Kurzinfos

Was sind die Kurzinformationen (oder Kurzinfos)?
Zugegeben, sie sind keine neue Idee. Abgeguckt wurden sie von mir aus diversen Computerspielzeitschriften. Diese haben oft einen kleinen Kasten in der Ecke, der Dinge zusammenfasst wie Grafikqualität, Spielspaß, Spieldauer etc. Viele dieser Informationen finden sich bereits im "Vorspann" der Rezensionen, wie etwa Seitenzahl, Genre etc.
Andere Wertungen machen einfach keinen Sinn. (Soll Grafik die Schriftart des Buches bewerten?). Was Umfragen entsprechend jedoch Sinn zu machen schien ist ein Kasten, der einige der Hauptmerkmale des Buches auflistet und sofort sichtbar ist. So ist es dem Leser auf einen Blick möglich zu entscheiden, ob er die Rezension zu einem Buch liest (und dort genaueres erfährt), oder ob er aufgrund der Merkmale schon weiß, dass es ihm nicht gefällt.

Jene Merkmale sind oft nicht-wertend. D.h. "Viele Beschreibungen" meint eben genau das. Es gibt viele Beschreibungen. Die einen mögen dies, die anderen mögen dies nicht. Demgegenüber ist "Viele Druckfehler" natürlich eindeutig negativ. (Es steht zu hoffen, dass letzteres in weiteren Auflagen behoben wird...). Einige andere Dinge sind auch eindeutig positiv belegt. Problematisch ist die Auswahl der Kriterien. Es mag durchaus Bücher geben, die KEINES bekommen. Das heißt nicht unbedingt, dass sie absolut durchschnittlich sind sondern ggf. einfach, dass kein Merkmal zutrifft. Ausgewählt werden nur solche Merkmale, die STARK ausgeprägt sind. SO kommt kaum ein Roman ohne einige stereotype/archetypische Figuren aus. Dieses Merkmal findet sich nur, wenn etwa 90% der Figuren dem Schema gerecht werden.
Auch hier sind die Dinge natürlich ein wenig subjektiv.

Generell und in einem Satz: Die Kurzinformationen bieten dem Interessierten Leser eine Überishct über die "Struktur" des Buches in bis zu 6 Stichworten. Ausführlicher wird dann dennoch die Rezension. (Einige Merkmale können sich auf leicht verschiedene Dinge beziehen.)
Die Nummern dienen lediglich den Rezensenten zur Eingabe der Nummern und zum schnelleren Auffinden bei Fehlern. Sollten einige Kurzinfos nciht selbsterklärend sein, bitte ich um Mitteilung per Formular zwecks Korrektur. (Vorschläge habe ich immer gern!)

Die Merkmale:

"Falsche" Wesen
Gelegentlich sind Vorstellungen von einem Wesen fest geprägt und eine Abweichung vom Schema kann größere Irritationen auslösen. So wird ein als "Ork" bezeichnetes Wesen, das die Etikette formvollendet beherrscht, absolut höflich ist etc. von den meisten als falsch empfunden Werden. Es passt einfach nicht in das vorgefertigte Bild. Solche Wesen treten hier mitunter auf. [Ausgenommen ist humoristische Literatur, deren Effekt oftmals genau hierauf abzielt. Dies weiß der Leser im Voraus.]

Adjektivistische Überladung
Der Autor hat eine Vorliebe für Adjektive und nutzt sie bei jeder Gelegenheit. Das hemmt die Handlung enorm und ist zudem oft unnütz - Mark Twain sagte nicht umsonst "Wenn Sie ein Adjektiv finden, töten sie es!". Das soll natürlich nichts gegen Adjektive in einer gesunden Anzahl sein.

Allmächtige Helden
Der Held kann gar nicht scheitern. Oft bedingt durch das Gesetz der Serie: Es ist eine Serie! Der Held darf nicht sterben, er MUSS überleben oder die Serie ist zu Ende. Das kann theoretisch trotzdem interessant bleiben. Die Frage ist dann WIE überlebt er. Diese Frage stellt sich hier aber nicht, denn die Methoden des Helden sind uninteressant. Typische allmächtige Helden sind oft umgewandelte Rollenspielcharaktere (oder ein gewisser Jemand, der aus Kaugummi, einem Bindfaden und einem Feuerzeug eine Atombombe baut).

