Das Buch der Elfen und Feen

Kurz&Knapp (?)

Gute Bebilderung

Autor: ;
Verlag: dtv
Genre: Sekundärliteratur
ISBN-10: 3-423-24385-6
ISBN-13: 978-3-423-24385-8
Erschienen: 11/2003
Seitenzahl: 279
Kaufpreis: 15 EUR (Softcover)
Rezensent:

Bewertung: 7/10 Wertung: 3/5 Grimoires; 7/10 Punkte, Gut (Gut)
Besucherwertung:7.33/10Wertung: 3/5 Grimoires; 7.33/10 Punkte, Gut(6 Stimmen)
Kombinierte Wertung:7.18/10Wertung: 3/5 Grimoires; 7.18/10 Punkte, Gut 
Besucherwertungen Kommentieren Kommentare ansehen

Beschreibung und Rezension:

Buch-Cover, Ditte Bandini: Das Buch der Elfen und FeenGanz zu Beginn ist zu vermerken, dass der Titel in gewissem Maße irreführend ist. Den Autoren ist hier allerdings keinerlei Vorwurf zu machen, denn ohne einen viel zu langen Titel wäre dies kaum möglich. Das Problem, das hier - wie auch im ganzen Buch - auftaucht ist auf eine einfache Frage zu reduzieren:

Was sind Feen eigentlich? Wer gehört dazu, wer nicht?

Für dieses Buch gehören alle "kleinen" Feen dazu, diese winzigen Kerlchen mit Flügeln, auch die Märchenfeen - jene mit Zauberstab - und sogar Meerjungfrauen. Einen vergleichsweise kleinen Raum nehmen die Elfen der Edda ein und auch "Zwerge" finden kurze Erwähnung. Diese angeführten "Spezies" im Zusammenhang des Buchthemas mögen mitunter zu skeptischen Blicken reizen, folgen aber einer überschaubaren - wenn auch nicht unanfechtbaren - Logik. Ein Mangelpunkt sind jedoch die "Elfen der Fantasy". Damit meine ich in diesem Fall jene in der Art von Tolkien, mit Pfeil und Bogen, in Menschengröße: sie sind kaum mehr als ein Existenzvermerk, was ob einiger Verweise in anderen Zusammenhängen doch sehr verwundert, zumal viele eben dieses Bild von Elben/Elfen haben - insbesondere in der Rollenspielszene.

Damit dürfte das Buch für einen großen Teil der Elfenfreunde nicht das gewünschte bieten. Das Thema ist einfach höchst anspruchsvoll, was sich am leichtesten in einem Vergleich mit dem Drachen offenbart: JEDER weiss, was ein Drache ist. Man versuche ein Experiment, schreibe auf einen Zettel typische Drachenmerkmale und vergleiche mit einem anderen, der das selbe tut. Man wird vermutlich ähnliches heraus bekommen. Dann mache man das gleiche mit Elf/Elb/Fee. Hier dürfte das anders aussehen, denn was des einen Elb ist, ist des nächsten Fee.

Ich für meinen Teil halte es mit Fee als "kleines Flattervieh" und Elb dem gleichen wie Elf, nämlich jene mit dem Bogen. Von daher stand ich einigen der Einteilungen etwas skeptisch gegenüber - insbesondere der "Zauberstab-Fee" des Märchens. Aber die Autoren sagen hier korrekterweise, dass eine eindeutige Klassifizierung unmöglich ist - eben aufgrund der Vielzahl an Bezeichnungen. Nach mir wäre Peter Pans "Glöckchen" eine Fee - sie ist aber eine Elfe. Da kann man nicht "nachbessern".

Ich sagte, das Buch vernachlässigt die Elben a la Tolkien. Das heißt aber nicht, dass die "kleinen Flatterelfen" im Mittelpunkt stehen. Vielmehr versuchen die Autoren einen Rundumschlag, der Feensagen, Augenzeugenberichte, Forschermeinungen und dergleichen mehr aus aller Welt wiedergibt. Leider gelingt dies nicht so gut wie in anderen Werken, wie dem Drachenbuch des gleichen Autorenpaares. Die Schuld will ich dafür eigentlich nicht den Autoren geben, vielmehr dem Thema an sich: Bei der Verworrenheit um das Thema Fee/Elb/Elf ist es schlichtweg unmöglich, es vernünftig auf für "Normalleser" angemessener Seitenzahl zu behandeln. Am Ende stellte sich bei mir eher ein Gefühl ein, nicht wirklich mehr zu wissen und von mir favorisierte Gebiete (die Elben der Edda und von Tolkien) fehlten, wie erwähnt. In Vergleich zum Drachenbuch ist dieses also nicht so überzeugend.

Was das Buch definitiv bietet, ist genannter Rundumschlag. Der Leser erfährt, welche Feen es wo gibt und wie man mit ihnen umging oder sie vertreben konnte. Dabei liegt der Schwerpunkt eindeutig auf den "Feenwesen" aus alten Überlieferungen - jenen Wesen, die in Bäumen wohnen, in Flüssen oder am Wegrand und den Menschen gelegentlich helfen oder schaden. Wer Allgemeines über diese "Sagenfeen" aus aller Welt sucht, ist hier gut beraten.

In Sachen Service für den Leser ist man ebenfalls gut bedient. Hier findet sich nicht nur ein umfangreiches Quellenverzeichnis als weitere Leseanregung (22 Seiten) sondern auch eine Liste mit Internetadressen von Feenseiten. Trotz Glossar und Quellenverzeichnis eignet sich das Buch allerdings nicht als Nachschlagewerk. Der Preis von 15 Euro mag zunächst hoch erscheinen. Allerdings ist zu bemerken, dass dieses "Taschenbuch" ein "DTV Premium" ist: Sprich: Der Einband ist deutlich stabiler als gewöhnlich und es ist ein Stück größer. Weitere Verteuerung kommt durch 16 Farbbilder in der Buchmitte zustande.

Für wen ist das Buch also letztendlich geeignet?

Für all jene, die etwas über das "Kleine Volk" der Feen und Elfen sucht, wie es in aller Welt auftaucht und behandelt wird bzw. werden sollte. Zu diesem Thema bietet das Werk einen ersten guten Überblick und reichlich Anregung zu weiterer Lektüre.

Das Buch erhält 7 von 10 Punkten.

Diese Rezension wurde veröffentlicht am 26.08.2004 und zuletzt geändert am 26.08.2004.


Hat Dir diese Rezension geholfen/gefallen?   
Diese Rezension bewerteten 19 positiv und 3 negativ. (8181 Leser bisher.)
Newsletter bestellen