Nemesis: Die Stunde des Wolfs / Morgengrauen [Audio]

Nemesis

Merkmale kurz-knapp (?)

Vorhersehbare Handlung
Autor: Hohlbein, Wolfgang
Sprecher/Regie: Johannes Steck
Verlag: HörbucHHamburg
Serie: Nemesis (Bd. 3)
Genre: Horror
ISBN-13: 978-3-86742-820-0
Erschienen: 12/2009 [2007]
Spieldauer (Min): 268
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Kaufpreis: 14,95 EUR (CD)
Rezensent: nico
Bewertung: 6/10 3/5 Grimoires - 6/10 Pkt. (Kann-Lektüre)
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Kombinierte Wertung:6/103/5 Grimoires - 6/10 Pkt. 
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Beschreibung:
Cover: Nemesis: Die Stunde des Wolfs / Morgengrauen [Audio] (Hohlbein, Wolfgang)Die Nacht geht zu Ende und auch die Zahl der einst hoffnungsvollen Erben auf Burg Crailsfelden geht deutlich zur Neige - einer nach dem anderen verschwanden, offensichtlich ermordet. Zudem wurde unter den Burgmauern ein Labyrinth von Gängen un Räumen entdeckt - leider jedoch kein Ausgang. Stattdessen stoßen die Überlebenden auf grausige Zeugnisse aus der Vergangenheit der Burg - und aus ihrer eigenen.

Das Buch erhält 6 von 10 Punkten.

Um es kurz zu machen: es ändert sich wenig gegenüber den vorhergehenden Teilen. Johannes Steck liest gut, kann aber eine maue Handlung nicht ersetzen. Diese Handlung vorhersehbar zu nennen, wäre falsch; der Grundplot ist bekannt. (Und für Quereinsteiger ist die Serie immer noch absolut ungeeignet.) Die Handlung spannungslos zu nennen wäre ebenfalls gelogen; packend kann man sie aber auch nicht nennen. Ab einem gewissen Punkt sind die Vielzahl an Referenzen zu "Projekt Prometheus" und "Lebensborn" auch so häufig, dass man den groben weiteren Verlauf geradezu vorhersehen muss. Fantasy - unter dem die Serie firmiert - ist es schlichtweg nicht. Ja, paranormale Kräfte stehen im Zentrum, mag man mir entgegen halten - aber die allein bringen einen Roman heutzutage nicht in diese Gattung sondern in diesem Kontext stattdessen in wissenschaftlich determinierte Phantastik. Als Horror mag die Reihe durchgehen aber an einen guten Horror-Film kommt Nemesis auch im Finale nicht heran. Das liegt schlicht daran, dass es versucht, Szenen zu beschreiben wo ein Ausmalen in der Phantasie des Lesers meist stärkere, gruseligere Effekte hätte. Hinzu kommt, dass sich Nemesis endgültig vom Mystisch-Phantastischen abwendet und zum "Science Thriller" mutiert - ja, phantastische Inhalte gibt es immer noch. Diese sind auch nicht neu: Nazis und Paranormale Forschung zu was-weiss-ich welchen Zwecken. Man verzeihe mir, aber ich kann darüber nur gähnen. Und die geschilderten Funde sind zwar grausig aber nicht packend. Die "wissenschaftlicheren" Szenen im letzten Teil bestehen schließlich zu großem Teil aus kaum verhüllter Exposition: "Ich will, dass Sie wissen, was und warum passiert ist." Na großartig. Erschieß sie doch einfach und gut ist. Selbst eine Bombe und andererlei Überraschung waren zum Schluss keine echte Überraschung für mich, noch war es der halb-offene "und jetzt retten wir die Welt" Schluss. Die Sache mit dem Mörder hat zudem Agatha Christie schon vor Langem viel besser gemacht.

Warum der Titel Nemesis heißt bleibt im Übrigen auch jetzt ungeklärt. Ja, Göttin der Rache und auf einer Rache hängt sich das Ganze auch auf... das war aber zu Beginn nicht so geplant und wirkt auf mich nicht überzeugend - zumal es eben nicht in Richtung Mystik mit Göttern etc geht sondern in Richtung wissenschaftliches Paranormales. Hier ist der Name einer griechischen Göttin ein ziemlicher Stilbruch. Er passt nicht. Dem Titel gibt auch das vorhandene Projekt Prometheus - ebenfalls aus der griechischen Mythologie - keine Daseinsberechtigung. Die seltsame Referenz gilt ebenfalls für "Die Stunde des Wolfs". Was für ein Wolf? Eine Verbindung zu Ingmar Bergmans Film zu unterstellen scheint zwar inhaltlich nicht gänzlich unpassend aber dies ist absolut keine Referenz, welche die Zielgruppe bemerkt.

Fazit: Auch das Finale bringt nur mittel-lasche Spannung und Horror und keine Steigerung. Insbesondere jene, die auf das Label "Fantasy" anspringen, werden enttäuscht; wer eher Science-Phantastik sucht mag dem Ganzen etwas geneigter entgegen sehen aber es bleibt der schale Geschmack einer nur durchschnittlichen Story. Selbst die Jugendlichen "ab 16" (Verlagsempfehlung) dürften schon weit Gruseligeres gesehen und gelesen haben. Das alles gilt auch, wenn man die Teile übergangslos in einem Rutsch liest, wie offensichtlich intendiert. Nemesis ist letztendlich ein Roman, der in Sechstel gespalten wurde. Abschließend lege ich den Griff zu einem anderen Produkt nahe.


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