Buch-Cover, J.H. Rosny: Am Anfang war das Feuer

Am Anfang war das Feuer

Originaltitel: La Guerre de Feu [FR]
Autor: J.H. Rosny
Übersetzer: Anna Affolter
Genre: Paläofiction
Seiten: 197
Erschienen: 04/2005 (Original: 1911)
ISBN: 3-89064-525-9
Preis: 10,00 Euro (Softcover)
Schlagworte: FeuerKannibalen
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Der Stamm der Oulhamr ist am Ende: Nach einer Schlacht ist das Schutz spendende Feuer erloschen. Also bleibt dem Stamm nur eine einzige Möglichkeit: Es zurückerobern. Zwei kleine Gruppen werden losgeschickt, um das Feuer von einem anderen Stamm zu stehlen - doch fremde Stämme leben weit weg.

Auf dem Weg zu einem neuen Feuer muss Naoh zusammen mit seinen zwei Begleitern verschiedene Gefahren bestehen, sei es das unwirtliche Gelände, große Höhlenbären oder Mammuts, mit denen er Freundschaft zu schließen lernt. Überdies treffen die drei Feuersucher seiner Gruppe auf Menschenfresser, kriegerische Pygmäen und einen Stamm, der weit fortschrittlicher ist als der eigene. Und dann ist da noch Aghoo, der Zottige, der darauf sinnt, selbst das Feuer zu den Oulhamr zu bringen, Naoh zu töten und neuer Führer des Stammes zu werden.

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

In "Am Anfang war das Feuer" (das Buch wurde 1981 frei verfilmt) herrscht eine recht eindeutige Außensicht vor. Gefühle des Protagonisten - der Fokus liegt fast ausschließlich auf Naoh - werden meist in wenigen allgemeinen Worten und kurzen Sätzen abgehandelt ("Er fühlte sich stark" u.ä.). Ähnlich werden Beschreibungen der Umwelt wiedergegeben: In einem sehr einfachen Stil, der hier jedoch keineswegs banal wirkt.

Vielmehr trägt er zu der primitiven Umwelt und Geisteswelt der Oulhamr bei, ebenso wie der Verzicht auf Pronomen in deren wörtlicher Rede. Auf diese Art hat der Leser direkt vor Augen, dass er sich in einer Welt befindet, in der Sprache und anderes noch nicht weit fortgeschritten ist. Man besitzt nur jene Worte, die man braucht, um sich zu verständigen; speziellere Ausdrücke fehlen. Viel wichtiger als das Wort ist die Keule.

Letzten Endes kann man sich von Anfang an ausrechnen, wie die Geschichte enden wird. Selbst der Endkampf ist ohne große Anstrengung vorhersehbar. Das nimmt der Geschichte einerseits die Spannung, richtet andererseits aber weniger Schaden an, als man vermuten möchte. Statt an einem Mangel an Spannung unterzugehen, konzentriert sich die Handlung auf sich selbst. Das Buch gewinnt Qualität durch die Schilderung der Umwelt und die dann doch nicht vorhersehbaren "Abenteuer" der drei Feuerjäger.

An dieser Stelle mag man vielleicht kritisieren, dass die Jäger ein wenig viel sehen: Fortschrittlichere Stämme, Pygmäen, Kannibalen, Pazifisten... quasi en passant werden erste Tiere "gezähmt". Ich schiebe dies auf die Intention des Autors, ein möglichst komplettes Bild der Urzeit zu zeichnen. Letzten Endes macht dies auch nicht wirklich viel aus, denn wie genau es war - vielleicht ja genau so? - kann man nicht rekonstruieren.

Fazit: Ein schönes Buch für all jene, die nicht mit einem Ende und steigender Spannung überrascht werden wollen. Ein Buch für jene, die sich gerne in nicht-intensiven Beschreibungen von Welten - hier der Urzeit - verlieren und dennoch auf Handlung wert legen.

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Avatar von nico Rezension von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am und zuletzt geändert am .


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