Allmächtige Schurken (+Deus ex Machina)
Die Helden haben keine Chance. Nein wirklich, sie haben absolut keine Chance und jegliche Logik spricht gegen ihren Sieg. Und dennoch siegen sie. Einfach so - weil irgendein Gott (oder der Zufall) es so wollte. Nicht gerade befriedigend.

Andeutungsstil
Der Autor bzw. insbesondere seine Figuren sprechen selten alles aus, was geschieht. Oft wird das Geschehen nur angedeutet und der Leser muss viele Schlussfolgerungen selbst ziehen. Das mag verwirrend sein, aber oft auch interessant. Bedingt hierdurch kann es leicht zu fehlenden Informationen kommen. In jedem Fall eine anspruchsvolle Lektüre!

Antihelden/Unfreiwillige Helden
Die Helden des Romans sind keine solchen. Sie sind eher unfreiwillige Helden oder Antihelden, die eigentlich gar nicht die Welt retten wollen sondern nur da sind, ohne es zu wollen. Oder sie haben ganz einfach keine heldischen Eigenschaften - mitunter taugen sie sogar eher zum Schurken.

Archetypische Charaktere
Conan-Standard-Barbar, Merlin-Magier, edler Paladin etc. tauchen hier auf - ausschließlich. Die Charaktere verfallen in diverse Klischees - nicht Nebencharaktere sondern Hauptcharaktere! Oft genügt die Nennung des Namens um genau zu wissen, was dieser "Held" machen wird. Dies ist nicht immer schlecht. Ist die Handlung gut genug, bemerkt man dies mitunter gar nicht und es heißt, die besten Geschichten bedienten sich einfachster Charaktere. Leider war diese Geschichte nicht gut genug, um die Lücken in den Charakteren zu übertünchen.

Ausgelutschte Handlung
Die Handlung ist einfach bekannt. Das siebzehnte Mal einen Drachen zu töten ist einfach langweilig. Leider war wohl jede Geschichte schon einmal da. Sie kann jedoch neu und interessant erzählt werden. Dies ist dem Autor nicht gelungen: Diese Variante animierte höchstens zum Gähnen.

Durchgehender Spannungsbogen
Die gesamte Geschichte überzeugt durch einen guten Spannungsbogen, kleinste Abschnitte ausgenommen. Das heißt, es gibt weder zu viel noch zu wenig Spannung. Rasante Abschnitte wechseln sich mit eher ruhigen ab, aber bevor es langweilig wird, kommt die Handlung erneut in Schwung. Im Wesentlichen erfüllt dies jedes bessere Buch. Dieses ist ein exzellentes Beispiel.

Eindeutige Gut-Böse-Polarisation
Dies muss nicht immer als negativ empfunden werden und hängt sehr von der persönlichen Einstellung des Lesers ab (im Gegensatz zu "Nur schwarz/weiß[...]")

Fehlende Informationen
Der Autor spart sich zu viele Informationen. Mag man manche Dinge auch ohne explizite Nennung heraus bekommen und sollte sie sogar nicht sagen (sonst droht "Informationsüberladung"), so gibt es doch einige, die man dem Leser geben muss. Oft kommt es in der Folge zu logischen Fehlern, wenn man nicht begründet, wieso das Magische Schwert dann plötzlich da ist. Viel öfter jedoch steht der Leser nur perplex da und denkt "Was ist denn jetzt ein Argflyxdeer?". Eine Erschließung der Begriffe und des Geschehens ist kontextuell leider nicht möglich

Ganzheitlich erkennbare Welt
Der Autor hat nicht einfach nur eine Geschichte geschaffen, die "irgendwo" spielt. Hinter den Orten der Handlung ist mehr als nur marginalst und andeutungsweise eine komplette, autarke und vor allem logisch funktionierende Welt zu erkennen.

Gefühle übertragen sich
Durch diverse Stilmittel u.a. erreicht es der Autor, dass sich Gefühle wie Melancholie oder auch Wut, Aufregung auf den Leser übertragen - mehr als im üblichen Maß.

