Zeit des Grauens

Kurz&Knapp (?)

Plattes Ende
Verarbeitung bekannter Grundlage
Gefühle übertragen sich

Autor:
Originaltitel: the unloved [AME]
Übersetzer: Hartmut Huff
Verlag: Heyne
Genre: Fantasy
ISBN-13: 978-3-453-77180-2
Erschienen: 04/2007 [1988]
Seitenzahl: 409
Kaufpreis: 5,00 EUR (Softcover)
Rezensent:

Bewertung: 8/10 Wertung: 4/5 Grimoires; 8/10 Punkte, Gut bis sehr gut (Gut bis sehr gut)
Besucherwertung:9.33/10Wertung: 5/5 Grimoires; 9.33/10 Punkte, Sehr gut(3 Stimmen)
Kombinierte Wertung:8.5/10Wertung: 4/5 Grimoires; 8.5/10 Punkte, Gut bis sehr gut 
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Beschreibung und Rezension:

Buch-Cover, John Saul: Zeit des GrauensKevin Deveraux ist in einem großen Herrenhaus aufgewachsen, in dem seine strenge Mutter, seine hübsche und begabte Schwester und er gemeinsam mit seinem Vater gelebt haben. Als Kevin noch jung war, ist sein Vater schwer gestürzt und gestorben, so hat man es den Kindern jedenfalls erzählt und auch seine Schwester Marguerite stürzt kurz darauf schwer, bricht sich ihre Hüfte und muss ihre Träume, eine berühmte Tänzerin zu werden, begraben. Kevin wurde daraufhin auf ein Internat geschickt, von dem er nur zu Weihnachten wieder nach hause zurückkehren durfte.

Freiwillig ist er jedoch nicht mehr nach hause gekommen und nachdem er alt genug war, zog er weit von dort entfernt in die Stadt, wo er seine Frau Anne kennen lernte. Sie heirateten und bekamen zwei Kinder.

Nun sind viele Jahre vergangen, seitdem Kevin seine Mutter und seine Schwester wiedergesehen hat, als er erfährt, dass seine Mutter im Sterben liegt und ihn sehen möchte. Er spürt, dass er zurückkehren muss, um mit ihr zu sprechen und mit dem Vergangenen abzuschließen. So fährt er in den Ferien mit Anne, seiner Tochter Julie, die ebenfalls eine begabte Tänzerin ist und seinem achtjährigen Sohn Jeff auf die kleine Insel, auf der das alte Herrenhaus steht.

Anne fühlt sich dort sofort unwohl, das Haus ist muffig und Helena, Kevins Mutter ein Drache, vor der man Angst bekommt, noch bevor sie den Mund aufmacht. Sie bekommt sofort zu spüren, dass sie nicht willkommen ist und lediglich Julie wird aufgenommen. Die alte Hausdame Ruby ist zwar freundlich und Marguerite ein Engel in Menschengestalt, doch sie fühlt sich zunehmen undwohler in dem Haus. Sie alle müssen zusehen, wie Kevins Mutter dessen Schwester quält und sich immer wieder in den Mittelpunkt stellt. Zudem möchte sie ihren Sohn an sich binden. Als Anne eines Nachts das Geheimnis des verschlossenen Kinderzimmers erforschen will, kommt ihr Helena zuvor und erwartet sie in dem verwüsteten Zimmer. Dort kommt es zum Streit, Helena hat einen Herzanfall und stirbt. Als ihr Testament verlesen wird, geht daraus hervor, dass Kevin alles erbt, jedoch nur, wenn er zehn Jahre auf dem Anwesen lebt. Kevin ist begeistert, kann er so doch seinen Traum von einem eigenen Hotel ermöglichen, doch Anne möchte ihr altes Leben, das Haus und die Freunde nicht aufgeben und es kommt zum Streit. Währenddessen sieht Jeff den Geist seiner Großmutter auf dem Friedhof wandeln und Ruby erzählt ihm, dass dies bedeutet, dass jemand gestorben ist. Kurz darauf findet man die Leiche von Anne und einer Ballettschülerin von Marguerite. Was soll die kleine Familie nun tun?

Man kann sich denken, wie das Ganze ausgeht, wenn man sich ernsthaft damit beschäftigt, aber es ist viel zu schön, die Geschichte auf sich wirken zu lassen und ihre Verläufe und Verstrickungen zu genießen. Spannend ist sie, ohne Frage und auch die Handlung klingt logisch und ist jederzeit nachvollziehbar. Das Buch beginnt relativ normal mit dem Besuch bei der Mutter und der Erforschung des Geländes, doch alles wird immer düsterer, wie ein Strick, der sich immer fester zusammenzieht. Die Protagonisten sind authentisch und wirken echt, viele gewinnt man gern. Leider hat das Buch einen Makel, über den der eine vielleicht hinwegsehen kann, der andere jedoch nicht. Er sterben viele Menschen, im Grunde sterben nahezu alle und vor allem sterben auch viele Kinder. Sie haben keine Chance und der Schmerz der zurückbleibenden Eltern wird in aller Deutlichkeit dargelegt. Tote müssen manchmal sein, die brauchen Bücher gelegentlich, da sie eine gewisse Funktion erfüllen aber hier endet alles in einem fulminanten Gemetzel, das so nicht dringend notwendig war. Wenigstens die kleinen Helden hätten überleben sollen, die ihr Leben für andere riskiert haben und letztendlich nicht einmal eine kleine Chance hatten. Aber darüber kann man denken, wie man möchte. Der Stil des Autors ist ansonsten ansprechend und mitreißend, das Buch ist es auf jeden Fall wert gelesen zu werden.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am 11.05.2008 und zuletzt geändert am 11.05.2008.


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John Saul


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