Beginn

Herbst

Kurz&Knapp (?)

Ganzheitlich erkennbare Welt
Durchgehender Spannungsbogen
Offenes Ende
Verarbeitung bekannter Grundlage

Autor:
Originaltitel: Autumn [EN]
Übersetzer: Michael Krug
Verlag: Otherworld-Verlag
Serie: Herbst (Bd. 1)
Genre: Fantasy Horror
ISBN-13: 978-3-9502185-7-2
Erschienen: 09/2007 [2001]
Seitenzahl: 289
Kaufpreis: 9,95 EUR (Softcover)
Rezensent:

Bewertung: 10/10 Wertung: 5/5 Grimoires; 10/10 Punkte, Ausgezeichnet (Ausgezeichnet)
Besucherwertung:8.95/10Wertung: 4/5 Grimoires; 8.95/10 Punkte, Gut bis sehr gut(38 Stimmen)
Kombinierte Wertung:9.07/10Wertung: 5/5 Grimoires; 9.07/10 Punkte, Sehr gut 
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Beschreibung und Rezension:

Buch-Cover, David Moody: BeginnWeltuntergangszenarien gibt es viele. Unzählige Zombie-Filme hatten dieses Thema zum Inhalt und der Strang reißt nicht ab. Dieses Thema ist interessant und vielschichtig, so ist es kein Wunder, dass das Interesse steigt und sich eine große Fangemeinde dafür gebildet hat.

Auch „Herbst Beginn“ ist solch ein Buch.

Ein Virus bricht aus und befällt die Menschheit. Die Luftwege schwellen an, verhindern das Atmen und schließlich platzen die Schwellungen auf und lassen den infizierten qualvoll am eigenen Blut ersticken. Woher das Virus kommt oder was es ausgelöst hat, weiß keiner, alles was sicher ist, ist, dass jeder der sich angesteckt hat, innerhalb weniger Sekunden tot ist. Nur eine Handvoll Menschen überlebt und sie rotten sich in einer Gruppe zusammen. Der Schmerz die geliebten Menschen und den sicheren Alltag verloren zu haben betäubt die kleine Gruppe, sie sind zu keinen normalen Handlungen fähig. Die Straßen sind gepflastert mit Leichen.

Die Überlebenden vegetieren dahin, bis sich die Leichen auf den Straßen plötzlich erheben und umherlaufen. Sie sind ohne Intelligenz, tot, haben jedoch Reflexe. So laufen sie ziellos umher und drehen nur um, wenn sie gegen ein Hindernis stoßen. Die Überlebenden haben Mitleid mit den wandelnden Toten, auch wenn sie sich deren Zustand nicht erklären können. Innerhalb der Gruppe kommt es zu Spannungen, keiner kann den Schmerz, den er in sich trägt verarbeiten und das Gefühl eingesperrt zu sein, wird für drei von ihnen unerträglich. Carl, Michael und Emma fassen den Entschluss aus der Stadt aufs Land zu fliehen, da dort weniger Leichen verwesen werden als in der Stadt und somit die Luft nicht so giftig sein dürfte. Keiner der Anderen will sich ihnen anschließen, man begegnet ihnen dagegen sogar mit unverhohlener Feindseligkeit. Ein Haus auf dem Land, an einem Waldrand ist schnell gefunden. Es gibt einen Generator, einen Fluss mit trinkbarem Wasser und mehre Dörfer in der Nähe, in denen sie die Supermärkte plündern können. Ein nahezu perfekter Ort um seine Gedanken zu ordnen und zu überleben. Alles scheint gut zu werden, bis sich die wandelnden Toten verändern. In ihren Augen blitzt plötzlich Intelligenz auf und sie fallen die Freunde an, wenn sie auch noch nicht stark genug sind um ihnen ernsthaft zu schaden. Wohin kann man in einer von Toten bevölkerten Welt nun fliehen?

Diese Geschichte hat es in sich. Atmosphärisch und realistisch, soweit dies möglich ist, geht der Autor an dieses im Grunde schon fast ausgelutschte Thema heran. Von der ersten Seite an wird der Leser regelrecht gefangen genommen und kann das Buch kaum zur Seite legen. Die Situation ist beklemmend, immerhin ist die Welt tot, die Menschheit nahezu vernichtet, nur ein paar Überlebende sind übrig, die anfangs nur durch die Reste der Zivilisation überleben können. Was passiert, wenn die Nahrungsmittel ausgehen, wenn sich neue Probleme auftun, daran wollen sie zunächst nicht denken, verbieten es sich, weil es darauf keine Antwort gibt.

Die Protagonisten kommen mit ihrer Situation nicht zurecht. Sie werden zwar immer wieder von dem Willen etwas zu tun aufgescheucht, doch nur, um danach festzustellen, dass sie sich in einer ausweglosen Lage befinden. Michael und Emma sind zwei sympathische Gestalten, die sich mit der Zeit immer näher kommen. Carl, der mit dem Ausbruch der Seuche seine Frau und seine kleine Tochter, die er beide über alles geliebt hat, verloren musste, ist ein gebrochener Mann. Er isoliert sich, lebt fast nur für seinen Schmerz und findet den Weg zurück ins Leben nicht mehr. Trotzdem bleibt er bei Michael und Emma, da dies immer noch besser ist, als alleine zu sein. Das Zombie-Thema hat man bis zur Mitte des Buches fast schon abgehakt, da die wandelnden Toten ungefährliche Objekte sind. Erst als sie gefährlich werden, wird man als Leser gemeinsam mit den Protagonisten aus der seichten Lethargie gerissen und gleichzeitig alle Hoffnungen auf ein normales Leben vernichtet. Plötzlich ist die Welt wieder gefährlich, das Überleben nicht mehr gesichert, alle Arbeit bis hierher umsonst. Fliehen kann man nicht vor den Toten, denn sie sind überall, in jeder Stadt und in jedem Dorf.

Die Geschichte ist zwar in sich abgeschlossen, der Schluss lässt jedoch auch genügend Platz für eine Fortsetzung, was nur zu hoffen ist.

So liegt hier ein fantastisches Buch vor, das mit einer Mischung aus Horror und Endzeitstimmung zu überzeugen weiß. Fesselnd bis zur letzten Seite ist es trotz allem soweit wie möglich real und beängstigend und damit sehr zu empfehlen!

Diese Rezension wurde veröffentlicht am 16.01.2008 und zuletzt geändert am 16.01.2008.


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