Freiheit um jeden Preis

Weltenwanderer

Kurz&Knapp (?)

Offenes Ende

Autor:
Verlag: Arcanum Fantasy Verlag
Serie: Weltenwanderer (Bd. 11)
Genre: Fantasy
ISBN-13: 978-3-939139-41-6
Erschienen: 08/2010
Seitenzahl: 62
Kaufpreis: 4,95 EUR (Softcover)
Rezensent:

Bewertung: 7/10 Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut (Gut)
Besucherwertung:noch keine(0 Stimmen)
Kombinierte Wertung:7/10Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut 
Besucherwertungen Kommentieren Kommentare ansehen

Beschreibung und Rezension:

Buch-Cover, Isabella Benz: Freiheit um jeden PreisKaromara ist lediglich eine unbedeutende Frau unter der Herrschaft des Pharao, den sie überdies zu töten versuchte. Wie herrlich wäre doch die Demokratie des Nachbarstaates! Doch gerade ein Fluchtversuch dorthin hat sie erst in ihre Lage gebracht: ihr Tod ist beschlossene Sache; doch sie erhält eine weitere Chance. Was kann sie mit ihrem Leben und ihrer Meinung ausrichten in einem Land das für diese keinen Platz lässt?

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

"Freiheit um jeden Preis" ist eine ungewöhnliche Fantasy-Geschichte. Die Fantasy-Elemente sind vor dem Hintergrund einer ägyptisch-pharaonischen Theokratie/Monrchie gering. Am ungewöhnlichsten ist jedoch der Konflikt – zwischen „Ägypten“ und der Demokratie.

Demokratie gegen Monarchie

Monarchien sind die standardmäßige Regierungsform von Fantasy. Demokratien sind selbst als Randerscheinung ungewöhnlich. Fantasy bietet hier aber einen Rahmen für deutlichere Kritik als die Realität – denn seien wir einmal ehrlich: Perfekt ist Demokratie sicher nicht.

Die Protagonistin wünscht sich die Demokratie; die Bevölkerung des Pharaonen-Staates nicht - sie kennt nichts anderes, wird versorgt und das genügt ihr. Prekär und an gewisse Ereignisse erinnernd ist auch, dass die Kriegserklärung keineswegs vom Pharao kommt - sondern von der Demokratie; eine betrübliche Spiegelung des Glaubens, dass dies das beste System sei, und zwar für alle, stets und überall - eine Frage die man nicht zu schnell und absolut beantworten sollte. Vor den nordafrikanischen Entwicklungen zu Beginn des Jahres 2011 fühlt man sich nahezu genötigt zu erwähnen, dass der Roman bereits im August 2010 erschien.

Hilflose Heldin

Heldin ist das falsche Wort, denn Karamora verkörpert keine Schwertkämpferin - im Gegenteil verfügt sie über keinerlei Macht und ist nur eine wertlose Frau, die einfach nur gehorchen soll. Dies kontrastiert besonders stark mit der Nachbar-Demokratie, wo auch Frauen auch einen anderen Stand haben. Karamora versucht zwar eine Flucht, ist jedoch im Wesentlichen passiv - nicht weil sie nichts unternehmen will, sondern weil sie nicht kann: Flucht ist aussichtslos oder so gut Selbstmord. Auch hier gibt es also wieder eine deutliche Abweichung von Mustern der Standard-Fantasy: keine heroischen Versuche (und Erfolge) Eine Frau bzw. Frauen stehen im Zentrum - bleiben aber sehr passiv; Dinge geschehen um sie und in den Krieg ziehen doch die Männer. Diese werden aber ausgeblendet und stehen somit abseits des Zentrums.

Die Demokratie erfährt einen weiteren Kontrast durch die erste Frau des Pharao, die man trotz hohen Status’ als stellvertretend für andere sehen kann: Sie ist zufrieden; sie braucht keine Demokratie. Letzten Endes wird der Idealstatus der Demokratie in Frage gestellt – zumal man nichts von der tatsächlichen Demokratie sieht.

Passive Denkanstöße

Bei dem Thema Demokratie gegen (vordergründigen) Despotismus könnte man eine tief greifende Diskussion antreten. Dies tut der Roman nicht: so wie die Charaktere eher passiv wirken (von den Ereignissen zu Handlungen gezwungen, nicht selbst zu Zielen agierend) so ist auch die Moral eher passiv. Denkanstöße gibt es durch Parallelen und manchen Dialog, aber es fehlt ein wenig die Kraft. Das ist der Hauptkritikpunkt: die Geschichte ist interessant, aber es fehlt an "Power". Aber vielleicht solle man auch gerade dies als Aussage nehmen, dem das Ende gut ansteht: eine Chronik der Jahre danach - emotionslos, nicht freudig, nicht betrübt, nur "Fakten"

Ein Fantasy-Kurzroman der vor allem durch seinen Verzicht auf Helden, seine zentralen Frauen und dem Spannungsfeld Demokratie/Despotismus(Monarchie) auffällt dem aber ein wenig "Power" fehlt.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am 23.05.2011 und zuletzt geändert am 23.05.2011.


Hat Dir diese Rezension geholfen/gefallen?   
Diese Rezension bewerteten 0 positiv und 0 negativ. (1391 Leser bisher.)
Newsletter bestellen

Weitere Bücher
von
Isabella Benz


Freiheit um jeden Preis
Gesänge aus Dunklen Zeiten