Lost World

Das „Lost World“ (Verlorene Welt – manchmal auch „Lost Race“, Verlorene Rasse/Kultur) Subgenre wird üblicherweise der Fantasy oder der Science-Fiction zugeordnet. Zentral ist dabei die Entdeckung einer Welt die außerhalb der normalen Zeit oder der normal erreichbaren Orte existiert. Das Genre als solches begann 1985 mit H. Rider Haggards „King Solomon’s Mines“ und fand viele Nachahmer von Doyle über Kipling bis Lovecraft.

Phantastische Elemente – abgesehen von der „unglaublichen“ Entdeckung einer anderen Welt, können dabei sehr rar sein. Solomons Minen wurde so zum Beispiel auch als „swashbuckling adventure story“ bezeichnet – eine Geschichte junger „Schwertkämpfer“, die mehr mutig und großschnäuzig als wirklich könnend durchs Leben ziehen. Dies trifft zwar nicht wirklich zu aber trifft den Ton der Erzählung dennoch recht gut: Mystizismus kommt nur am Rande vor, zumindest hier, und der Erzähler ist souverän bemüht alles, das in Richtung Magie deutet als Scharlatanerie abzutun. In diesem Sinn bin ich (NZ) der Meinung, dass eine generelle Unterordnung des Lost World (Sub-) Genres unter die Fantasy (oder auch Science-Fiction) unsauber ist. Phantastische Elemente können vorkommen, sind aber keinesfalls konstitutiv und ein Begriff der Fantasy der „nicht wirklich, real, empirisch existierend“ meint ist zu weit gefasst. Sicher, die Welten sind Täuschungen aber sie operieren generell auf der Annahme dass (örtlich abgeschieden) eine „Welt“ irgendwo unzugänglich überdauert hat und entdeckt wird. Als solche ist diese Welt natürlich „fremd“ und teilt oftmals auch die feudal angehauchten Gesellschaftsmuster die für einen Großteil der Fantasy typisch sind. Dennoch ist es unsere Welt und keine Parallelwelt oder gar vollkommen unabhängige Welt. Die Bandbreite der Lost World Romane vermischt sich mal stärker und mal schwächer mit phantastischen Elementen, kann mal „logisch“ aufgeklärt werden (immerhin gibt es auch heute noch von der „Zivilisation“ fast vollkommen unbeeinflusste Völker!), auf Wahnsinn geschoben werden oder eben mittels wunderbarer (phantastischer) Elemente in Richtung Fantasy gerückt werden. Generell jedoch verbreitet sich eher die Stimmung eines Abenteuerromans in neuentdecktem Gebiet.

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Avatar von nicoGenre-Info von: (Grimoires.de)
Nico hat besonderes Interesse an Fantasy sowie ihrem Bezug zur Realität und anderen Texten (Intertextualität). Nico studierte Literatur in Deutschland und England. Wenn er nicht liest, läuft er oder ist im Tischtennis unterwegs.

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