Was ist die ISBN?

          
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Was ist die ISBN?

ISBN steht für Internationale Standardbuchnummer (International Standard Book Number). Mit ihr werden Bücher mit einem eindeutigen Zahlencode gekennzeichnet. Dieser ist nicht ganz beliebig, sondern basiert auf Bucheigenschaften wie Sprache und Verlag - aber wie funktioniert eine ISBN und was kann man aus ihr herauslesen?

ISBN-10, ISBN-13, EAN?

Von 1969 bis 2005 waren die ISBN zehn Stellen lang. Damals nannte man sie nur ISBN - danach ISBN-10. Doch es gab ein Problem: die Nummern waren aufgebraucht - für einige Sprachbereiche (dazu unten mehr) war es nicht mehr möglich, kleinere Verlage mit passenden Nummern zu versehen. 2005 wurde daher ein neuer Standard verabschiedet, die ISBN-13 mit 3 zusätzlichen Stellen. Effektiv wurde die Zahl möglicher ISBN beinahe verdoppelt.

Im gleichen Zug passte man die ISBN auch dem System für internationale Artikelnummern (EAN) an, ein Grund der sicher auch deutliches Gewicht hat. Bücher konnten somit in bestehende Warenwirtschaftssysteme integriert werden, ohne dass sie separat gekennzeichnet werden müssen. Die EAN-13 ist immer gleich der ISBN-13. Nur ohne Bindestriche.

Was machen die Bindestriche in der ISBN?

Im Endeffekt nichts. Sie können theoretisch weggelassen werden und einige System machen dies auch. Amazons interne Produktidentifikationsnummer entspricht zum Beispiel der ISBN-10 (notfalls rückberechnet).

Zum Standard gehören die Bindestriche trotzdem und helfen einerseits der Lesbarkeit der ISBN und gliedern andererseits die Sinneinheiten, aus denen sich die ISBN zusammensetzt.

Der Aufbau der ISBN

Aber was steckt jetzt drin in der ISBN? Fünf Teile:

  1. ein Präfix (978 oder 979);
  2. eine Ländernummer für nationale oder geografische Sprachen bzw. Sprachgruppen bei kleineren Sprachen;
  3. eine Verlagsnummer innerhalb dieser Gruppe;
  4. eine laufende Titelnummer für jedes Buch in diesem Verlag;
  5. eine Prüfziffer.

So kann ich Beispielsweise sagen, dass ein Buch mit der ISBN 978-3... aus dem deutschsprachigen Raum kommt; mit der ISBN 978-0... hingegen aus dem englischsprachigen Raum. Das bedeutet aber keinen zwangsweisen Schluss auf die Sprache des Buches. Zwar stimmt diese in den meisten Fällen mit dem Sprachraum überein, aber es veröffentlichen gelegentlich auch englischsprachige Verlage Bücher auf Deutsch.

Nicht in der ISBN steckt irgend etwas zu seinem Inhalt. Allenfalls wenn man die Verlagsnummer kennt und die Ausrichtung des Verlages bekannt ist, kann man hier gewisse Schlüsse treffen.

Bis auf Präfix (3 Stellen) , Prüfziffer (1 Stelle) und Gesamtlänge (13 Stellen) gibt es übrigens keine Regel, wie lang einer der weiteren 3 Teile ist: Kleine Verlage haben sehr lange Verlagsnummern und kurze Titelnummern, da sie auch nicht mehr benötigen - sie publizieren nur wenige Bücher. Große Verlage haben hingegen kürzere Verlagsnummern und damit mehr Platz für Titel. Als Beispiel hat der Machendel-Verlag die ISBN 978-3-939727-**-* und somit zunächst Platz für 99 Titel; Reclam hingegen belegt die Nummern 978-3-15-******-8 und kann somit 999.999 Titel herausgeben, ohne dass die Nummern zur Neige gehen.

Gleiche ISBN für gleiche Geschichte?