Grausige Buchqualität
Sei es, dass die Druckerpresse versagt hat, dass die Schneidemaschine nicht funktionierte oder dass eine unleserliche Schrift genommen wurde: Die Geschichte mag gut oder schlecht sein, die physikalische Seite des Werkes hat gröbere Mängel. Verknickte Seiten, Zusammenklebende Seiten, ausgegangene Druckerschwärze und dergleichen finden sich. Das mag nur auf Teile des Drucks zutreffen und in anderen Auflagen behoben werden - wenn möglich sollte man ein solches Buch aber kurz durchsehen.

Großartige Beschreibungen
Der Autor mag viel oder wenig beschreiben, lang oder kurz, ausführlich oder marginal - er tut es gut. Die Bilder - sei es von Orten, Dingen oder Personen - sind vor dem Auge des Lesers lebendig. Es gibt weder einen "Overkill" an nutzlosen Adjektiven und zu viel Informationen noch gibt es ein Mangel an diesen Dingen.

Gute Bebilderung
Dieser Punkt dürfte für sich sprechen: Es gibt Bilder und sie sind passend sowie von hoher Qualität.

Gute Einfügung in die Welt
Dieses Merkmal trifft nur auf Serien zu. Diese spielen oft in schon bereits existierenden Welten, etwa den "Forgotten Realms" oder auch Aventurien. Ein Buch mit diesem Merkmal fügt sich in die Welt ein, ohne sie zu stören. Mehr noch: Es wird deutlich, dass die Geschichte in genau dieser Welt spielt. Nicht in einer beliebig austauschbaren.

Handlung mit neuen Ideen
Quasi unmöglich zu erreichen, aber der Ausdruck "Handlung mit Ideen, die so alt sind, dass sich niemand erinnert, dass sie schon da waren" ist ein wenig sperrig. In jedem Fall SCHEINT die Handlung neu bzw. relativ unverbraucht zu sein. Und in dieser Hinsicht genügt der Schein vollkommen. Für dieses Merkmal reicht allerdings nicht nur eine Idee - es müssen schon einige gute neue sein. (Schlechte neue erwähne ich besser nicht.)

Informationsüberladung
Im Gegensatz zu "fehlenden Informationen" übertreibt der Autor es hier. Häufige Wiederholungen des selben Sachverhalts, Erklärung von Dingen, die jedem Leser klar sind, Adjektive, die von vornherein klar sind (ein Loch IST schwarz... wozu sagt man "ein schwarzes Loch"?) und dergleichen mehr frühen dazu, dass der Leser genervt ist oder sich im schlimmsten Falle für für dumm verkauft hält. Ein wenig denken kann er nämlich schon.

Inkonsistente Perspektive
Der Erzähler springt in Figuren hinein und hinaus, in die nächste Figur, in einen Kommentar, in eine generelle Abhandlung... kurz: man weiß nicht, wer gerade was denkt, erzählt und/oder kommentiert.

Innovative/Lebensechte Charaktere
Wirklich "neue" Charaktere findet man nirgends. Hier gelang es dem Autor jedoch, die Charaktere so weit von den Archetypen abweichen zu lassen, dass man sich auch nach langer Zeit an sie erinnert - oft mit Namen und nicht nur als "Der Krieger aus dem Buch". Die Charaktere haben eine Persönlichkeit, nicht nur eine Funktion.

Interessante Feinde / Hürden
Die Gegner und Gefahren weichen auf besondere Art vom Standard ab und bieten somit gleichzeitig Möglichkeit für neue Lösungsansätze durch die Charaktere. Abwechslung Suchende werden dies vermutlich lieben.

Irreleitender Rückentext(!)
Der Rückentext oder Klappentext ist einfach falsch und stimmt nicht mit den Inhalten des Buches überein. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den ARTIKEL "Drachenaug'[...]"

Irreleitender Titel
Der Titel legt andere Inhalte nahe als tatsächlich vorhanden sind.

Irreleitendes Cover(!)
Das Cover suggeriert Inhalte, die es nicht gibt. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den ARTIKEL "Drachenaug'[...]"

Keine Spannung
Dieses Merkmal spricht für sich. Große Teile sind aus verschiedenen möglichen Gründen uninteressant.

