Buch-Cover, Paul Erickson: Der Wobbit oder Einmal Hin- und Rückfahrt, bitte! [Hörbuch]

Der Wobbit oder Einmal Hin- und Rückfahrt, bitte! [Hörbuch]

Originaltitel: The Wobbit A Parody (Of The Hobbit) [AME]
Übersetzer: Simon Weinert
Sprecher/Regie: Oliver Rohrbeck
Genre: Humoristische Fantasy
Seiten: 282
Erschienen: 10/2012 (Original: 2011)
ISBN: 978-3-86952-139-8
Preis: 14,99 Euro (Softcover)
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Alles ist wie gewohnt für Milbo Muffin. Doch dann ritzt der windige Zauberer Ranndarf ein Zeichen in seine Haustür: Einbrecher sucht Arbeit. Wahlweise auch übersetzbar mit "Fachberater". Am nächsten Morgen kommt die gesamte Manageretage der Smithy-Bank vorbei und bedient sich in Milbos Whisky-Sammlung. Schnell findet er sich in einem Vertrag mit den Zwergen wieder: Er soll sie auf ihrer Reise begleiten, den Dienstboteneingang der Bank finden, den Drachen töten, der sich dort breit gemacht hat, und nebenbei die Grundstückspreise retten.

Das Buch erhält 7-8 von 10 Punkten.

Titel und Beschreibung dürften jedem bekannt vorkommen, der auch nur ein wenig Fantasy gelesen hat. Und der Zeitpunkt der Veröffentlichung im Oktober 2012 ist auch nicht ganz zufällig: Im Dezember erscheint der erste Hobbit-Teil im Kino. Zwar bezeichnet sich der Wobbit als Vorlage für den Hobbit, das darf man jedoch anzweifeln: "Der Wobbit (oder Einmal Hin- und Rückfahrt, bitte!)" ist am Ende eine (recht einseitige wenngleich konsequente) Parodie des Hobbits.

Moderne Finanzwelt

„Der Wobbit“ lässt sich sehr einfach zusammenfassen: Man nehme den „Hobbit“ von Tolkien, mache aus den Zwergen Banker und die gesamte Welt ein wenig zivilisierter und trimme es dann soweit möglich auf Kapitalismus, Geld und Finanzen. Ein wenig Archaisches darf bleiben (ist ja immerhin rustikal), aber eigentlich sind Schwerter zu teuer. Das Resultat ist eine Parodie, die sich sehr stark am Hobbit orientiert – fast jede Szene des Hobbits findet sich auch im Wobbit wieder (auch in dieser gekürzten Lesung), allerdings hat diese Geschichte einen ganz anderen Ton.

So gut wie alle Namen sind im Wobbit Verballhornt: Man nehme nur die Zwerge Bifi, Tofu und Fettsack. Der Trend lässt sich auf alle Figuren ausweiten. Bei diesen bleibt es jedoch nicht: Auch die einzelnen Szenen werden parodiert. Die grobe Reiseroute bleibt, aber statt gerüsteten Kriegern sind die Zwerge die Management-Etage einer Bank in der nun ein Drache haust; Bruchtal eine elbische Ferienfarm; die Orks gehören der Mafia; Seestadt leidet unter der Rezession und dem Drachen, der die Grundstückspreise senkt; und so weiter. Das klingt erst einmal ganz witzig und hat auch Unterhaltungswert, wird auf Dauer aber doch recht eintönig. Hinweis, falls das nicht ohnehin klar sein sollte: Ohne Kenntnis des Hobbits ist der Wobbit nahezu sinnfrei.

Nah an der Vorlage – (zu?) viel vom Gleichen

Bei all diesen Änderungen ist der Wobbit sehr, sehr nahe am Original und auch die Filmtrilogie des Herrn der Ringe zeigt ihren Einfluss. Es gibt viele Einmal-Witze und das neue Styling auf Geld und Finanz ist konsequent durchgesetzt. Das klingt jetzt nicht nach purer Begeisterung. Diese wäre auch geheuchelt, denn es wird einfach alles Verballhornt und das war mir auf Dauer zu einseitig – zu viel vom immer selben, zu viel, das einfach nur lächerlich macht. Ich ziehe hier einmal den Vergleich mit anderer humoristischer Fantasy, die gut zeigt, was der Wobbit NICHT bietet: Fantasy-Klischees werden nicht thematisiert; Standard-Plots werden nicht satirisch überhöht; es gibt keine dünn verpackten Anspielungen auf unsere Welt. Stattdessen ist alles immer wieder Parodie im gleichen, verballhornenden Stil: Gegenstände, Szenen, Orte, Ereignisse – allesamt sind auf diese Art verändert und ließen sich doch einzeln für einen Lacher wiedergeben. Ja, der Stil ist durchgehend gehalten und die Geschichte ergibt Sinn, aber gleichzeitig hat der Wobbit keinen Tiefgang, nichts was auch nur zu leichtem Denken ermuntert – und auch das trägt zur Eintönigkeit bei. Schlecht ist der Wobbit damit dennoch nicht. „Gedankenloses Durchhören“ trifft den sinnvollsten Rezeptionsmodus ganz gut – und auch das will man ja manchmal tun.

FAZIT: „Der Wobbit“ ist eine auf Kapitalismus getrimmte Parodie des Hobbits, die sich sehr nach an Tolkiens Werk orientiert und die Verballhornungen konsequent und einheitlich von Anfang bis Ende durchzieht. Das wird vielen jedoch zu viel gleichartige Lächerlichkeit und zu wenig Varianz sein – intellektuell stimulierend ist der Wobbit keinesfalls, vielmehr etwas nettes, simples für Zwischendurch.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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