Buch-Cover,  Daedalic Entertainment: Drachenwächter - Die Prophezeiung [Computerspiel]

Drachenwächter - Die Prophezeiung [Computerspiel]

Genre: Computerspiel zum Buch
Spieldauer (Min): 210
Erschienen: 03/2011 (Original: 2011)
ISBN: --9783828762237--
Preis: 19,99 Euro (CD)
Schlagworte: DrachenProphezeiung
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Es heißt, die Drachen auf den Koan-Bergen beschützen die Menschheit vor Dämonen - doch eines Tages verlassen die Drachen die Berge und die Menschen folgen ihnen. Eine mysteriöse Prophezeiung besagt dass Seld, ihr Anführer, im Zentrum der Ereignisse steht, die nun begonnen haben.

Der Spieler übernimmt wechselnd die Rolle von Mesala und Seld (ohne spieltechnische Auswirkung) und muss vor allem Gegenstände in verschiedenen Bildern finden. Die Handlung wird vor allem durch Zwischensequenzen nach den Kapiteln vorangetrieben.

Das Spiel basiert auf dem gleichnamigen Roman von Falko Löffler.

Das Spiel erhält 5-6 von 10 Punkten.

Wimmelbild-Adventure mit Hilfe

Der Gattung nach ist "Drachenwächter: Die Prophezeiung" ein Adventure, genauer gesagt: ein Wimmelbild-Adventure. Das heißt, das Spiel besteht vor allem daraus, verschiedene Gegenstände in recht vollen Bildschirmen zu finden. Mancher erinnert sich vielleicht an Bücher wie "Wo ist Waldo?". Ist dies zunächst nur ein Bildschirm mit einigen "Unterpunkten" durch Vergrößerung, so werden es im weiteren Spielverlauf ein paar mehr – bis zum Siebten Kapitel sind dies die gleichen Orte, so dass man einiges auch zuvor entdecken kann. Zusätzlich gibt es eine Hilfe in Form einer Drachenstatuette, die sich über die Zeit auflädt. Kann man einen Gegenstand nicht finden, so kann man die aufgeladene Statue anklicken und sie zeigt den Haupt- oder Unterbildschirm wo der Gegenstand ist oder markiert diesen mit Glitzern. Diese Hilfe WIRD man brauchen, denn teilweise sind die Gegenstände winzig oder auch halb verdeckt. Auch deren Anzeige am obern Bildschirm hilft oft wenig. Die Bildschirme an sich sind dabei sehr stimmig und gelungen - Probleme hat das Spiel in anderen Bereichen (s.u.).

Aufgelockert wird die Sucherei durch Minispiele wie eine "Heißer Draht"-Variante oder das Montieren von Spiegeln. Diese lassen sich ebenfalls überspringen – was ich trotz der generellen Einfachheit auch tat, denn bei einigen Spielen wusste ich schlicht nicht, was ich tun sollte oder kam in eine Lage, wo ich nur ein einziges Teil bewegen und ein Puzzle so nicht einmal vorsortieren konnte.

Geradlinigkeit und Kürze

Für Kenner gibt es die Gattung schon preis: Dieses Adventure ist 100% geradlinig. Klar, man kann Gegenstände in unterschiedlicher Reihenfolge finden, aber auch nur in strengen Grenzen: Sieht man ein Brecheisen und klickt darauf, so bekommt man die Mitteilung dass man es später vielleicht mal brauchen könnte. Aber mitnehmen? Nein, wozu denn. Oder auch nur gleiche Gegenstände für verschiedene Dinge benutzen obwohl diese durchaus geeignet wären – oder sogar besser: Wenn ich Hammer und "Meißel" habe, warum nutze ich die um mit einem Schädel(!) eine Tür aufzustemmen? Wären nicht Hammer und Meißel besser geeignet? Eine gewisse Berechtigung hat dies im Schwierigkeitsgrad, der auf junge Spieler ausgelegt ist – im Zweifel kommt man auch immer durch Warten weiter.

Dialog und Auswahlmöglichkeiten gibt es keine. Man erfüllt eine Aufgabe und bekommt die nächste – teilweise mit Unteraufgaben. Diese sind manchmal sehr an den Haaren herbeigezogen: Warum muss ich mühselig einen Kran reparieren um Kisten aus dem Weg zu hieven? Also, ich wäre einfach drüber weg geklettert; und auch ein paar Tiere hätte ich nicht mit ihrem Lieblingsfutter weggelockt sondern wäre einfach hindurch. Oder obige Sache mit dem Schädel. Aber diese Möglichkeiten hat man nicht: ein Rätsel nach dem anderen und nach jedem Kapitel eine kurze, textlastige (und bisweilen unlesbare) Zwischensequenz.

Überdies ist DW: Die Prophezeiung auch relativ kurz, was zum Teil einer jungen Zielgruppe (USK: ab 0) geschuldet ist: Manche der zehn Kapitel kann man in unter fünf Minuten abhaken; den Rekord bildet ein Kapitel mit weniger als zehn Aktionen, das absolut in einer Minute schaffbar ist. Junge Spieler dürften mehr Freude allein am Suchen und Finden haben als ältere Adventure-Spieler, die wirkliche Rätsel lösen wollen und auch mal mehrere Möglichkeiten in Dialogen wollen. Auch ungewöhnlich: Gegen Ende wird es eher einfacher, zunächst dadurch, dass alles in bekannten Bildern gefunden wurde; dann dadurch dass es zwar neue Bilder sind aber deutlich weniger.