Kismet
Alles kommt, wie es kommen muss. Dies ist eine grundlegend fatalistische Einstellung, die jedoch gleichzeitig von Geschlossenheit der Welt zeugt: Es kann gar keinen anderen Ausgang geben. Spannung entsteht durch den Weg. Klassische Beispiele: Die Götterdämerung der nordischen Götter (Ginnungagap), das jüngste Gericht.

Kultklassiker
Das Werk hat es aus dem einen oder anderen Grund zu allgemeiner Bekanntheit gebracht. Beispiele par excellence sind der Herr der Ringe und der Cthulhu Mythos sowie auch einige Werke Edgar Ellan Poes.

Kurze Kapitel
Der Autor hat eine sehr eigenwillige Kapiteleinteilung: Diese nehmen meist (oft) nur wenige Seiten ein. Dadurch kann man immer kurz lesen, aber es entsteht mitunter ein Eindruck von Gebrochenheit, da der Lesefluss abgehackt wird. Hochgradige Geschmacksache, ein komplettes Ignorieren ist kaum möglich.

Kurzgeschichten
Die Teile des Werkes bilden keine durchgehende Handlung sondern bestehen aus (meist unverbundenen) Kurzgeschichten.

Massenweise Konterklischees
Das Gegenteil einer Klischeeschreibweise. Statt Klischees trifft man hier nur auf Kombinationen, die es sicher nicht gibt: nur spendable aber erfolgreiche Geschäftsleute, nur Anwälte, welche die Gesellschaft verbessern wollen etc. Kurz: ebenso unrealistsch wie zu viele Klischees und vielleicht schon neue Klischees.

Nicht eindeutiges gut/böse Schema
Der Autor gibt kein eindeutiges gut/böse Schema vor. Obwohl es sicherlich Extreme gibt, bewegen sich die meisten Charaktere doch dazwischen und haben verschiedene Abstufungen von grau bzw. sehen einzelne Aspekte anders, als es "das ultimative Böse" bzw. "das reine Gute" sehen würden. Kurz: es sind "mittlere Charaktere" - "lebendige" Charaktere

Nur schwarz/weiß gut/böse
Ein Buch mit diesem Merkmal hat eine klare Ausrichtung: Die eine Seite ist gut, die andere Seite ist böse. Dies muss an sich nicht schlecht sein, im Gegensatz zu "Eindeutiger Gut-Böse Polarisation" vergaß der Autor aber leider, dass es durchaus noch etwas dazwischen gibt. Hier gibt es NUR den strahlenden Helden und den absolut (grundlos) bösen Schurken. Das Volk ist so wie so nur seelenlose Staffage.

Offenes Ende
Das Ende der Geschichte ist in bestimmtem Maß offen. Es gibt keinen definitiven Abschluss, der Leser hat sich Konsequenzen, Moralisches usw. selbst hinzuzudenklen. Diese Kategorie wird NICHT auf direkte Fortsetzungen angewandt(!) und ist nicht wertend.

Plattes Ende
Das Ende kommt genau so wie man es auf Seite 0 von 300 erwartete. Es ist einfach unbefriedigend und platt. Das heißt nicht, dass jedes erwartete Ende platt sein muss - oftmals ist man sogar "verstört", wenn man ein anderes Ende bekommt. Doch hier wird man auf die andere Art enttäuscht: Mit einem Schluß, der besser nicht geschrieben worden wäre.

Präsens-Erzählung
Der Autor weicht vom epischen Präteritum ab und erzählt durchgehend in Präsens-Form. Das wirkt manchmal irritierend, manchmal passend - und ist oft Geschmackssache

Sehr viele Charaktere und Namen
Wer es komplex mag, wird hier bedient. Viele Namen von Charakteren, Orten, Göttern, geographischen Eigenheiten werden dem Leser übergeben. Dies kann durchaus gut gemacht worden sein und beispielsweise durch Sprechende Namen einprägsam, jedoch bleibt es eine enorme Masse, die mitunter zu Verwechslung führen kann. Wiederum eine Frage des Geschmacks.

