Buch-Cover, Daniela Winkler: Liebeslied an den Tod

Liebeslied an den Tod

Serie: Grablicht (#1)
Autor (Texter): Daniela Winkler
Illustrator: Daniela Winkler
Genre: Comics
Verlag: Comicstars
Seiten: 188
Erschienen: 05/2010 (Original: 2010)
ISBN: 978-3-426-53000-9
Preis: 6,95 Euro (Softcover)
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Grimoires.de    
Wertung: 5/5 Grimoires; 9/10 Punkte, Sehr gut

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Sie wacht auf einem Spielplatz auf. Wie ist sie dorthin gekommen? Und wo wohnt sie? Und... wer ist sie überhaupt? Auf diese Fragen findet Emily, wie sie bald genannt wird, keine Antworten - und ebenso wenig über den "Ketchup", der sie bedeckt. Stattdessen steht plötzlich der Vampir David vor ihr, der sie bereits selbst zu einem Vampir gemacht hat. Was immer hinter Emily liegt - vor ihr liegen ein hartnäckiger Vampirjäger und einige Vampire, die etwas gegen sie und David haben. Und es bleiben natürlich die Fragen, wer Emily war und was sie überhaupt auf dem Spielplatz machte - und was David wirklich will.

Das Buch erhält 9 von 10 Punkten.

Jene Fragen bleiben auch am Ende des Buches offen, dessen Hauptkritik man schnell auf den Punkt bringen kann: es ist zu kurz, her mit dem zweiten Teil! Als typischer Manga muss kaum noch erwähnt werden, dass "Grablicht 1" auch von "hinten nach vorne" gelesen wird, also entgegen der im Westen üblichen Leserichtung. Wer dies dennoch vergisst findet auf den nach westlicher Lesart ersten Seiten entsprechende Anweisungen.

Der Comic selbst ist in schwarz-weiss gehalten, was ihm nicht schadet sondern Charme verleiht und die generelle dunkel-düstere Stimmung unterstützt; lediglich die ersten paar Seiten sind in Farbe. Weiterhin ist der Comic in sechs Kapitel unterteilt; über diese Grenzen liest man jedoch hinweg – oder blättert vielmehr hinweg, denn "Grablicht" ist ein Comic, der das Sehen stärker betont als das Lesen. Zwar gibt es Dialog, aber ebenso gibt es sehr viele Panels ohne ein einziges Wort oder lediglich mit bekannter Comic-Lautmalerei; andere Panels enthalten nur minimalen Text. Das ist keine Schwachstelle, denn die Handlung wird durch die Zeichnungen allein perfekt weiter erzählt – auch mit berechtigtem Mut zu einer gänzlich schwarzen Seite. Gerade die Wortlosigkeit mit ratlosen, leeren oder vorwurfsvollen Blicken fängt die Stimmung ein und lässt die graphischen Elemente wirken.

In sprachlicher Hinsicht klingen allenfalls einige englische und französische Wendungen seltsam. Diese sind spezifischen Vampiren zugeordnet - im sie als international zu kennzeichnen? Ich empfand sie als irritierend und sehe nicht, was sie beisteuern.

Bliebe noch die Handlung. Die Fragen, die Emily sich stellen muss, können gar nicht beantwortet werden, so schnell geht es vorwärts: lernen, was ein Vampir ist, sich mit einem Vampirjäger auseinandersetzen, jagen gehen - und dann ist der Comic auch schon zu Ende. Die Handlung ist dabei stellenweise recht brutal: ein Vampir wird zum Beispiel kurzerhand mit einem riesigen Kreuz durchbohrt; Blut spritzt. Allerdings ist diese Brutalität stark überzeichnet und keine Figur kommt zu dauerhaftem Schaden. Lockerheit entsteht auch durch starke Situationskomik mit bisweilen geradezu kindischem Humor und ebensolchen Reaktionen - und der absoluten, puren Naivität (nicht nur) Emilys.

Diese "heitere" Seite samt Lebens(?)-Freude und Gekicher ist aber eben nicht das einzige: Die Leitfragen des Comics sind düster, existentiell. Immer wieder driftet Emily in dunkle Überlegungen: In einem Sarg schlafen? Menschen jagen und ihr Blut aussaugen? Hier nähert sich "Grablicht" einer Initiationsgeschichte an. Lebensfreude und Verzweiflung liegen sehr nah beieinander und zeigen einmal ein anderes Bild als das derer, die unbedingt zu einem Vampir und dadurch unsterblich werden wollen. Naive Situations-Komik und existenzielle Düsternis ergänzen sich somit und bieten einen recht emotionalen Mix.

Fazit: Ein gelungener Auftakt zu einer Vampir-Reihe, der viele Fragen offen lässt - deren Antworten im zweiten Teil ich lieber heute als morgen lesen würde.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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