Dragon - Söhne von Atlantis

Erinnern sie sich an die Zeit, in der sie diese Groschenhefte kauften? Noch heute sind solche Groschenromane beliebt als Lektüre für die Zugfahrt oder sonstiges. Heutzutage sind es allerdings mehr Liebesgeschichten als sonst etwas! Außerdem kosten sie längst keine Groschen mehr sondern mehrere Mark (oder sollte ich sagen Euro?).

Wie dem auch sei, auch die Dragon - Serie hat ihre Ursprünge in diesen Heftchen, denn es ist die erste deutsche Fantasy-Serie.

Tolkiens Herr der Ringe mag das Standardwerk der Fantasy sein, aber Tolkien ist Engländer. Es ist schon etwas anderes, den "Urvater der deutschen Fantasy" in der Hand zu haben.

Den Autoren ist bei dieser Serie deutlich anzumerken, dass sie eigentlich aus einem anderen Genre kommen: der Science Fiction. Viele von ihnen haben bei Perry Rhodan mitgewirkt, eine Serie die noch immer sehr bekannt ist. Dies muss kein Nachteil sein, wie die Serie zeigt, die erstmals 1972 herausgegeben wurde.

Zwar hat man einen deutlichen Science-Fiction-Touch aber dieser fügt sich meistens gut in die geschaffene Welt ein:

2000 Jahre sind seit dem Untergang Atlantis' vergangen. Nur einer hat überlebt: Dragon. Nun wird er als Schlafender Gott verehrt. Eines Tages erwacht er, ohne Gedächtnis, und die Abenteuer beginnen. Er beschützt das Reich Urgor, erobert Myra und wird König. Dabei kämpft er ohne Pause gegen Cnossos, den Balamiter, der den Untergang Atlantis' herbeigeführt hat und findet währenddessen seine Erinnerungen wieder. Schließlich verschwindet er durch ein Weltentor in eine fremde Welt und taucht drei Jahre später wieder auf. Dabei stellt er entsetzt fest, dass die Nachkommen seines Volkes zu Blutsaugern degeneriert sind. Selbstverständlich macht er sich daran macht, diese verwerfliche Kultur zu vernichten und das wiederherzustellen was im Goldenen Zeitalter von Atlantis Gang und Gebe war.

Die Serie ist für die erste deutsche sehr gut gelungen. Einige Logikfehler sind typisch für das "Heftchen-Genre" an dem viele verschiedene Personen eine einzige Geschichte fortschreiben. Ein großes Manko bleibt jedoch der Schluss, der in SF umschwenkt.

In der Neuauflage des Weltbild-Verlags sind jeweils drei Hefte gebündelt. Außerdem wurde eigens für die Neuauflage eine neues Ende geschrieben... mit eher zweifelhaftem Erfolg. Inzwischen sind die Bücher auch als eBooks erschienen: Offizielle Dragon - Söhne von Atlantis Website.

Zum Schluss möchte ich aus dem Vorwort zu Neuauflage zitieren, geschrieben von Hans Kneifel:

"Kaum jemand hatte die amerikanischen Fantasy-Hits im Original oder gar als Übersetzung gesehen, geschweige denn gelesen. Wir alle bewegten uns, wenn auch mit großer Begeisterung, auf literarischem Neuland[...]Irgendwie wurde es uns damals überhaupt nicht bewusst, dass wir im deutschsprachigen Raum und im Heftbereich den ersten Meilenstein setzten.[...] Diese erste deutsche Fantasy - Heftreihe hatte schon nach wenigen Nummern den gewünschten Erfolg. Wir ließen uns spannende Abenteuer einfallen, schrieben mit großem Erfolg 55 Folgen, ärgerten uns bisweilen über die Titelblätter und freuten uns über die Reaktionen unserer Leser.

Dass heute, nach so langer Zeit, die Serie als Hardcover neu aufgelegt wird, ist sicherlich die schönste Bestätigung für unsere damaligen gemeinsamen Anstrengungen. Und dass wir uns über die neue, edle Aufmachung[...] riesig freuen, ist wohl selbstverständlich.

[...]BEIM TRAUMPULVER! DAS haben wir damals nicht geahnt!"

-Hans Kneifel, Vorwort des Herausgebers zur Serie

Die Buchreihe Dragon - Söhne von Atlantis erhielt eine durchschnittliche Note von 6.48/10 basierend auf 52 Rezensionen und Bewertungen zu 19 Büchern.

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