Standardfeinde als Kanonenfutter
Orks, Orks, Orks, Orks, Orks, Goblins, Orks, Orks, Orks, Goblins - oh, ein Dunkelelf, Orks... Gewisse Monster haben sich in der phantastischen Literatur etabliert. Sie zu benutzen ist an sich nicht schlimm, doch wenn sie zu Kanonenfutter verkommen, macht dies kaum Spaß. Auch Orks kann man interessant beschreiben! [Wenn sie ein Kriegervolk sind, wieso versagen sie gegen jeden Helden?] Dies geschah hier nicht. Die auftauchenden "Monster" dienen lediglich zum Töten der Helden. Beziehungsweise dem Versuch dazu - Gründe, weshalb sie es tun wollen (und versagen) fehlen vermutlich auch.

Strahlende Helden
Die Helden sind strahlend, gut und über jeden Zweifel erhaben. Archetypen dieser Heldenkategorie sind Herkules, Zeus, der Terminator und andere "Unkaputtbare" Sieger.

Todlangweilige Beschreibungen
Nicht das keine Beschreibungen vorkommen, es kommen welche vor - leider. Der Autor hätte besser auf sie verzichtet, denn sie sind langweilig. Dies schließt auch gehäuftes Auftreten von Beschreibungen wie "der dunkle/tiefe/schreckliche etc. Abgrund" ein - was ist ein Abgrund anderes? Diese Attribute gab es gratis, der Autor zählte sie aber mit auf.

Überhöhte Spannung
Eine verrückte und dennoch vorkommende Konstellation: Der Autor übertreibt es mit der Spannung. Oftmals bedingt durch Szenenspringerei (und seltener durch Präsens als Erzählzeit) kommt der Leser gar nicht zur Ruhe, kurze entspannende Phasen fehlen, es gibt nur Höhepunkt nach Höhepunkt. Durch diese Anreihung von Spannungen ermüdet man mitunter schneller. In einem Buch funktioniert es eben nicht so gut wie in einem Action-Film (und selbst dort gibt es immer wieder ruhigere Passagen).

Unerwartetes (aber logisches) Ende
Dieses Merkmal findet sich besonders häufig bei humoristischen Werken. Das Ende überrascht den Leser auf die ein oder andere Art, wirkt aber dennoch nicht künstlich herbeigeführt sondern durchaus logisch. Entsprechend ist dieses Merkmal relativ selten vorzufinden, denn meistens ist der Ausgang schon längere Zeit klar (auch bei Kriminalromanen). Wichtig ist hier, dass die Logik gewahrt wurde, denn ohne diese ist ein Ende nur grausam.

Uninteressante Orte/Welt
Es gibt eine Anthologie 'Öde Orte'. Dort sind sie wenigstens interessant-öde. In diesem Werk nicht - Szenerie ist bloße Staffage, wenn überhaupt.

Unlogiken
Dinge tauchen auf, die zuvor nicht da waren. Mit einem Mal wechselt die Augenfarbe eines Protagonisten. Ein anderer ist mit einem Mal Linkshänder. Eine Wunde verschwindet und ist irgendwann wieder da. All solche kleinen Fehler können passieren - solange sie selten sind und nicht an essentieller Stelle auftreten übersieht man sie mitunter. Hier kommen sie jedoch öfter vor oder am Knackpunkt der gesamten Geschichte.

Verarbeitung bekannter Grundlage
Der Autor schuf nicht neu, er nahm(ganz offensichtlich) breites existierendes und verarbeitete es zu einem neuen Werk. Dieses neue Werk ist aber auch wirklich neu: Es ist kein Abklatsch, kein unsinniges Gemisch. Die Grundlage kann eine Quelle sein - z.B: der Artus-Mythos in vielen Romanen - oder aber auch aus vielen Quellen bestehen, die verändert und vermischt wurden.

Viel Handlung
Der Autor verwendet einen sehr großen Teil des Romans nur für die Handlung. Beschreibungen werden nur seltenst und noch seltener ausführlich gegeben. Dies ist weder positiv noch negativ wertend. In der Folge führt es eher zu einer rasanten Handlung denn zu einer ruhigen.

Viele Beschreibungen
Der Autor verwendet viel des Umfanges auf Beschreibungen verschiedener Art. Das ist weder positiv noch negativ wertend, doch kann man davon ausgehen, dass die Handlung im Vergleich weniger rasant ist.

