyrus-Fragmente, welche drohen, die Grundfeste des katholischen Glaubens zu erschüttern: die letzte Offenbarung des Johannes. Am Anfang war nicht das Wort, sondern der Blick - der Blick Jesu, der zu Johannes Geliebtem wurde...

Doch die Offenbarung ist unvollständig. Ein Hinweis am Ende des letzten Fragments deutet auf ein anderes Buch und so beginnt eine Hatz durch die Bibliotheken Europas, denn schon sind Mächte hinter Amadeo her, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken um die Fragmente selbst in die Hände zu bekommen.

Das Buch erhält 8 von 10 Punkten.

Jesus war mit Maria Magdalena verheiratet - so gingen in jüngerer Vergangenheit oft die Mystery-Thriller, die in Umgebung der Kirche spielten. Kann es da einen Schritt weiter noch schockieren? Einige vermutlich schon. Ob das der Grund ist, dass der Rückentext nichts von der spezifischen Brisanz enthüllt? Dieser sagt nämlich, kurz zusammengefasst, "Ein Text droht, die Grundfesten der katholischen Kirche zu erschüttern". Das ist nicht eben informativ und kann auf fast jeden Religion-Mystery-Thriller übertragen werden; natürlich ist es auch nicht falsch. Wie man vom Genre erwarten darf gibt es Nachforschungen (hier in verschiedenen Bibliotheken), Schießereien, Verfolgungen, Suchen. Die Parts von Action und Recherche sind dabei nahezu episodisch voneinander getrennt und verlaufen immer stärker ineinander, bis es zu einer letzten, großen Konfrontation kommt in der schließlich auch die Drahtzieher der einzelnen Seiten enthüllt werden.

So gesehen bietet "Die letzte Offenbarung" nichts wirklich Neues - das war alles schon einmal da. Dennoch gelingt es Stephan M. Rother, den Leser mitzureißen. Amadeo Fanelli ist hier die sympathische Identifikationsfigur, die dem Leser nur sein Wissen um die Restauration alter Texte voraus hat, ansonsten aber ebenso ahnungslos ist wie dieser – und bisweilen auch naiv. Kann man miträtseln? Kaum. Es geht von Station zu Station und jedes Mal wird der Text der Offenbarung fortgesetzt. Dass der Vatikan seine Hand mit im Spiel hat, ist auch klar - aber über die weiteren Fraktionen kann man nur mutmaßen und die winzigen Hinweise, die es gibt, sind nur im Nachhinein klar. Die Stationen sind dabei gut gewählt: Von einem deutschen Kloster, dem Kölner Dom, nach Oxford, nach Rom und dergleichen mehr - Orte mit Geschichte, und diese Geschichte wird mit eingebunden wie beispielsweise der Einbruch in den Kölner Dom 1975. (Was leicht irritierend wirkt: dieser Einbruch ist "über zwanzig Jahre her". Dies legt nahe, dass die Handlung zwischen 1995 und 2005 spielt - sonst würde man "über dreißig Jahre" sagen, was natürlich nichts an der Richtigkeit der ersten Aussage ändert. Gleichzeitig ist der amtierende Papst aber anscheinend der Nachfolger Benedikts.) Auch auf die Geschichte und die Gegebenheiten der anderen Orte wird angespielt, jedoch nie vertiefend Im Wesentlichen ist "Die letzte Offenbarung" ein flotter Action-Thriller der nur durch die Offenbarung eine kleine Portion Mystery hinzu bekommt. Ansonsten ist die Handlung "mundan" - es wird mit Pistolen und Gewehren geschossen, Magie und Mystik bleibt außen vor.

Zugreifen kann, wer eine schnelle, actionreiche Handlung liebt, die hier und da mit ein wenig Geschichtswissen verbunden ist. Wer tiefer gehende Einstiege in die Historik sucht, der ist fehlberaten - aber als flotte Lektüre zwischendurch, noch zusätzlich beschleunigt durch kurze Kapitel über deren Grenzen man fast immer hinweg liest (77 Kapitel auf 481 Seiten plus Prolog und Epilog) ist „Die letzte Offenbarung“ sehr empfehlenswert.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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