Die Handlung: Abrupt, mit Fragmenten

Die Handlung ist schnell und vage erzählt: Dämonen kommen und die Drachen müssen sie retten. Irgendwie ist Selm darin verstrickt und seine verstorbene Frau. Und auch Mesala, deren Schwester. Und natürlich steht das Wohl der Welt auf dem Spiel und diese muss gerettet werden. Äh ja. Irgendwie so - denn ein vollständiges Bild bekomme durch Spiel nicht vermittelt. Die Spiel-Sequenzen sind Suchbilder; die Sequenzen zwischen den einzelnen Kapiteln starten plötzlich und machen teils enorme Gedankensprünge. Sie spinnen Handlung vorwärts - aber teils ohne eine echte Anbindung an das, was ich zuvor getan habe, mitten hinein in Exposition. Diese Exposition kommt für eine vollständige Geschichte wiederum zu kurz. Wer den Roman gelesen hat mag die Lücken unterbewusst ausfüllen, andere können über einiges spekulieren, eine Romanze beispielsweise, oder was mit Selds Frau passierte, aber dies bleibt relativ vage. Wer den Roman nicht kennt kann sich mit Erfahrung vieles Zusammendenken - schön ist dies aber nicht.

Fehler – graphisch, spielerisch und logisch

Ärgerlich hingegen sind Fehler, seien es graphische oder logische: Wer auch immer die Farbe der Schrift zwischen den Kapiteln ausgewählt hat - er möge diese Aufgabe in Zukunft jemand anders überlassen. "Schwer lesbar" ist noch nett ausgedrückt; "unlesbar" kommt der Wahrheit ein Stück näher. Ich habe manche Zumutung an Farbkombinationen gesehen, aber diese Schrift konnte ich auf dem Hintergrund im Zeitraum der Einblendung in einer großen Zahl der Fälle nicht entziffern - bei jüngeren Spielern umso schwerwiegender. Eine Vertonung gibt es übrigens nicht - selbst mit einer einzigen Stimme hätte diese hier geholfen und die Qualität insgesamt erhöht.

Auch die spielerische Seite glänzt mit Fehlern: An einer Tür klebt ein Zettel; ich vergrößere die Tür - nanu, der Zettel ist weg!? Unachtsamkeiten wie diese fallen doch ein wenig auf. Richtig eklig sind hingegen mechanische Fehler: Mehrmals musste ich Gegenstände anklicken, die direkt auf dem Rand einer anderen Funktion waren, beispielsweise ein Unter- oder Überfenster. Den Gegenstand bekam ich nicht; das Fenster kam. Extrem unschön, zumal es so wirkte als wäre der Gegenstand kein gesuchter. Verzweifelt bin ich auch beim "Heißen Draht" den ich schließlich einfach übersprang; dass andere Mini-Spiele nicht gänzlich klar machen, was man tun muss und wie (Tastenbelegung, Maus…), ist ebenfalls unschön. Ich konnte das Ziel nicht erraten.

Zuletzt gibt es auch logische Fehler: Schön dass eine Tür verschlossen ist solange sich Zahnräder bewegen und dass ich diese Stoppen muss und ein ganz besonderes Horn brauche. Aber… ähm, ich bin zuvor ein paar Mal durch diese Tür gegangen. Als sich die Zahnräder drehten. Es ist ebenfalls sehr seltsam, dass ein Öffnungsmechanismus beim zweiten Mal ein anderer ist – nachdem ich diesen beim zweiten Mal aus einer Notiz erfahre, die der Charakter beim ersten Öffnen aufgeschrieben hat. Das ist schon klar, wenn ich blau "blau blau rot rot rot gelb" aufschreibe wird der nächste "blau rot blau blau rot blau gelb“ daraus lesen und das die richtige Lösung sein. Auch nett "Da gehe ich nicht durch, ich kann auch über den Innenhof"… bitte? Warum dann nicht gleich von Beginn, nachdem ich einen anderen Weg erst finden und dann benutzen musste?

Logik muss man zu einem großen Teil also leider ausschalten, mehr nach als für die Gattunng Adventure üblich, und einfach das nächste Rätsel nach genauen Vorgaben lesen – wenn es diese Vorgaben gibt. Insgesamt hinterlassen diese Fehler aber einen nervigen, irritierenden Eindruck und die Story kann dies nicht ausgleichen - auch, weil diese nicht vollständig wirkt.

Fazit: Sehr einfaches Spiel für Wimmelbild-Fans, denen logische Fehler und eine unvöllständige Handlung nichts ausmachen und denen 2-4 Stunden Spielzeit genügen.

Die Mindestanforderugen für das Spiel sind: Windows XP oder Vista oder 7; 1 GHz Prozessor, 1 GB RAM, 500MB Festplattenspeicher sowie OpenGL und DirectX-kompatible Grafikkarte mit 64MB, eine Soundkarte, CD-Rom-Laufwerk und eine Maus. Dies bewältigen im Regelfall auch 5-6 Jahre alte Rechner.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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