Hat also eine Geschichte immer die gleiche ISBN? Nein: Jedes Buch hat seine eigene ISBN und Buch ist nicht gleich Geschichte. Man denke hier zum Beispiel an diese Varianten:

  • Hardcover
  • Paperback
  • eBook
  • Sonderausgabe
  • illustrierte Edition
  • Neuübersetzung
  • veränderte Neuauflage
  • Jubiläumsausgabe
  • Neuveröffentlichung in anderem Verlag.
  • Buch zur Verfilmung
  • ...

All diese Varianten erzählen zwar die gleiche Geschichte, bekommen aber eine andere Nummer. Die ISBN identifiziert somit auch die Version eines Buchst eindeutig - mal abgesehen von einer komplett unveränderten Neuauflage.

Am Inhalt muss sich für eine neue ISBN nicht einmal etwas verändern: Schon ein anderer Einband genügt. Man denke hier einmal an die Harry Potter Bücher mit Comic-Cover für das junge Publikum und ernsthaftem für Erwachsene.

Gerade, wenn man eine bestimmte Ausgabe benötigt oder Titel oder Autor schwer zu buchstabieren sind, hilft es auch Buchhändlern enorm, diese ISBN zu haben. Denn dann können sie diese einfach ins System eingeben und haben das richtige Werk. Ich persönlich empfehle immer, sowohl Titel, Autor als auch ISBN aufzuschreiben - dann kann fast nichts mehr schiefgehen.

Konvertierung ISBN-10 zu ISBN-13

Bei der Umstellung ging es natürlich erst einmal ans Konvertieren. Wie wird aus einer ISBN-10 eine ISBN-13? Das geht mit folgenden Schritten:

  1. Entferne die letzte Ziffer der ISBN-10. (Dies war ja nur eine Prüfziffer)
  2. Stelle das Präfix "978-" dieser neunstelligen Zahl voran. (oder 979-)
  3. Jetzt haben wir 12 Ziffern, es fehlt also die Prüfziffer. Diese berechnen wir und hängen sie ans Ende

Prüfziffer berechnen

  1. Addiere alle ungeraden Stellen (1., 3., 5., 7., 9., 11.).
  2. Addiere alle geraden Stellen (2., 4., 6., 8., 9., 11.) und multipliziere das Ergebnis mit 3.
  3. Addiere diese beiden Summen.
  4. Teile die neue Summe durch 10 und behalte den Rest. Dazu kann man natürlich auch einfach alles bis auf die letzte Stelle ("Einserstelle") wegstreichen.
  5. Ist dieser Rest 0, ist die Prüfziffer 0; falls nicht, ist die Prüfziffer 10-Rest.

Ein X als Prüfziffer wie noch bei den alten ISBN-10 gibt es also nicht mehr. Erneut ist die Anpassung an die EAN und der internationale Datenaustausch der Grund. Computer können zwar durchaus Buchstaben verarbeiten, aber Zahlen sind leichter. Das römische X (zehn) in den alten ISBN-10 machte es hier jedoch ohne Nutzen komplizierter. Daher hat man diese Möglichkeit bei den neuen ISBN-13 gleich ausgeschlossen.

Beispiel

Alte ISBN-10: 3-492-24688-5

  1. 3-492-24688
  2. 978-3-492-24688
  3. 978-3-492-24688-?

Prüfziffer:

  1. 9+8+4+2+4+8=35
  2. 7+3+9+2+6+8=35; 35*3 = 105
  3. 105+35=140
  4. 140/10=14; Rest=0
  5. Prüfziffer ist: 0

Habe ich eine echte ISBN?

Als Leser kommt man ja aber eher selten dazu, dass man sich eine ISBN ausdenken muss. Vielleicht muss man aber durchaus schauen, ob eine ISBN richtig ist. Ich zumindest habe mir schon einmal die falsche Aufgeschrieben und bekam ein "Das Buch gibt es nicht" vom Buchhändler zurück. Blöde Sauklaue. ;)

Der einfachste Trick ist, die Prüfnummer nicht mit in den Computer einzugeben - wenn man Autor und Titel kennt, hat man hier eine nahezu sichere Treffquote. Das hilft aber auch nur, wenn gerade die letzte Ziffer hingekritzelt ist. Man könnte aber auch einfach durchrechnen:

Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 12.01.2005 und zuletzt geändert am .

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