Viele Druck-, Grammatik-, Rechtschreibfehler
Hier wurde am Korrektor gespart. Einzelne Fehler sind in jedem Buch, doch hier findet man sie massenhaft ohne dass man wirklich sucht: falsche Wortformen, berüchtigte Vertipper und dergleichen häufen sich hier. Egal ob sie durch den Druck zustande kamen oder durch Schludrigkeit - in diesem Ausmaß fallen sie auf und stören.

Viele Klischees
Der Dieb der nur Reiche bestiehlt, der Bösewicht, der aus Spaß (und ohne Begründung) Unschuldige knechtet und ähnliches tritt gehäuft auf. In gewisser Anzahl kann man sich solcher Klischees durchaus bedienen, aber hier wurde einfach übertrieben.

Viele Szenenwechsel
Der Autor nutzt mehrere Handlungsfäden und springt von einem zum nächsten. Dadurch kreiert man im besten Fall Spannung; und das Gefühl gleichzeitigen Geschehens wird deutlicher als bei längeren Passagen. allerdings wird man als Leser aber auch leicht dadurch genervt, dass eine Handlung nie zu Ende geführt wird. Potentiell werden verschiedene Spannungen zu groß. Ein anderes Ziel verfolgt beispielsweise Andrzej Sapkowski, der nicht nur Szenen sondern mit ihnen auch Erzähler wechseln lässt.

Vorhersehbare Handlung
"War ja klar"-Effekte an allen Enden. Dies mag durch einige andere Punkte ausgebügelt werden, etwa bei Parodien und Texten, die kaum Wert aufs "was" sondern mehr auf das "wie" legen. Allerdings kann auch dies vorhersehbar sein.

Weltfremder Inhalt
Dieses Merkmal lässt sich nur Werken zuordnen, die in einer bereits existierenden Welt spielen, also beispielsweise die Forgotten Realms oder Aventurien, Pern oder das Güldenland. Den Autor schien dies hier aber nicht zu interessieren, denn mit seiner Geschichte nahm er keine Rücksicht auf die Welt und erschuf Dinge, die dort einfach nicht funktionieren können. Für sich genommen mag die Geschichte gut oder schlecht sein - zur Welt, in der sie spielt, passt sie nicht.

Schnelliste (nummeriert) aller "Shorties":

1. Durchgehender Spannungsbogen
2. Unerwartetes (aber logisches) Ende
3. Innovative/Lebensechte Charaktere
4. Handlung mit neuen Ideen
5. Großartige Beschreibungen
6. Interessante Feinde / Hürden
7. Ganzheitlich erkennbare Welt
8. Gute Bebilderung
9. Gute Einfügung in die Welt
10. Gefühle übertragen sich
11. Vorhersehbare Handlung
12. Plattes Ende
13. Archetypische Charaktere
14. Ausgelutschte Handlung
15. Viele Klischees
16. Massenweise Konterklischees
17. Uninteressante Orte/Welt
18. Todlangweilige Beschreibungen
19. Nur schwarz/weiß gut/böse
20. Standardfeinde als Kanonenfutter
21. "Falsche" Wesen
22. Grausige Buchqualität
23. Viele Druck-, Grammatik-, Rechtschreibfehler
24. Irreleitendes Cover(!)
25. Irreleitender Rückentext(!)
26. Weltfremder Inhalt
27. Überhöhte Spannung
28. Keine Spannung
29. Unlogiken
30. Allmächtige Helden
31. Allmächtige Schurken (+Deus ex Machina)
32. Adjektivistische Überladung
33. Fehlende Informationen
34. Informationsüberladung
35. Kultklassiker
36. Offenes Ende
37. Nicht eindeutiges gut/böse Schema
38. Andeutungsstil
39. Präsens-Erzählung
40. Verarbeitung bekannter Grundlage
41. Sehr viele Charaktere und Namen
42. Viele Szenenwechsel
43. Kismet
44. Viele Beschreibungen
45. Viel Handlung
46. Eindeutige Gut-Böse-Polarisation
47. Antihelden/Unfreiwillige Helden
48. Strahlende Helden
49. Kurze Kapitel
50. Kurzgeschichten
51. Irreleitender Titel
52. Inkonsistente Perspektive

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Prinz Kaspian von Narnia
(C.S. Lewis)
Dr. Faustus
(Christopher Marlowe)
Hexenmacher. Die Chroniken des Hagen von Stein
(André Wiesler)

Anderes per Zufall