Newsletter/Grimoire 02/2005

Die letzten zwei Wochen brachten keine Rezension zu neu erschienenen Büchern. Statt dessen jedoch einige "neue Klassiker". Neben dem ersten Teil von Dantes Göttlicher Komödie - Inferno - finden sich so auch Nestroys "Der böse Geist Lumpazivagabundus" sowie zwei Kunstmärchen von Ludwig Tieck: Der Runenberg und der blonde Eckbert.


Die Göttliche Komödie - Inferno

Autor: Alighieri, Dante
Originaltitel: La Divina Commedia
Verlag: Reclam
Genre: Phantastische Klassiker
ISBN: 3-15-000796-8
Erschienen: 1951
Seitenzahl: 566
Kaufpreis: 9,60 EUR
Bewertung: */10 Punkten (Klassiker ohne Wertung)
Beschreibung:
"Grad in der Mitte unsrer Lebensreise
Befand ich mich in einem dunklen Walde
Weil ich den rechten Weg verloren hatte[...]"

Je nach Übersetzung differieren jene Worte - mal gereimt, mal in Prosa mit erhaltenem Metrum, mal gänzlich ohne. Ebenso findet sich an vielerlei anderen Stellen unterschiedliche Übersetzung, als Beispiel sei hier nur das Höllentor genannt ("Per me si va nella citta dolente[...]")

Zweifellos ist klar, dass die Göttliche Komödie ein Klassiker ist, der kaum an Wert verlieren wird. Und er hat phantastische Elemente in Form von Teufeln, Drachen, der Ausmalung der Hölle selbst, inklusive diverser Strafen.

Dante schildert in seiner Komödie eine Reise durch die drei großen Gebiete des Jenseits: Das Inferno, die Hölle; das Purgatorium, den Läuterungsberg; das Paradies, der Himmel. Zwar sind die Berichte tief im christlichen Glauben verankert - und in dieser Hinsicht betone ich erneut, keinerlei Kritik an irgend einer Religion oder Religionsauslegung äußern zu wollen - aber es gibt vielerlei phantastische Elemente.

Zu Beginn seiner Reise Reise am Karfreitag des Jahres 1300 erhält Dante Unterstützung durch Virgil, der sich ihm als Führer durch Hölle und Läuterungsberg anbietet - den Himmel darf er nicht betreten und verweist auf Beatrice. An dieser Stelle soll aber nur das Inferno näher betrachtet werden.

Dantes Inferno ist in neun konzentrischen Kreisen aufgebaut, welche immer tiefer führen, bis sie bei Lucifer im Eissee Cocytus enden, wo mit ihm alle Verräter Terras gefangen sind. Dante schreitet mit seinem Führer Virgil diese Kreise langsam hinab, von Limbus, dem Land der tugendhaften Heiden nach Nocturna, dem Reich der fleischlichen Gelüste und weiter durch die restlichen Kreise.

In jedem dieser Kreise büßen Seelen für andere Verfehlungen - im Falle des Limbus' ist die einzige Verfehlung, zur falschen Zeit geboren worden zu sein und Gott nicht erhört zu haben (können). Dies war insbesondere problematisch, da Dante sich wie so viele als Nachfahre der "edlen Römer" sah. Diese konnten also schlecht auf alle Ewigkeit Torturen ausgesetzt werden.

Je tiefer Dante schreitet, desto grausiger werden die Qualen[...]

Mehr unter: http://www.grimoires.de/inhalt.php?art=buch&nummer=239
Der böse Geist Lumpazivagabundus: http://www.grimoires.de/inhalt.php?art=buch&nummer=240
Der blonde Eckbert: http://www.grimoires.de/inhalt.php?art=buch&nummer=241
Der Runenberg: http://www.grimoires.de/inhalt.php?art=buch&nummer=242

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